Full text: 67.1939 (0067)

aus diesen Klammern befreit wurde, da bekannte 
er sich auch sofort zum Großdeutschland. In der 
neuen Verfassung von 1916 wird Österreich als 
„Bestandteil der deutschen Republik" erklärt 
und seine große Sehnsucht „Heim ins Reich" 
zeigte er auch durch die vom Volke geforderten 
Anschlußabstimmungen, die zunächst am 24. 4. 21 
in Tirol durchgeführt wurden. Fast 99 % aller 
abgegebenen Stimmen waren für den Anschluß. 
Roch günstiger' war das Abstimmungsergebnis 
im Lande Salzburg, das bald darauf folgte. Diese 
Anschlußabstimmung sollte in ganz Deutschoster¬ 
reich stattfinden, doch verboten die Siegermächte 
ihre weitere Durchführung. Ebenso wurde der 
Anschluß durch die Genfer Protokolle von 1922 
auf längere Zeit verboten und durch das Lau- 
sanner-Abkommen im Jahre 1931 überhaupt un¬ 
möglich gemacht. Es wurde da die größte aller 
Lügen in Genf fabriziert, und zwar die Lüge 
von der „Unabhängigkeit Österreichs", die nichts 
anderes bedeutete als Anschlußverbot. Doch nie¬ 
mand konnte den Deutschösterreichern ihre Sehn¬ 
sucht nach dem Eroßdeutschland nehmen und 
ihren Willen „Heim ins Reich" brechen. Als der 
Führer sein Parteiprogramm und mit ihm seine 
Großdeutsche Idee dem deutschen Volke verkün¬ 
dete, da sprach er ihnen aus der Seele und be¬ 
geistert traten sie in die Reihen des Führers. 
Trotz mancher Irrwege konnten die österreichi- 
fcheu Nationalsozialisten bei den österreichischen 
Gemeindewahlen im Jahre 1932 dem Führer fast 
ein Drittel der abgegebenen Stimmen melden. 
Fürwahr ein herrlicher Erfolg! Es soll hier keine 
Parteigeschichte von Österreich geschrieben wer¬ 
den. aber die Tatsache, daß das „Deutsche Jung¬ 
volk" im Frühjahr 1929 von dem österreichischen 
Pg. Konrad Kurt Brieger in Wien zunächst 
als „Hitler-Jungvolk" gegründet wurde, soll hier 
nicht unerwähnt bleiben. Sowohl die Organi¬ 
sationsrichtlinien als auch die Tracht wurde 
von deutschösterreichischen Bundesführern fest¬ 
gelegt. Als der österreichischen Regierung der 
gewaltige nationalsozialistische Wahlsieg vom 
Frühjahr 1932 noch in den Gliedern steckte und 
die NSDAP in Österreich durch die Machtüber¬ 
nahme des Führers am 30. Januar 1933 einen 
ganz gewaltigen Auftrieb erlebte, da konnte sich 
die Regierung Dollfuß zunächst nur dadurch ret¬ 
ten, daß sie einfach die Partei samt ihrer Glie¬ 
derungen im Juni 1933 verbot. Das eine stand 
aber fest: Zu Wahlen durfte es in Österreich 
nicht mehr kommen, denn dann wäre es mit 
„Schwarz" und „Rot" vorbei gewesen. Jetzt auch 
zeigt sich der Deutschöfterreicher wieder wie in 
seiner mehr als 1000jährigen Geschichte. Er 
scheut keinen Kampf, keine Gefahr, keine Verfol¬ 
gung, denn deutsches Land, deutsches Volk ist in 
Not. Kein Mittel läßt er unversucht. Dieser 
Kampf war fürwahr schwer und hatte gute Ner¬ 
ven notwendig. Seine Geschichte ist noch nicht 
geschrieben. Wenn der Führer heute den Opfern 
jenes Kampfes den Blutorden verleiht, so ist er 
nicht vergeblich gewesen, ebensowenig wie jener 
Opfergang am 9. November 1923 in München 
vor der Feldherrnhalle. Allein im Juli 1934 
starben ungezählte Deutschösterreicher den Hel¬ 
dentod für die Idee unseres Führers. Unter den 
13, die von den Henkern Schuschniggs am Galgen 
langsam erwürgt wurden, war keiner, der nicht 
mit dem Ruf ..Heil Hitler" gestorben wäre. Un¬ 
gezählte Tausende wurden jahrelang in Kerkern 
und Anhaltelagern gefoltert, ihrer Habe und 
Existenz beraubt, ihre Frauen und Kinder zu 
Bettlern gemacht. Zehntausende mußten in ihrer 
Heimat oft Haus und Hof verlassen, um sich vor 
den Henkern und Schergen des Systems Schusch¬ 
nigg in Sicherheit zu bringen. Und doch standen 
trotz dieses furchtbaren Druckes diese Männer 
Deutsch-Österreichs zur Bewegung. 
Die Einheit des Blutes mußte den Sieg da¬ 
von tragen und die geschichtliche Schicksalsver¬ 
bundenheit aller Deutschen war stärker als alle 
künstlichen Konstruktionen vom „arteigenen 
österreichischen Menschen" und schüttelte seine 
volksfremde Regierung ab. Wer diesen Deutsch¬ 
österreicher in seinem Kampfe kennt und wer 
ihn gesehen hat in seiner Freude nach seinem 
Siege, nach der Erreichung seines schwer er¬ 
kämpften Zieles, der wird ihn nicht mehr leicht¬ 
fertig als Deutschen zweiter Güte, sondern ihn 
zumindest als gleichwertiges Glied in der großen 
deutschen Volksgemeinschaft betrachten müssen. 
Mögen nun diese kurzen Ausführungen einen 
kleinen Beitrag dazu leisten, einmal um Land 
und Leute der Ostmark dem Binnendeutschen 
näher zu bringen und vor allem Irrtümer und 
Mißverständnisse zu beseitigen. 
Es gibt Zehntausende unter uns, die die Achtung vor dem 
einzelnen abhängig machen wollen von der Art jener Arbeit, 
die er verrichtet. NAn, nicht was er schafft, sondern wie er 
schafft, das muß entscheidend sein. IXliS,Rede des Föh,ers °" 51933 
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