Full text: 59.1931 (0059)

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Abb. 2. Richtig! Abb. 3. Falsch! 
Reis unten angebracht. Reis oben angebracht. 
Beschädigungen geschützt werden. Man befestigt zu 
diesem Zwecke über jeden Pfropfkopf bogenförmig 
eine Weiden- oder Haselnußrute, oder bei kleineren 
Baumkronen läßt man eine Stange mit einer kreuz¬ 
förmig angenagelten Querlatte über die Krone 
hinausragen, weil die Krähen sich am liebsten auf 
die höchste Spitze des Baumes setzen. Um Wind- 
bruch zu vermeiden, wird an jedem Veredlungskopf 
ein Holzstab befestigt, um an denselben die aus¬ 
treibenden Edelreiser anheften zu können. 
Nun noch ein Wort über die weitere Behandlung 
der umveredelten Bäume. Die erste Arbeit wird die 
sein, die wachsenden Triebe an den beigegebenen 
Holzstab anzuheften, was namentlich beim Rinde¬ 
pfropfen ganz unerläßlich ist. Da von jedem Pfropf¬ 
kopf aus in der Regel nur ein Verlängerungstrieb 
weiter gezogen werden sott, so kann mit diesem An¬ 
binden auch ein Entspitzen aller jungen Triebe ver¬ 
bunden werden, welche stark wachsen, aber nicht als 
Verlängerung dienen sollen. Wurden zwei Reiser 
aufgesetzt oder mehr, so wird nur eines den Ver¬ 
längerungstrieb liefern, die anderen werden zu¬ 
gunsten dieses .bald entspitzt. Infolge des starken 
Zurückwerfens der Baumkrone werden sich überall 
an den Asten kräftige Wasserschosse entwickeln, ein 
Zeichen, daß der Baum gesund ist und daß er be¬ 
strebt ist, die ihm genommenen Organe bald zu er¬ 
setzen. Das so häufig geübte Unterdrücken und bal¬ 
dige Entfernen dieser Wasserschosse möchte ich nicht 
überall empfehlen, denn dadurch kann sehr leicht eine 
ungünstige Saststockung im Baume eintreten, was 
die Ursache zu verschiedenen Krankheiten werden 
kann. Nur in der Nähe der Edelreiser müssen sie 
bald weggeschnitten werden, um diesen die notwen¬ 
dige Freiheit zu gewähren. Die weiter nach unten 
stehenden können, damit sie nicht zu üppig treiben, 
entspitzt werden, einzelne können sogar unbehindert 
weiter wachsen; denn mit den zahlreichen Blättern 
Abb. 4. 
Rückschnitt der Edeltriebe im Jahre nach dem 
Umpfropfen. 
liefern sie dem Baum die so notwendigen Bildungs¬ 
stoffe. Im nächsten Jahre werden die Wasserschosse 
in der Regel ganz entfernt, weil jetzt die Veredlungs¬ 
triebe sich so weit gekräftigt haben, daß sie allein den 
Saft verarbeiten können. Wenn der Baum lange 
Aste mit wenig Jnnenholz hat, so können einzelne 
günstig gestellte Wasserschosse oder auch Zugäste 
später auch noch umgepfropft werden und liefern 
dann bald tragendes Fruchtholz. 
Im kommenden zeitigen Frühjahr wird nun der 
Rückschnitt der Veredelungstriebe vorgenommen. Da¬ 
bei soll einer die Verlängerung bilden, die übrigen 
werden zu dessen Gunsten kurz geschnitten und jollen 
später Fruchtholz bilden und auch dazu dienen, daß 
die Wundfläche bald verheilt. Der Schnitt ist in der 
Abbildung 4 so wiedergegeben, daß weitere Worte 
überflüssig sein werden. Wie Länge des Rückschnittes 
wird bedingt durch die Beschaffenheit der Zweige. 
Ist der Leitzweig kurz und gedrungen, so ist es nicht 
gerade nötig, ihn zurückzuschneiden: wenn er aber 
lang und verhältnismäßig dünn ist, so muß er stärker 
geschnitten werden, um ihn von unten herauf kräftig 
und widerstandsfähig zu machen. Bei jüngeren Bäu¬ 
men mit kleiner Krone muß unter Umständen der 
Rückschnitt noch mehrere Jahre wiederholt werden, 
um eine schöne Krone zu erziehen. Bei älteren Bäu- 
men wird in den meisten Fällen ein einmaliger Rück¬ 
schnitt genügen, und in späteren Jahren wird dann 
das gewöhnliche Ausputzen der Krone vorgenommen. 
Im Jahre nach dem Umpfropfen kann auch eine 
Düngung des Baumes vorgenommen werden, um 
ihm zu einem gesunden Weiterwachsen Gelegenheit 
zu geben. Eine solche Düngung unmittelbar vor 
oder nach dem Umveredeln vorzunehmen, ist nicht 
ratsam, besonders nicht mit stark treibenden stickstoff¬ 
haltigen Düngemitteln, weil dies dem Baume infolge 
des Ätangels an verarbeitenden Organen nur Nach¬ 
teile bieten könnte. 
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