Full text: 67.1939 (0067)

Der Wiederaufbau der Schachtanlage Heinitz 
Bei der am 1. März 1935 erfolgten Ueber¬ 
nahme der Saargruben durch die deutsche Ver¬ 
waltung befand sich die Schachtanlage Heinitz 
in einem völlig verwahrlosten Zustand. Im 
Gegensatz zu fast allen übrigen Saargruben war 
von einer fremden Verwaltung auf Heinitz in 
den letzten Jahren so gut wie niryts, mehr er¬ 
neuert oder ergänzt worden, denn Heinitz, dessen 
beste Flözvorkommen abgebaut waren, war auf¬ 
gegeben worden. Damit war aber der Arbeits¬ 
platz von Lausenden von Volksgenossen der Ver¬ 
nichtung preisgegeben. Aufgabe der Betriebs¬ 
führung mutzte es nun fein, trotz ungünstiger 
natürlicher Verhältnisse den Betrieb so zu ge¬ 
stalten, daß er wieder Wirtschaftlich zu arbeiten 
in der Lage war. Denn nur ein wirtschaftlicher 
Betrieb kann auf die Dauer leben und für seine 
Angehörigen sorgen. 
Hierzu war es notwendig, den Zuschnitt des 
Werkes unter und über Tage einer grundlegen¬ 
den Aenderung zu unterziehen. Der zersplit¬ 
terte und umständliche Ausbau mutzte vereinfacht 
und dabei gleichzeitig sowohl leistungsfähiger als 
auch betriebssicherer gestaltet werden. Und wei¬ 
terhin, die Zahl der Männer vor Kohle — an 
der „Front" — mutzte so groß wie möglich auf 
Kosten aller der Posten, die hinter dieser 
„Front" stehen, gemacht werden. Datz dabei der 
eine und andere seinen ihm lieb gewordenen 
Arbeitsplatz mit einem neuen vertauschen mutzte, 
war eine zwingende Notwendigkeit. 
Bei der Uebernahme war der eigentliche Ab¬ 
baubetrieb durch eine Unzahl kleiner Betriebs¬ 
punkte gekennzeichnet, zu denen über Brems¬ 
berge und Teilstrecken die Förderwagen bis vor 
Ort gebracyt wurden, um dort gefüllt zu wer¬ 
den. Jetzt sind nur wenige Großbetriebe bei ge¬ 
steigerter Produktion vorhanden; ihre Förde¬ 
rung wird im Streb durch Schüttelrutschen, Bän¬ 
der oder Bremsförderer nach der Teilsohle 
transportiert, wo ein Band die Weiterförderung 
bis zum Aufbruch oder Gesenk oder unmittel¬ 
bar bis zum Querschlag besorgt. In den Auf¬ 
brüchen sind Seigerförderer oder Wendelrutschen 
eingebaut, während in den Gesenken die belade¬ 
nen Wagen durch leistungsfähige elektrisch an¬ 
getriebene Häspel zur Fördersohle hochgehoben 
werden. 
Durch die Schaffung von Erotzbetriebspunkten 
konnte das Streckennetz wesentlich zusammenge- 
schnitten werden. Die verbleibenden Strecken er¬ 
hielten angemessene Querschnitte, ihr Ausbau 
Neuzeitliche Bandförderung in einem Streb der Schachtanlage Heinitz 
Aufnahme: Funke, Berghauptverwaltung 
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