Full text: 58.1930 (0058)

Vergrößerung aus der anläßlich der Feier anfgenommenen Photographie. — Von Unis nach rechts: 
Herr Obermarkscheider Schlicker, Herr technischer Direktor Sainte Claire-Deville, Herr Ingenieur en Chef DuboU, 
blick auf die verschiedenen Etappen eines Wohl aus¬ 
gefüllten Berufes werfen können. Damals hüben 
wir Sie auch all denen, die Sie umgaben, als Bei¬ 
spiel hingestellt. 
Heute machen Sie einen neuen Schritt vorwärts 
auf diesem Wege des Lebens, auf dem es keinen 
Halt gibt. Sie werden sich nunmehr einige Ruhe 
gönnen! Ich weiß, dies ist für Sie ein harter Ent¬ 
schluß... Der Gedanke an diese zukünftige Ruhe, die 
für so viele andere ein großes Glück bedeuten 
würde, fällt Ihnen schwer — und dazu haben Sie 
sich erst dann ' verstanden, als Ihre inniggeliebte 
Familie Sie immer dringender bat, sich endlich ihr 
mehr wie bisher zu widmen. 
Die Gefühle, welche Sie empfinden, an dem Tage, 
an dem Sie das weite, helle Arbeitszimmer ver¬ 
lassen, in dem Sie so viele arbeitsreiche Jahre ver¬ 
bracht haben, diese Gefühle verstehe und bewundere 
ich. Dort haben Sie ein ganz reines Glück er¬ 
lebt, das Glück der reichlich und gewissenhaft er¬ 
füllten Pflicht! Dort lebten Sie, von den wert¬ 
vollen Archiven umgeben, die Sit geduldig gesam¬ 
melt hatten, und ich möchte gerne hierbei nicht un¬ 
erwähnt lassen, daß wir beide durch dieselbe Nei¬ 
gung für geschichtliche Studien verbunden waren. 
Dort haben Sie sich auch jene Erfahrung der 
Menschen und der Dinge erworben, die aus der 
großen Anzahl der persönlichen Beobachtungen, der 
wohlreiflichen Ueberlegungen herrührt. Dank dieser 
Erfahrung konnten wir immer einen sicheren und 
wohldurchdachten Rat in mancher schwierigen Frage 
bei Ihnen finden. 
Ja! In dieser Atmosphäre der Arbeit haben Sie 
glücklich gelebt! Sie haben zu der Erforschung der 
Raturgeheimnifse in dem reichen Kohlenbecken, dessen 
Kind Sie sind, einen großen Teil beigetragen. Ihre 
persönlichen Arbeiten, Vorträge und Veröffent¬ 
lichungen, Ihre dauernde Sorge für die Verbesse¬ 
rung eines hervorragenden Markscheiderdienstes 
haben die Verwirklichung eines rationellen Be¬ 
triebes ermöglicht. Und zu gleicher Zeit haben Sie 
auch die Gesetze jener bergbaulichen Krankheit, der 
Bergschäden, die sozusagen die Rache der ge¬ 
störten Natur ist, klarlegen können, und Ihre ge¬ 
duldige Arbeit hilft, den schädlichen Einfluß der¬ 
selben zu beseitigen. 
Alle diese Ergebnisse, zu welchen Sie ge¬ 
kommen sind, sind von großer Bedeutung, 
und der saarländische Bergbau wird niemals 
Ihren Namen vergessen. 
Aber ich wäre nicht zu entschuldigen, wenn ich 
eine von Ihren Eigenschaften nicht erwähnte, welche
	        
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