Full text: 67.1939 (0067)

Benzin Sicherheitslampe 
mit Drahtkorb, Zündvor¬ 
richtung und Magnetver¬ 
schluß (seit 1884) 
jedoch kaum Verwendung finden, weil sie eine zu 
geringe Leuchtkraft (nur etwa ein Fünftel Ker¬ 
zenstärke) befaß. Sie diente also fast ausschließlich 
als Gasprüiungslampe. Zu dieser Zeit führten 
sich auch auf manchen Gruben, so auch in Deutsch¬ 
land, „Z e h r l a m p e n" ein, die ständig brann¬ 
ten, um die „bösen Wetter" zu verzehren. Weitere 
Verbesserungen 
an der Daoy- 
Lampe wurden 
später getroffen, 
die sich insbe¬ 
sondere aus die 
Art oer Luftzn- 
und -abfuhr bezogen. Im 
großen und ganzen wurde 
jedoch das Grundprinzip 
der Davylamve beibehal¬ 
ten. In belgischen Gruben 
verwendete man die „M ü- 
seler - Oellamp e", 
von Bergingenieur Müse- 
ler. 2m Inneren des 
Drahtkorbes war ein be¬ 
sonderer Blechschornstein 
eingesetzt, um der Lampe 
eine größere Sicherheit zu 
geben. 
In den deutschen Koh¬ 
lengruben bestand keine 
einheitliche Beleuchtung. Man verwendete beson¬ 
ders in den westfälischen Gruben vielfach Oel- 
lampen, die nach dem gleichen Prinzip gefertigt 
waren wie die Davy-Lampe. Um ein widerrecht¬ 
liches Oeffnen der Lampe zu verhüten, war sie 
mit einem 
Plomben-, 
Schlüsselver¬ 
schluß oder 
Sicherheits¬ 
schloß ver¬ 
sehen. Berg¬ 
meister F. 
Pieler brachte 1873 die sog. 
Pieler-Lamve heraus, 
die zu jener Zeit ein ent¬ 
scheidender Fortschritt in 
der Schlagwetter-Bekämp¬ 
fung bedeutete und die sich 
viele Jahre gehalten hat. 
Bei ihr wurde Alkohol als 
Brennmaterial verwendet; 
sie diente nur zur Unter¬ 
suchung der Grubenwetter 
und zeigte sich hier als ein 
ganz vorzüglicher Schlag¬ 
weiteranzeiger. 
Jahrzehnte lang haben also die verschiedenen 
Lampentyven im Bergbau Verwendung gefun¬ 
den, bis 1881 die von C. Wolf. Zwickau (Sachsen) 
erfundene „Benzin - Sicherheitslampe 
Ältere elektrische 
Lampe 
mit Zündvorrichtung und Magnetoerichluß" auf 
den Markt gebracht wurde. Durch die Einfüh¬ 
rung dieser Lampe wurde allgemein eine Um¬ 
wälzung in der Grubenbeleuchtung hervorgeru¬ 
fen. Obwohl zunächst wegen des Benzinbrandes 
stark angefeindet, setzte sich die Einführung der 
Lampe doch durch, nachdem die Vorteile dieser 
neuen Grubenlampe erkannt waren. Sie gab ein 
helleres Licht als die Oellamve und zeigte sowohl 
die explosiblen Gase als auch die matten Wetter 
durch Veränderung in der Flaminenerscheinung 
an. Mittels einer Zündvorrichtung konnte die 
Lampe in verschlossenem Zustande wieder ange¬ 
zündet werden und durch den magnetischen Ver¬ 
schluß war ein widerrechtliches öffnen der Lampe 
sehr erschwert. Im Laufe der Zeit wurden auch an 
dieser Lampe durch den Erfindereine Anzahl Aen¬ 
derungen getrof¬ 
fen, die sie we¬ 
sentlich verbes¬ 
serten. Insbe¬ 
sondere hat die 
Zündvorrichtung 
verschiedene Um¬ 
wandlungen 
durchgemacht. Als älteste 
Zündvorrichtung gilt die 
Streichholzzündung mit 
Trommel, die nur verein¬ 
zelt zur Einführung kam. 
Wolf brachte die „rotie¬ 
rende Schlagzündvorrich- 
tung", bei der die aus 
Explosionsstoff bestehende 
Zündmasse des Papier- 
streifens zur Entzündung 
gebracht wurde. Die hier¬ 
bei erzeugte Stichflamme 
entzündete den mit Ben¬ 
zin durchtränkten Lampen¬ 
docht. Diese Zündvorrich¬ 
tung wurde später durch eine Schlagzündvorrich¬ 
tung ähnlicher Art verbessert. Es folgte dann die 
.Papierstreifen-Reibzündvorrichtung'. Hier wurde 
die Entzündung der aus Explosivstoff bestehen¬ 
den Zündpille nicht durch Schlag, sondern durch 
Anreißen erwirkt. 
Eingehende Versuche im Laboratorium, sowie 
namentlich auch Erfahrungen in der Grube zeig¬ 
ten jedoch, daß die aus Explosivstoff bestehenden 
Zündvillen nichr die Sicherheit zu bieten ver¬ 
mochten, die in den durch Schlagwetter gefährde¬ 
ten Grubenbetriebe verlangt werden mußte. Es 
wurden noch weitere Verbesserungen erfunden, 
so daß bei der Benzinlampe schließlich eine sehr 
große Zündsicherheit erreicht wurde. Immerhin 
war aber die Benzinlampe auch eine „Flammen¬ 
lampe" mit ihren Gefahren für Schlagwetterent¬ 
zündungen. Die Sicherheit der „Flammenlam¬ 
pen" (Oel- und Benzinbrand) besteht nur, wenn 
die Lampe, insbesondere Drahtkorb und Glas¬ 
zylinder. unbeschädigt, also in Ordnung sind. Ist 
Elektr. Grubenlampe mit 
Blei - Akkumulator (seit 
der Jahrhundertwende) 
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