Volltext: 60.1932 (0060)

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Mischen Magerkohle entspricht, vielmehr wäre 
die Dilsburger Kohle eher den Flammkohlen 
zuzurechnen. Die Kohle ist eine gasärmere 
und kohlenstoffreichere, besonders ruß- und 
schlackenarme, sehr gute Hausbrandkohle, eine 
Zusammensetzung, die für die Grube Dilsburg 
eine Schlagwetterarmut bedingt. 
Das Feld der Grube Dilsburg wird, soweit 
es den Magerkohlenzug betrifft, im Nordosten 
durch den Holzer Sprung Nr. 3 und im Süd¬ 
westen durch den Walpershofener Sprung be¬ 
grenzt. Nach Südosten ist die Grenze durch 
das Ausgehende der Flöze bestimmt, nach Nord¬ 
westen richtet sie sich nach dem Einfallen der 
Flöze. Innerhalb dieser Grenzen ist das Feld 
von mehreren größeren, quer und diagonal 
zum Flözstreichen verlaufenden Sprüngen durch¬ 
setzt, die Verwürfe bis zu 150 m besitzen. Im 
Einzelnen sind die Äquivalente dieser Sprünge 
in den südöstlich liegenden Grubenfeldern 
Lampennest und Von der Heydt nicht ganz 
sicher bestimmt. 
Im heutigen Felde der Grube Dilsburg 
waren bereits vor 130 Jahren einige 
Stollen im Gange, die jedoch zum größten 
Teil den Zweck der Untersuchung, weniger der 
Kohlengewinnung hatten. Es sind die Stollen 
A bis F in der Umgebung von Uberhofen, 
Güchenbach und Walpershofen, welche den 
Sammelnamen „Grube Güchenbach" 
führten. Stollen A und C auf dem Lummer- 
fchieder Flöz lagen im Dörfchbachtale, auf der 
Südseite des Kohlberges bei Walpershofen; 
auf der gegenüberliegenden Talseite am Nord¬ 
westfuße des „Klopp" lag der Stollen B, der 
ebenfalls das Lummerfchieder Flöz vorfand. 
Im Stollen A ist das Flöz von der Stollen¬ 
sohle bis zum Ausgehenden gebaut, auch unter¬ 
halb der Stollensohle wurde etwas Abbau ge¬ 
trieben. Stollen D, etwas nordwestlich Uber¬ 
hofen, der auf eine Länge von 100 m und in 
zwei diagonalen Strecken das Wahlschieder 
Flöz erschloß, wurde 1819 totgefahren. Stollen 
F, etwas südlich Uberhofen, hat ein Flöz im 
Liegenden des Wahlschieder Flözes getroffen, 
das bis heute noch an keiner anderen Stelle 
gebaut wurde. Stollen E im Lummerfchieder 
Flöz, in Güchenbach gelegen, wurde 1820 tot¬ 
gefahren. 
Bei den Dörfern Hirtel und Kirschhof waren 
in dem Hangenden der beiden „Hirteler Flöze", 
zirka 400 m im Hangenden des Lummerfchieder 
Flözes, drei Stollen zu beiden Seiten des 
Hirtelerbachtales aufgefahren, woselbst in den 
Jahren 1827 bis 1842 über den Stollensohlen 
bis zum Ausgehenden Abbau getrieben wurde. 
Als Ersatz für diese „Grube Hirtel" 
wurde zur Versorgung des Landabsatzes im 
Köllertal im Jahre 1844 im Lummerfchieder 
Flöz bei dem Dorfe Dilsburg ein Stol¬ 
le n in 247,4 m 14. N. angehauen. Am Stol¬ 
lenmundloch, das in Hausteinen her¬ 
gestellt und heute noch vorhanden ist, 
ist eine eiserne Platte mit dem bergmännischen 
Abzeichen, dem Bergmannsgruß „Glückauf" und 
der Jahreszahl 1844 angebracht. Der Stollen 
wurde auf eine Länge von ca. 35OO m vor¬ 
getrieben, ohne daß auf dem Lummerfchieder 
Flöz viel Abbau umging. Der Abbau wurde 
dann mit der Erschließung des Wahlschieder 
Flözes ganz eingestellt. 
Zu Anfang der 7Oer Jahre des vergangenen 
Jahrhunderts — genaue Daten sind leider 
nicht vorhanden — wurde im äußersten Ost¬ 
felde (nach der heutigen Lage) von der Stollen- 
sohle im Lummerfchieder Flöz aus das liegen¬ 
dere Wahlschieder Flöz gelöst und in demselben 
eine flache Strecke an Tage getrieben, welche 
den Namen Holzer Tage st recke führte 
und ihr Mundloch bei der Abzweigung des 
Weges „in den Engelbüsch" von der Straße 
Holz—Dilsburg hatte. Hier war auch eine 
Einrichtung für Landabsatz getroffen, der 
jedoch nicht lange gewährt hat. Der ä l t e st e 
Abbau auf dem Wahlschieder Flöz stammt 
aus dem Jahre 1876 und befindet sich bei der 
obengenannten Tagesstrecke. Etwas später, 
Anfang der 80er Jahre, wurde ca. 500 m west¬ 
lich der Tagestrecke der heute als Ventilator¬ 
schacht für das Oftfeld dienende flache Schacht 
an Tage geführt und im Jahre 1886 mit einer 
Fördereinrichtung und Dampfkesielanlage ver¬ 
sehen. Von hier aus wurde unterhalb der 
Stollensohle die 1. und 2. Tiefbausohle im 
Wahlschieder Flöz gelöst und die Förderung 
bis zur Stollensohle hochgezogen, von wo sie 
durch den Stollen im Lummerfchieder Flöz nach 
der Grubenanlage in Dilsburg gebracht wurde. 
Die 2. Tiefbausohle wurde Ende der 
80er Jahre angehauen. Der Betrieb bewegte 
sich in dieser Zeit ausschließlich auf dem Wahl¬ 
schieder Flöz. Die Kohlen konnten durch Land¬ 
absatz im Köllertal und seiner nächsten Um¬ 
gebung abgesetzt werden. 
Im Jahre 1891 wurde die Grube Dils¬ 
burg nach jahrzehntelanger Zugehörigkeit zur
	        

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