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Bei Arbeiten in der Übungsstrecke. 
regulieren, der dadurch von der Atemfrequenz 
abhängig wird. 
Je nach der Menge des mitgeführten Sauerstoffs 
unterscheidet man 2-Stundengeräte, 1-Stundengeräte 
usw., wobei als Durchschnitt eine Luftzirkulation von 
75 L.-Min. und eine Sauerstoffabgabe von 2,5 L.-Min. 
zugrunde gelegt ist. Das Gewicht der Apparate be-' 
trägt etwa 16 bis 19 Kilogramm. 
Was den Abschluß von Mund und Nase angeht, so 
unterscheidet man Helm.- und Mundatmung. 
Bei ersterer, bei den Jnjektorapparaten meistens in 
Gebrauch, ist der Kopf, ähnlich wie bei einem Taucher 
(man spricht ja auch hier technisch von G a s t a u ch - 
geräten) von einem Helm luftdicht umschlossen. Er 
schützt einmal das Haupt des Reiters, sodann er¬ 
möglicht er zu sprechen und in gewohnter Weise, das 
heißt durch Nase und Mund, zu atmen. Andererseits 
hat er auch seine Unbequemlichkeiten, indem der Trä¬ 
ger darin nach kurzer Zeit stark zu schwitzen beginnt, 
und das Gesichtsbild durch die Fenster des Helms 
beeinträchtigt wird. Infolgedessen haben andere Kon¬ 
struktionen statt des Helm Masken- oder auch, wie 
z. B. die Lungenkraftgeräle, Mundatmung, d. h. die 
Atmungsschläuche haben ein Mundstück, das zwischen 
Lippen und Zähnen des Trägers sitzt, während die 
Nase durch eine Klemmvorrichtung geschlossen ist. 
Alle Systeme haben also ihre Unbequemlichkeiten; 
es ist daher klar, daß sie im Ernstfall nur von mit 
ihrem Gebrauch durch oft stattfindende längere 
Übungen gut vertrauten und an sie gewohnten Leuten 
mit Erfolg verwandt werden können. Ferner ist es 
selbstverständlich, daß die Apparate ständig sorgfältig 
kontrolliert werden müssen, da das Versagen auch 
nur des kleinsten Bestandteils eine schwere Lebens¬ 
gefährdung für den Retter bedeuten kann. 
Dies ist bei den Saargruben dadurch gesichert, daß 
jede Zentrale zugleich Reparaturstation ist. Die Jn- 
standsetzungsarbeiten werden durch Facharbeiter aus¬ 
geführt. Jedes Gerät der Unterstationen muß min¬ 
destens einmal im Quartal die Werkstatt der Zen¬ 
trale passieren. Um den Gerätebestand der Unter¬ 
stationen vollzählig zu erhalten, werden Reservegeräte 
der Zentrale zum Auswechseln herangezogen. Alle 
Geräte tragen das Kennzeichen ihrer Station und 
eine fortlaufende Nummer. Für jedes Gerät liegt in 
der Zentrale eine Kontrollkarte; darauf ist vermerkt, 
wann das Gerät die Prüfung in der Zentrale 
passierte, wann es in Reserve lag, in welcher Zeit 
es ein Bestandteil der Unterstationen war und wel¬ 
chen größeren Reparaturen es unterzogen werden 
mußte. 
Was die Ausbildung der Retter anbelangt, 
so handelt es sich um Freiwillige, die mit Sorgfalt 
unter den Bergleuten zwischen 25—35 Jahren aus¬ 
gesucht sind, wobei die Eignungsprüfung sich sowohl, 
auf gesundheitliche wie bergmännische Fähigkeiten er¬ 
streckt. Laufend werden jedes Jahr bei jeder Gruppe 
15—20 Leute ausgebildet. Ferner sind alle tech¬ 
nischen Beamten mit der Handhabung der Gasschutz¬ 
geräte, welches Thema ja auch die Bergschule be¬ 
sonders in ihren Lehrplan aufgenommen hat, ver¬ 
traut. Die Ausbildung ist eine theoretische und prak¬ 
tische und gliedert sich in einen Unterricht für die 
Technik der Geräte, in praktische Unterweisungen für 
ihre Handhabung und Prüfung, sowie in einen Un¬ 
terricht über die unter Tage anzutreffenden Gase 
und alle physiologischen Fragen, die beim Geräte¬ 
brauch und bei der Wiederbelebungsarbeit von Wich¬ 
tigkeit sind. 
Die' praktischen Übungen, an denen die ein¬ 
zelnen Retter in voller Ausrüstung teilnehmen, er¬ 
folgen regelmäßig in jedem Monat sowohl über Tage 
in der Rauchkammer mit einer fiktiven Arbeit 
an besonderen Geräten, wobei die erzielten Leistun¬ 
gen sorgfältig registriert werden, als auch unter 
Tage, wobei eine wirkliche Arbeit, wie sie der Ernst¬ 
fall erfordern würde, ausgeführt wird. Besondere 
Übungs st recken dienen dieser Ausbildung. 
Was die Zahl der Rettungsmannschaften angeht, 
so sollen bestimmungsgemäß auf jeder Division 
8 ausgebildete Beamte und 8 ausgebildete Bergleute, 
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