Full text: 64.1936 (0064)

war. mit aller Wucht darunter. Als er fertig 
war, nahm ich den Pickel und schlug die Stange 
wieder heraus, nahm dann das Beil, machte die 
Kappe kantig und stellte die Stange nochmals, 
was aber nicht ohne Gespräch seinerseits abging. 
Jetzt machte ich ihm klar, warum die Kappe 
platt sein mutz, was allerdings nicht ganz leicht 
war, da er ja fast kein Wort deutsch verstehen 
konnte. Nachher ging er zum Steiger und sagte: 
„Pflock 303, kleine Mineur, nix travnllje, alles 
klapp, klapp, klapp." Damit wollte er sagen: 
der kleine Bergmann, was wohl wahr ist, auf 
Pflock 303 schafft nichts und redet iminer, was 
auch wahr ist; denn tatsächlich habe ich, solange 
er bei mir in der Arbeit war, auch nicht ge¬ 
schafft, sondern immer „disputiert" mit ihm, 
weil er immer anderer Meinung war als ich. 
Gott gebe ihm ewige Ruhe! 
Beim Treiben einer einfallenden Streck« 
hatten wir fast immer Wasser stehen, weil bie 
Pumpe nicht funktionierte und verdienten des¬ 
wegen auch sozusagen nichts. Nun kam einmal 
der Divisionär, als wir gerade 1 Meter Wasser 
hatten. Der Partiemann beschwerte sich. Als 
der gute Mann sah, datz die Schuld auf Seiten 
der Verwaltung lag, ging er zum Scherz über 
und sagte: „Nehmt Euch ein Schiff?" Der Par- 
tiemann aber war nicht faul und antworte 
prompt: „Wir haben ja keine mehr, Ihr hab 
sie uns ja alle abgeholt!" Da bekamen wir 
eine neue Pumpe und unsern Lohn. 
N. H, Grube Brefelb. ' 
Benzin aus 
Benzin, Gasöl, Schmieröl und andere 
Mineralölprodukte wurden früher ausschlie߬ 
lich aus dem in Amerika, Rutzland, Rumä¬ 
nien und anderen Ländern in großen Men¬ 
gen vorkommenden Erdöl gewonnen. Das 
Erdölvorkommen in Deutschland ist verhält- 
nismätzig gering. Wir waren daher bis 
vor kurzem zum überwiegenden Teil auf die 
Einfuhr aus anderen Ländern angewiesen 
Steinkohle 
So betrug 1932 die deutsche Erdölförderung 
nur 230 000 Tonnen, die Mineralöleirifuhr 
dagegen 2 500 000 Tonnen. 
Das Erdöl stellt, chemisch gesprochen, ein 
Gemisch von Kohlenwasserstoffen, d. h. von 
Verbindungen des Kohlenstoffs mit Wasser¬ 
stoff, dar. Auch die Hauptsubstanz der KO 
len, Steinkohlen wie Braunkohlen, wird Mt 
Kohlenwasserstoffen gebildet mit dem Unter- 
Fotn: I. G Farben, 
Kohlcnbrcichimgen
	        
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