Full text: 58.1930 (0058)

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Abb. 1. Bettbildungen einer 
offenen Rinne. 
kann, dazu geführt, daß immer unreinere Kohle ge¬ 
fördert 'wird, die erst noch besonders behandelt wer¬ 
den muß, ehe sie verkauft werden kann. 
Wie andere Zechen, mußte daher auch die fran¬ 
zösische Verwaltnng der Saargruben nicht bloß daran 
gehen, die bereits vorhandenen Wäscheanlagen zu 
verbessern und zu vervollständigen, sondern auch noch 
weitere neue Anlagen zu schassen. Die gemachten 
Versuche und Studien fiihrten dazu, hierfür dem 
S y st e m von Fra m e - F o c q u e t den Vorzug 
zu geben, den sogenannten R h e o w a s ch v er¬ 
sah r e n. 
Bor Einführung derselben geschah die Kohlenauf¬ 
bereitung auf unseren Wäschen sozusagen ausschlie߬ 
lich in S e tz k ä st e n. Auch heute gibt es davon in: 
Saargebiet noch eine ganze Anzahl. Ihre Konstruk¬ 
tion ist so bekannt, daß wir es uns ersparen können, 
Abb. 2. Grundform der Rheo-Vorrichtung 
unsere Leser mit ihrer Erklärung zu langweilen. Hin¬ 
gegen glauben wir, daß es 'sie interessieren wird, 
etwas näheres über das Rheowaschversahren zu 
hören, da ' zwar auch nicyt mehr ganz neu ist. aber 
ins Saaraebiet doch erst vor ein paar Jahren einge¬ 
führt worden ist. 
Bringt man durch die Einwirkung eines wage¬ 
rechten Wasserstromes ein Gemisch von Kohlen und 
Bergen in einer Rinne in Bewegung, so bieten die 
Bergeteile, die gewöhnlich eine flache Form haben, 
der Strömung gemeinhin eine kleinere Fläche dar, 
als das bei den Kohlenstücken der Fall ist, die ja mehr 
oder minder würfelförmig sind. Beide gehören aber 
andererseits der gleichen, Kategorie an und werden 
daher im Wasser von nicht allzugroßer Tiefe, auch 
wenn sie nicht die gleiche Größe haben, doch unge¬ 
fähr gleich schnell zu Boden sinken. Man kann sich 
daher leicht vorstellen, daß die Vereinigung der bei¬ 
den Bewegungen — der durch die Strömung her¬ 
vorgerufenen wagerechten und der senkrechten des 
Falls — dazu führen muß, daß sich auf dem Boden 
der Rinne eine Schicht von Materialien abseht, das 
sogenannte „Bett", und zwar derart, daß sich die 
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Abb. 3. Ausführungssorm einer 
Rheo-Vorrichlung. 
Berge ganz zu unterst, die reinen Kohlen hingegen 
zu oberst, und dazwischen eine Mischung von beiden 
absetzen. Und zwar wird diese mittlere Schicht, das 
sogenannte „M i s ch g u t" um so bergereicher sein, 
je mehr es sich unten in der Nähe des Bodens ab¬ 
setzt und weiter nach oben immer reiner werden (Siehe 
Abbild. 1). 
Die Erfahrung hat gelehrt, daß eine leichte Nei¬ 
gung der Rinne die Bildung des Bettes begünstigt 
und daß weiterhin auch der Rinnenquerschnitt bei 
der Klassierung der Kohle eine wichtige Rolle spielt. 
Im Allgemeinen verwendet man Rinnen von recht¬ 
eckigem Querschnitt; lediglich beim Waschen des Fein¬ 
gries (bis zu 8 oder 10 mm) kommen solche von tra¬ 
pezförmiger Bauart in Betracht. 
Abb. 4. Rheo-Einrichtung für Grobkohle. 
Ist nun der Boden der Rinne an verschiedenen 
Stellen über seine ganze Breite mit schlitzförmigen 
Oeffnungen versehen, so werden die zu unterst lie¬ 
genden Bergeteile hier durchfallen. Nun würde aber 
das strömende Wasser sämtliche in der Nähe dieser 
Oeffnungen befindlichen festen Teile 'nachschwemmen, 
und dadurch käme die ganze Wascharbeit in Unord¬ 
nung. Deswegen läßt man durch diese Oeffnungen 
einen zweiten Wasserstrom vom unten her senkrecht 
entgegenströmen, dessen Bremswirkung so reguliert 
werden kann, daß zunächst ausschließlich die reinen 
Berge durchsallen, während das übrige Waschgut in 
der bisherigen Richtung weiter geschwemmt wird und 
somit die Rinne gleichmäßig bis zu % oder H 
ihrer Höhe gefüllt bleibt. 
In unserer Abbildung 2 ist das Prinzip dieser 
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