Full text: 57.1929 (0057)

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Zwei Bilder aus der Rettungszentrale der Gruppe Ost auf Grube König. 
Schlosser oder Maurer, vorhanden sein. Die Zahl ist 
jedoch stellenweise überschritten, so daß einschließlich 
der Zentralrettungstruppe etwa 100 ausgebildete Be¬ 
amte und 100 ausgebildete Bergleute usw. pro 
Gruppe vorhanden sind. Die Zentralrettungstruppe 
wird sofort eingesetzt, wenn ein Ruf der Unter- 
stationen sie erreicht. Die Zentrale ist dann in der 
Lage, gleichzeitig große Mengen an Munition und 
Ersatzteilen an Ort und Stelle zu bringen. Jedem 
Zentralrettungstrupp sind zwei Heilgehilfen zugeteilt. 
Es dürfte unsere Leser interessieren, zum Schlüsse 
noch den Bericht eines berufenen und bekannten 
Sachverständigen, des Herrn H a a s e - L a m p e, 
über eine von ihm neulich vorgenommene eingehende 
Revision des Rettungswesens im Saarbergbau zu 
hören*). Es heißt in demselben u. a.: „Alle Stationen 
sind intakt und gut gepflegt. Der Verbrauch an 
Ubungskalipatronen gehört zu dem grö߬ 
ten in Deutschland. Der Ausbildungsgrad der 
Mannschaften ist gut. Alter Korpsgeist hält die Ret- 
tungsleute eng zusammen. Die Leiter der drei Zen- 
tralrettungsstationen 
sind hauptamtlich tätig, 
auch die Gerätewarte. 
Die innere Umstel¬ 
lung der Grubenret¬ 
tungsstationen in den 
anderen Kohlenbecken ist 
auch an der Saar nicht 
ohne Rückwirkung ge¬ 
blieben. Freundlichere 
Farben, gute Wand¬ 
sprüche, zweckmäßigere 
Formen des Inven¬ 
tars, neue Prüfgeräte 
traten auf. Die wirt¬ 
schaftlichen Schwierig¬ 
keiten des Saarberg¬ 
*) „Das Grubenrettungs' 
wesen an der Saar", abgedruckt 
in dem „Dräger-Heft" Nr. 125 
von Januar 1628. 
baues geboten zwar Bescheidenheit; .aber auch hier 
erzwang die Findigkeit der Oberführer, Führer und 
Gerätewarte manchen Fortschritt durch Anwendung 
eigener, einfacher Mittel. In der Gummipflege darf 
die Zentrale Luisenthal besondere Anerkennung be¬ 
anspruchen. 
In der Ubungsstrecke auf Zentrale König ver¬ 
fuhren wir mit dett dienstlich anwesenden Rettungs¬ 
mannschaften eine Leistungsübung zur Feststellung der 
Arbeitsergebnisse in einem Jnjektorgerät Modell 
1910/11 und in einem Dräger-Lungenkraftgerät Mo¬ 
dell 1924. Die Übung bestand im Ansteigen des 
diagonal nach Übertage führenden Mundstollens. Die 
für die ilbung bestimmten Leute wurden ohne be¬ 
sondere Wahl aus dem Rettungstrupp heraus¬ 
gegriffen. Die Fahrt durch die ansteigende Strecke 
ging über breite, schlüpfrige Stufen in aufrechter Hal¬ 
tung des Mannes. Das Ansteigende ist etwa 100 ui 
lang. Der Träger des Jnjektorgerätes erreichte den 
Stollenmund mit entleertem Sauerstoffzylinder und 
übersteigerter Atemtätigkeit. Der Träger des Lungen- 
kraftgerätes verfügte 
noch über eine starke 
Sauerstoffreserve und 
zeigte keine Spuren 
überspannter Anstren¬ 
gung. Der Träger des 
Jnjektorgerätes ' arbei¬ 
tete im Helm, der Trä¬ 
ger des Lungenkraftge¬ 
rätes mit Mundatmung. 
Die Übung zeigte zu¬ 
gleich die typischen phy¬ 
siologischen Vorteil der 
Mundatmung (stärkste 
Begrenzung des Tot¬ 
raums und von außen 
luftumspülte Gesichts¬ 
flächen). Ein Teil der 
libungsstrecke lag zu 
Bruch. Hier erwies sich 
wieder, 'wie wichtig es 
In der Rettungszentrale der Gruppe West in Louisenthal.
	        
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