Full text: 58.1930 (0058)

52 
V\AAA/VVV'w%•VVVVVVvV^A/^A»*wVV\A/V^A■^A/VV^>^A/VVVV\AA/^Al»^A/w^<^^WV^A»VVV^AAAA/V^A^Al^^A>^Al^✓V^^^ 
1^y|^yS|^v/VVVVVVVVV\<VVV%^'VVVVVVVVVN'\>VVVVV 
I. Die Entstehung Dillingens. 
ffy s war um die Mitte des 5. Jahrhunderts, als 
llT die Volksstämme der Franken, die bis dahin 
jjie Gegend am Main und Mittelrhein be¬ 
wohnten, ihre Heimat verließen und nach Westen 
wanderten. Der Grund dieses Aufbruches war die 
Uebervölkerung ihrer bisherigen Wohnsitze. Ihre 
Wanderung galt mithin weniger der Erreichung 
geographisch festgelegter Ziele als der Auffindung 
neuer Siedelungsmöglichkeiten.^ 
In dem Winkel zwischen Saar und Prims lag 
Flügel des alten Dlllinger Schlosses mit der Wohnung 
aus der Westseite des Heiligenberges um jene Zeit 
die römische Colonie' Crntisiones, ein Castell 
2. Ranges, wie sie die Römer zur Sicherung ihrer 
Heerstraßen zu gründen pflegten. Der Vormarsch 
der Franken hat jedoch der Römerherrschaft in 
unserer Gegend ein Ende gemacht, und auch das hier 
gelegene Castell fiel der Zerstörung zum Opfer. Die 
durch den Abzug der Römer frei gewordenen frucht¬ 
baren und sonnigen Abhänge des Heiligenberges 
lockten zur Ansiedelung, und da das Trümmerfeld der 
römischen Kolonie am Westabhange des Berges wenig 
einladend aussehen mochte, 
wählte man den Südostabhang 
an den Ufern der klaren und 
fischreichen Prims. Diese neue 
Niederlassung nannte man Dil¬ 
lingen. Wenn es auch ledig¬ 
lich eine Vermutung ist, daß der 
Ort seine Entstehung einem 
fränkischen Edelmann namens 
D i l l o verdanke, so hat doch die 
vergleichende Geschichtsforschung 
längst erkannt, daß die Orte mit 
der Endung „...ingen" durchweg 
fränkischen Ursprunges sind. Um 
welches Jahr diese fränkische An¬ 
siedelung hier erfolgte, läßt sick- 
genau nicht feststellen. Die erste 
geschichtliche Erwähnung Dil¬ 
lingens finden wir in einer aus 
dem Jahr 918 datierten Urkunde 
des Trierer Bischofs Arnoldus, 
wonach Dillingen zu den Pfar¬ 
reien zählte, die dem Kloster 
Mettlach Abgaben zu entrichten 
hatten. 
Während also die Gründer 
und ursprünglichen Be¬ 
wohner Dillingens noch freie 
Bürger waren, finden wir in 
späteren Zeiten die Ein¬ 
wohner Dillingens als „L e i b- 
eigene" gekennzeichnet. Schuld 
an dieser Umwandlung der Ver¬ 
hältnisse war das fränkische 
Wehrgesetz. Nach der noch aus 
Chlodwigs Zeiten stammenden 
Wehrordnung war nämlich jeder 
freie Mann und Grundbesitzer 
zum Kriegsdienst verpflichtet, 
wenn der Krieg eine Volkssache 
betraf. Weil aber die Kriege 
immer zahlreicher und größer 
wurden, empfand man den 
Kriegsdienst mehr und mehr als 
der Gänsearetel" eine drückende Last. Um diese
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.