Full text: 60.1932 (0060)

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nach dem Westventilator (Ventilator Sophie) 
dienen. 
Über Tage wurde 1902 mit dem Bau einer 
Kohlenwäsche begonnen, die 1903 fertig¬ 
gestellt und dem Betrieb übergeben wurde. Ihr 
folgte 1904 der Vau einer neuen Maschinen¬ 
halle mit einem Maschinensätze zur Erzeu¬ 
gung von Elektrizität, bestehend aus 
Dampfturbine, Drehstromdynamo und Dreh¬ 
strom-Gleichstromformer. Ebenso wurde eine 
Centralkondensation gebaut. Das 
Jahr 1905 bringt dann eine Vergrößerung des 
östlichen Kesselhauses und der Dampfkessel¬ 
anlage, die Aufstellung eines neuen Luft¬ 
kompressors, einer Akkumulatorenbatterie und 
einer Abdampfturbine. 
Das Jahr 1907 brachte wiederum die In¬ 
angriffnahme eines weiteren Arbeitspunktes 
zur A u s d e h n u n g des Göttelborner Eruben- 
feldes, und zwar nach Norden. Zur Er¬ 
schließung des Hangenden (Magerkoh¬ 
len-) Flözzuges (Lummerschieder und 
Wahlschiederflöz) wurde am Ausgehenden des 
Wahlschiederflözes südlich Steinertshaus eine 
einfallende Strecke angehauen. Diese sollte bis 
zur 2. T i e f b a u s o h l e getrieben werden. 
Von der hieran anschließenden Erundstrecke 
sollte dann ein Gegenort nach dem Hauptquer¬ 
schlag 2. Tiefbausohle in Angriff genommen 
werden. 1908 wurde dann auch vom Flöz 
Eilert aus ein Querschlag zur Lösung der 
Magerkohlenpartie in Betrieb genom¬ 
men. Zu gleicher Zeit wurde eine zweite 
einfallende Strecke in dem Ausgehen¬ 
den des Wahlschieder Flözes am Heideberg 
südöstlich des Dorfes Lummerschied angesetzt. 
Sie traf bei 326,9 m über N. N. das Niveau 
des östlichen Stollens der alten Wahlschieder 
Grube, der vom Mundloch aus aufgewältigt 
und mit der genannten einfallenden Strecke 
zum Durchschlag gebracht wurde. Gleichzeitig 
wurden die beiden einfallenden Strecken in 
diesem Niveau mit einander verbunden. Diese 
letzte einfallende Strecke dient heute sowohl 
als ausziehende W e t t e r st r e ck e für 
das gesamte Magerkohlenfeld wie auch als 
Anfahrt st eile für die Belegschaft (Nord- 
feldanlage), wobei der alte Wahlschieder 
Stollen als Wafserlösungs st recke in 
Gebrauch ist. Zm Jahre 1911 hatte dann der 
Hauptquerschlag 2. Tiefbausohle das Wahl¬ 
schieder Flöz erreicht bei einer Länge von 
1530 m von Flöz Eilert aus. Damit war auch 
das Nordfeld mit der Hauptänlage in Ver¬ 
bindung getreten und die Centralisation des 
gesamten Untertagebetriebes hergestellt. 
Im Jahre 1907 begann man auch über 
Tage mit einer neuzeitlichen Umgestaltung 
des Betriebes. Die Kohlenwäsche wurde 
1908 den Erfordernissen entsprechend vergrößert, 
nachdem sie bereits 1906 mit einem elektrischen 
Antrieb versehen worden war. In das Jahr 
1907—08 fällt auch die Verlegung eines 
elektrischen Hochspannungskabels von 
Jtzenplitz über Maybach nach Göttelborn. Hier 
wurde in dem Turm der Maschinenhalle eine 
Unterstation an Stelle der alten Akkumula¬ 
torenbatterie gebaut. Auch wurde in der 
Maschinenhalle 1908 eine zweite Ab¬ 
dampfturbine aufgestellt. 
Das bisherige Zechenhaus entsprach nicht 
mehr den modernen Anforderungen und in¬ 
folgedessen wurde im Jahre 1910 das jetzige 
Zechenhaus westlich der Schachthalle erstellt 
mit Verlesesaal, Lampenkaue, Badeanstalt, 
Büros und Erfrischungsräumen, wobei das 
altehrwürdige frühere Gebäude zum Materi¬ 
alienmagazin herabgewürdigt wurde. Im 
gleichen Jahre wurde auch die alte Zwei¬ 
zylinder-Verbundfördermaschine des Ostschachtes 
ausgebaut und durch eine neue Zwillings- 
fördermaschine ersetzt. Anschließend 
wurde auch für die gesamte Belegschaft der 
Hauptanlage die Fahrung am Seil im 
Ostschacht eingeführt, während sie bis dahin 
ausschließlich den Stollen hinter dem 
alten Zechenhaus im Anschluß an die erste ein¬ 
fallende Strecke im Flöz Eilert als Fahrstrecke 
benutzt hatte. Die beiden Ventilator - 
anlagen im Westfeld und Ostfeld wurden 
durch Starkstromkabelleitungen mit der Haupt¬ 
anlage verbunden und ihre Antriebe vom 
Dampf auf Elektrizität umgestellt. Die Um¬ 
stellung vom Dampf auf Elektri¬ 
zität griff auch auf die Anlagen unter Tage 
über, wobei die Wasserhaltungsmaschine der 
2. Tiefbausohle für elektrischen Antrieb um¬ 
gebaut wurde, während bereits 1907—08 in 
dem zu diesem Zwecke erweiterten Pumpen¬ 
raum der 1. Tiefbausohle eine neue elektrische 
Expreßplungerpumpe Aufstellung gefunden 
hatte. 1911 wurde dann in den beiden Pum¬ 
penräumen je eine neue Hochspanungsschalt¬ 
anlage eingebaut. Gleichzeitig ging man da¬ 
ran, den elektrischen Strom auch für die Förde¬ 
rung nutzbar zu machen. So wurde die 2. Tief-
	        

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