Full text: 67.1939 (0067)

ein Drittel der Belegschaft dieselbe Förderhöhe 
halten könne. Die Antwort: Man beschränkt den 
Abbau auf die mächtigen Flöze; die wenig ergie- 
Ligen, ja sogar ganze Schachtanlagen werden ein¬ 
gestellt. Eine Steigerversammlung im Jahre 1937 
nahm in einer Entschließung scharf dagegen 
Stellung und bezeichnete diese Betriebsart als 
Raubbau. Er äußert sich auch in dem oft sehr har¬ 
ten Anfassen der Belegschaft durch landfremde, 
mit der oberschlesischen Industrie und Volksseele 
nicht verwurzelte Beamte, über die oft geklagt 
wird, ferner in der Häufigkeit von daraus ent¬ 
stehenden Betriebsunfällen. Sie ist sicher auch 
darauf zurückzuführen, daß die seit Geschlechtern 
mit den Betrieben verwachsenen deutschen Arbei¬ 
ter und Beamten mit wenig Ausnahmen ent¬ 
lassen worden sind. 
Das schlimmste Kapitel schreiben die Not¬ 
schächte. Sie werden an vielen Orten, wo die 
Kohlenflöze zu Tage streichen, von Erwerbslosen, 
durch Hunger und Verzweiflung getrieben, wild 
abgeteuft und ausgebeutet, natürlich ohne das 
Recht dazu. Die Kohle verbraucht oder verkauft 
man, um nicht zu verhungern. Die Erwerbslosen- 
sürsorge ist ungenügend, die Leistung der stark 
verschuldeten Knappschaft 1932 in den Renten 
um 30 vH gekürzt worden. Polizei und Gerichte 
sind den Notschachtbergleuten dauernd auf den 
Fersen, bestrafen sie, beschlagnahmen die Kohle 
und zersprengen die Schächte. Unfälle darin sind 
alltäglich. Trotzdem ist es nicht gelungen, diesen 
Auswuchs des Elends zu beseitigen, obgleich sich 
1937 auch in Polen die Wirtschaftslage gebessert 
hat. 
In eigenartiger Gegenbewegung laufen die 
Dinge in Westoberschlesien. Auch hier hat die 
Wirtschaft schwerste Zeiten durchlebt, auch hier 
gab es Elendsviertel der Erwerbslosen voll unbe¬ 
schreiblicher Not, herbeigeführt und unterhalten 
durch das dauernde Herüberströmen verzweifelter 
Volksgenossen. Das Reich Adolf Hitlers hat sie 
verschwinden lassen und eine starke Belebung der 
Allgemeinwirtschaft herbeigeführt. Ein Gesamt¬ 
überblick der Entwicklung des Bergbaus auf 
deutscher Seite zeigt die umgekehrte Bewegung 
wie in Polen: die Belegschaftsziffer ist ungefähr 
gleich geblieben, dagegen hat sich die Förderung 
fast verdreifacht und trotz saubersten Abbaus — 
oder gerade deswegen — jene Ostoberschlesiens 
etwa erreicht. Die folgende Uebersicht macht den 
Vergleich noch sichtbarer: 
Jahr 
Steinkohlenförderung 
Belegschaft 
West C 3 
Ost O/S 
t 
West O/S 
Ost O S 
1913 
11 091 000 
32 344 000 
31 700 
123 300 
1922 
8 835 000 
25 575 000 
48 200 
144 600 
1929 
21 996 000 
34 222 000 
57 700 
86 500 
1952 
15 277 000 
21 155 000 
36 600 
59400 
1935 
19 042 000 
20 857 000 
38 900 
44 000 
1937 
24 481 000 
27 142 000 
44 200 
49 000 
Die Gesamtförderung im ungeteilten Gebiete 
stieg von 1922 bis 1937 um 50 vH, die deutsche 
allein um 177 vH, die polnische um 6 vH. Im 
Anteil der Gesamtförderung stieg in derselben 
Zeit die deutsche von 25,6 vH auf 17,6 vH; die 
polnische fiel von 71,4 vH auf 52,1 vH. — Die 
Gesamtbelegschaft im ungeteilten Oberschlesien 
sank um 51,7 vH, die deutsche allein um 8 vH, 
die polnische um 66 vH. Im Anteil der Gesamt¬ 
belegschaft stieg die deutsche in den 15 Jahren 
von 25 vH auf 17 vH; die polnische sank von 
75 vH auf 53 vH. — Bei Vergleich und Wertung 
obiger Maßstäbe ist natürlich zu berücksichtigen, 
daß in dieser Zeitspanne namentlich bei der För¬ 
derung immer steigend Maschinen eingesetzt 
wurden. — 
Der deutsche Arbeiter wird nicht über dem Umwege schwäch¬ 
licher Verbrüderungsszenen iu den Rahmen der deutschen 
Volksgemeinschaft gehoben, sondern durch bewußtes Heben 
seiner sozialen und kulturellen Lage solange, bis die schwer¬ 
wiegendsten Unterschiede als überbriilkt gelten dürsen. 
Adolf Hitler: ,,Mein Kampf" S. 373 
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