Full text: 66.1938 (0066)

Was ist in Deutschland anders geworden? 
Ein Streifzug durch vier Jahre nationalsozialistische Aufbauarbeit Von Walter Eschemann 
Sobald wir einen bestimmten Zeitabschnitt 
durchlebt haben, werden wir dazu gedrängt, an¬ 
zuhalten im Tempo der Zeit und Rückschau auf 
die Ereignisse zu halten, deren Zeuge wir sein 
durften und deren Erlebnisse uns betroffen 
haben. Wir bleiben verweilend stehen, um die 
Aufgaben zu ermessen, die wir gelöst haben, und 
um die Ziele zu erkennen, die uns für die Zukunft 
noch verpflichten. 
Freilich erscheinen aber unsere zukünftig zu 
erfüllenden Aufgaben nur dann im klaren Lichte 
^---^einer richtigen Betrachtung, je stärker wir uns 
"unserer politischen Vergangenheiten zu erinnern 
vermögen, je stärker wir uns alle jene Erschüt¬ 
terungen vergegenwärtigen können, die Deutsch¬ 
land in den Jahren nach dem Kriege erleben 
mußte: die Reparationen, die wir den Sieger¬ 
staaten übereigneten, die Abtretung großer und 
für uns lebenswichtiger Gebiete an unsere Nach¬ 
barn, die zerreibenden innerpolitischen Kämpfe, 
die kulturellen Zerrüttungen und Unterwühlun¬ 
gen bis schließlich zu jenem Zustande, an dem das 
gesamte Reich anfing, sich zu zersetzen und auf¬ 
zulösen. 
Innenpolitik 
Im Anblick all dieser Gegebenheiten hatte 
freilich das deutsche Volk und damit auch jeder 
Einzelne die Ueberzeugung und das Bewußt¬ 
sein seines Wertes verloren. Als daher am 
30. Januar 1933 der Führer und Reichskanzler 
mit der Führung der Nation betraut wurde, hat 
er zuerst dem deutschen Volke jenes große Gefühl 
der Gemeinschaft gegeben, jene unermeßliche und 
geschlossene Konzentration des Willens aller Ein- 
^^zelnen zu einem einzigen Willen, aus dem dann 
'oie Befähigung zu einer geschlossenen Handlung 
entstehen konnte. Durch die nationalsozialistische 
Revolution, die beispiellos ist in der unerhörten 
Disziplin ihres Vorgehens und ihres Ablaufes, 
wurde dieser neuen nationalsozialistischen Auf¬ 
fassung endgültig die allgemeine Anerkennung im 
Volke verschafft. Es war ganz klar, daß diese 
Revolution mit allen Parteien, politischen Grup¬ 
pen und Bünden aufräumte, denen die Merk¬ 
male der Volkszersetzung und Aufspaltung anhaf¬ 
teten. Als symbolischer Abschluß dieser national¬ 
sozialistischen Revolution wurde dann der 1. Mai 
zum Feiertag des deutschen Volkes proklamiert. 
Dieser eingetretenen Wendung zur inneren 
Freiheit ist der deutsche schaffende Mensch mit 
größter Bereitschaft und Zustimmung gefolgt. 
99 vH., d. h. 44 Millionen Deutsche, gaben am 
29. März 1936 der nationalsozialistischen Regie¬ 
rung ihr aufrichtiges „Ja". Jahr für Jahr tritt 
seitdem der deutsche Arbeiter am 1. Mai zu seiner 
22 
Feier zusammen. Jahr für Jahr ist er dem 
Führer dafür dankbar, daß in Deutschland aus 
einem Tag internationalen Klassenkampfes, ein 
nationaler Vekenntnistag geworden ist. Ein stol¬ 
zes Wort, das der Führer am 1. Mai 1937 im 
Berliner Lustgarten sprach, ist wahr geworden. 
Denn auch der Bauersmann steht Schulter an 
Schulter mit dem deutschen Arbeiter in dieser 
Gemeinschastsfront der nationalen Arbeit. Sein 
Tag ist der Erntedanktag am Bückeberg. Dort 
dankt ihm die Nation für seine tägliche Arbeit 
und er dankt der Nation und dem Führer, daß 
er wieder seinen Pflug durch deutsche Erde ziehen 
kann, ohne befürchten zu müssen, von Hof und 
Gut vertrieben zu werden. Denn nicht weniger 
als 5 Millionen deutsche Bauernhöfe standen bei 
der Machtübernahme durch den Nationalsozialis¬ 
mus vor dem unabänderlichen Zusammenbruch. 
Und schon heute, nach nur vier Jahren national¬ 
sozialistischer Regierung, steht unser Bauersmann 
wieder draußen auf seiner Scholle und ist sich 
seiner schönen Aufgabe bewußt: Ernährer unseres 
Volkes zu sein. Von Tag zu Tag vergrößern sich 
die Getreideanbauflächen Deutschlands. Nahezu 
456000 ha Land wurden innerhalb vier Jahren 
neu für Siedler und Landmann erschlossen. Der 
Arbeitsdienst trägt dafür Sorge, daß stetig neues 
anbaufähiges Ackerland entsteht. 
Sozialpolitik 
Die ganze Volksfremdheit der Politiker der 
Systemzeit kennzeichnete sich am tiefsten in der 
Auffassung und Verwendung des Begriffs der 
Arbeit. Denn Arbeit wurde durchweg als eine 
reine Ware betrachtet, als ein rein wirtschaft¬ 
licher Vorgang unter jeglicher Ausschaltung der 
politischen Führung. Daher kam es, daß auf der 
einen Seite willkürlich beschlossen werden konnte, 
Aussperrungen vorzunehmen, und damit die Pro¬ 
duktionsstätten der Volksgemeinschaft zu ver¬ 
schließen, ohne auf die Volksgemeinschaft Rücksicht 
zu nehmen. Auf der anderen Seite konnten die 
Gewerkschaften rücksichtslos große Teile der deut¬ 
schen Arbeiterschaft in einen Streik treten lassen. 
So stritten denn die marxistischen Gewerkschasts- 
organisationen nicht um die Stellung des Arbei¬ 
ters als organisches Glied innerhalb der Volks¬ 
gemeinschaft, sondern ihr Kampf ging einzig und 
allein um materielle Vorteile. Schließlich waren 
7 Millionen Arbeitslose das erschütternde Doku¬ 
ment jener Zeit und Auffassung. 
Um nun diesen ungeheuerlichen Verfall der deut¬ 
schen Wirtschaft wirksam zu bekämpfen, führte 
der Nationalsozialismus bei seiner Machtüber¬ 
nahme zuerst ein großzügig angelegtes Arbeits¬ 
beschaffungsprogramm durch. Denn jeder Er¬
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.