Full text: 64.1936 (0064)

frie einen besseren Ueberblick über die Ar¬ 
beitsstelle gewähren. Die Zahl der Wetter¬ 
lampen ist auf einen Bruchteil eingeschränkt. 
Die Aufsichtspersonen sind mit starken Lam¬ 
pen ausgerüstet. Ein erheblicher Teil hat 
bereits die sogenannte Verbundlampe erhal¬ 
ten, bei denen eine Scheinwerferlampe mit 
einer kleinen Benzinlampe verbunden ist. 
Der Sinn dieser Maßnahme war, nach Mög¬ 
lichkeit alle Wetterlampen aus dem Betrieb 
zu beseitigen, da erfahrungsgemäß die Wet¬ 
terlampen die häufigste Ursache von Schlag¬ 
wetterexplosionen sind. Die kleine Venzin¬ 
lampe wird nur zum Ableuchten benutzt und 
dann sofort wieder gelöscht. Nur Wetter¬ 
männer und Schießmeister haben noch die 
Wetterlampe und sollen sie auch behalten. 
In der Schießarbeit ist eine völlige Um¬ 
stellung erfolgt. Die bisherigen Sprengstoffe 
sind durch neue Sprengstoffe ersetzt, die unter 
den verschiedensten Bedingungen erprobt 
sind. Dafür ist die bisher beschränkte Lade¬ 
menge erhöht. Die Einheitssprengkapsel ist 
neu eingeführt. Die alten Zündmaschinen 
waren nicht schlagwettersicher. Die gesamten 
Zündmaschinen wurden ausgewechselt und 
durch schlagwettersichere und leistungsfähige 
Maschinen ersetzt. Von Mai bis September 
1935 wurden über 600 neue Zündmaschinen 
beschafft. Auf jeder Schachtanlage ist die 
Aufsicht über die Schießarbeit einem beson¬ 
deren „Schießsteiger" übertragen. Er hat 
auch die Ausbildung der Schießmeister zu 
übernehmen. Die neuen Schießverfahren 
werden der Belegschaft in besonderen Vor¬ 
führungen gezeigt, zum Beispiel die Zeit¬ 
zünder und die Wirkungsweise des Gestein- 
staubs. Die Schießsteiger sind in Kursen an 
der Bergschule ausgebildet. Neue Vorschrif¬ 
ten für Schießsteiger und Schießmeister sind 
erlassen. 
Das Rettungswesen und die Erste Hilfe 
sind unter Mitwirkung der zuständigen Stel¬ 
len grundlegend umgestaltet; eine Zentral¬ 
rettungsstelle, die dauernd besetzt ist, be¬ 
findet sich im Ausbau. Die alten und ver¬ 
brauchten Rettungsgeräte werden ausge¬ 
wechselt. In der Grube sind neue Tragbah¬ 
ren eingesetzt. Die Krankenwagen sind nach 
diesen Bahren neu beschafft, um eine Um¬ 
bettung der Verletzten zu vermeiden. Die 
Heildienerstuben sind mit neuen Geräten 
ausgerüstet und in Ordnung gebracht. 
i*J jSStele Einzelmaßnahmen irrt Grubenbe¬ 
trieb können hier nur kurz gestreift werden. 
Jeder Bergmann wird die meisten auf seiner 
Grube schon gesehen und ihre Vorzüge emp¬ 
funden haben. So wurden z. B. die Pre߬ 
luftleitungen erneuert, um den starken Druck¬ 
abfall in den Betrieben zu vermeiden. 
Welche Störungen das Vereisen der Ma¬ 
schinen oder Luftmangel verursachen, weiß 
der Hauer am besten. Im Abbau wurden 
neue Schüttelrutschen, Bänder, Abwärtsför¬ 
derer, Abbauhämmer, Schrämmaschinen, 
Kcrbmaschinen usw. eingeführt. Bei Ueber¬ 
nahme hatten mehrere Bergleute zusammen 
einen Satz Eezähe. Jetzt hat jeder Hauer 
einen Abbauhammer und das notwendige 
Gezähe. Die Versatzmethoden sind verbessert. 
In der Einführung des Blasversatzes sind 
wir leider beschränkt, da die notwendige 
Preßluft fehlt. Immerhin laufen auf den 
Gruben schon 6 Blas- und Schleuderversatz¬ 
anlagen. Das Ziel ist, den Bergeanfall der 
Gruben in der Grube zu verbrauchen und 
ihn nicht zu Tage zu fördern. Ferner soll 
ein möglichst großer Teil der Waschberge 
ebenfalls in der Grube versetzt werden. 
Ueber die Vorzüge einer „planmäßigen" 
Abbaumethode gegenüber der bisherigen 
Betriebsführung braucht wohl nicht viel ge¬ 
sagt zu werden. 
Auf mehreren Schachtanlagen sind in den 
Streben bereits eiserne Grubenstempel ein¬ 
gesetzt. Sie haben sich gut bewährt. 
Alle bisher besprochenen Arbeiten und 
Maßnahmen betreffen vorwiegend den 
Untertagebetrieb. Zu ihrer Durchführung ist 
noch viel Zeit erforderlich, namentlich bei 
den Eesteinsarbeiten. Nach Abschluß der 
Arbeiten werden im Grubenbetrieb wieder 
genügend Kohlen aus- und vorgerichtet sein, 
um Betriebsstörungen zu vermeiden. Die 
Strecken werden wieder förderfähig, die 
Wetterführung gesichert, die maschinelle 
Ausrüstung ausreichend. Alles dies trägt 
dazu bei, die Leistungsfähigkeit der Gruben 
wieder auf einen normalen Stand zu 
bringen. 
Ebenso grundlegende Arbeiten sind im 
Tagesbetrieb erforderlich. Die äußeren Ver¬ 
besserungen: neuer Anstrich, Einsetzen von 
Fensterscheiben, Wiederherstellung von Rohr¬ 
leitungen, Kabelnetzen usw. sind im Gange. 
Große Neubauprojekte stehen jetzt vor dem 
Abschluß. Die Neubauten in den Tages¬ 
betrieben sollen einen doppelten Zweck er- 
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