Full text: 61.1933 (0061)

Die an der Stelle des alten Kompressoren¬ 
hauses 1902/1903 erbaute heutige massive, ge¬ 
räumige Zentral Maschinenhalle und 
die in demselben Jahre errichtete Zentral- 
Oberflächenkondensationsanlage 
für eine stündliche Höchstleistung von 20 000 kg 
Dampf gaben der Entwicklung der Maschinen¬ 
anlagen besonders sichtbaren Ausdruck. 
Zn der neuen Maschinenhalle fanden neben 
dem dort verbliebenen Kompressor von 1900 
nach und nach, dem wachsenden Bedürfnis des 
Grubenbetriebes entsprechend, Aufnahme: 1905 
1 Luftkompressor von 230 P. S. (2300m3/st 
Saugleistung); 1908: 1 Luftkompressor von 
500 P. S. (5000 m3/st Saugleistung); 1912 
1 Luftkompressor von 800 P. S. (8000 m3/st 
Saugleistung); 1916 1 Luftkompressor von 1400 
P. S. (14000 m3/st Saugleistung); ferner 1907 
1 Wechselstromgenerator (Turbogenerator) von 
750 P. S. Der Wechselstromgenerator lieferte 
die elektrische Energie zum Antrieb der neuen 
Ventilatoren, die auf dem Ostschacht (Erna) 
und dem Westschacht I (Lydia) Aufstellung ge¬ 
funden hatten; er trat 1909 in Reserve, als 
auch die Wetterschächte an das bergfiskalische 
Starkstromnetz angeschlossen waren. Aus 
diesem Retz wurde von vornherein der Strom 
für den 500-pferdigen Luftkompressor entnom¬ 
men; als Antriebskraft für die übrigen Kom¬ 
pressoren diente Dampf. 
Zn die Zahre 1906—1907 fällt die Erbauung 
einer Grabkornwäsche und die wesent¬ 
liche Umänderung der Kohlenseparation. Die 
Wäsche leistet stündlich 40 Tonnen und erzeugt 
Nutzkohle von 25/50 mm und Würfel von 
50/90 mm. Der mit der Inbetriebnahme der 
Wäsche eintretende reichliche Bergefall machte 
1908 die Schaffung des nördlich der Eisenbahn 
gelegenen Bergesturzplatzes und die Erbauung 
der die Fischbachbahn überschreitenden Berge¬ 
transportbrücke erforderlich. 
Zm Zahre 1906 mutzte mit Rücksicht auf das 
Anwachsen der Belegschaft eine 
Vergrößerung des Verlesesaales, der 
Steigerzimmer und der Lampenkaue vorgenom¬ 
men werden. 
Sämtliche Dampfkessel, deren Zahl mit der 
Vergrößerung der Maschinenanlagen inzwischen 
auf 25 angewachsen war, wurden 1910 mit der 
mechanischen Rostfeuerung, System Katapult, 
ausgerüstet. Diese Einrichtung wurde 1916 durch 
die Unterwindfeuerung, System Kridlo, ergänzt. 
Der Mangel an männlichen Arbeitern ge¬ 
bot es, im Oktober 1916 die ersten 46 Arbei¬ 
terinnen anzulegen; ihre Zahl stieg bis 
auf 79. 
Zm Zahre 1917 wurde, um die Schwan¬ 
kungen in der Gestellung von Eisenbahnwagen 
auszugleichen, der östlich der Camphausen¬ 
schächte vorhandene K o h l e n st u r z p l a tz 
auf einen Fassungsraum für 18 000 Tonnen 
Kohlen erweitert. 
Welche zahlenmäßige Entwicklung das M a - 
s ch i n e n w e s e n der Grube Eamphausen bis 
zum Ende ihres vierten Betriebsabschnittes ge¬ 
nommen hat, zeigt die Tafel III auf Seite 36. 
6. Die Grube Brefeld (Kreuzgräben). 
I. Unter der Berginspektion V. 
Die Förderschächte der Grube Kreuzgrä- 
b e n, die Kreuzgräben- 
schüchte l und II, wurden am 
2. Zanuar 1872 im Wald- 
distrikt „Kreuzgräben" an¬ 
gehauen. 
Die durchweg von Hand 
betriebenen A b t e u f ar¬ 
beiten hatten im Gegensatz 
zu den Abteufarbeiten in den 
Fischbachschächten bald unter 
starken Wasserzuflüssen zu 
leiden. An Kesselspeisewasser 
war daher von Anbeginn 
kein Mangel; es wurde durch 
in den Schächten aufgestellte, 
mit Dampf betriebene Pum¬ 
pen nach dem auf der Tages¬ 
anlage angelegten Wasser¬ 
behälter gehoben. Zur Be¬ 
friedigung des wachsenden 
Wasserbedarfes wurden einige 
im Waldgebiet südlich der 
Schächte gelegene Quellen 
nutzbar gemacht, bis die 
Grube Gamphaulen. Zraryiskalchacht.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.