Full text: 56.1928 (0056)

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Mb. 1. Eine typische rheinische Braunkohlengrube. — „Zukunft" bei Erschwerter. 
Die rheinische Braunkohle, ^ 
er von Saarbrücken durch die Eifel nach Köln 
fährt, gelangt gleich hinter Euskirchen in ein ihm 
ungewohnt anmutendes Gebiet. Der Boden ist 
in dem kargen, zerfressenen Wald braunschwarz; über¬ 
all auf den Bahngeleisen sieht er Waggons stehen, be¬ 
laden mit Briketts, deren Farbe nicht das ge¬ 
wohnte glänzende Schwarz seiner heimischen Kohle 
zeigt, sondern ein stumpfes Dunkelbraun. — 
Ihr Staub scheint die hanze Gegend zu bedecken. 
Zwischen den einzelnen Bahnhöfen, auf denen über 
Rutschen die Briketts in die davorstehenden Güter¬ 
züge prasseln, reihen sich Lagerschuppen und Fabriken;" 
Staub auch hier überall, bei Regen ein scheußlicher 
Schlamm. Dann plötzlich weichen die Fabrikschorn¬ 
steine zurück, und in dem zerfressenen Walde öffnet 
sich ein weites, tiefes Loch — und ein Mitfahrender 
belehrt den Fragenden, das sei eine „Braunkohlen¬ 
grube". — Eine Grube? — Jawohl! — Nicht, 
was er zu Hause darunter versteht, kein Bergwerk 
gewohnter Art mit Fördergerüsten und hohen Schacht- 
und Nebengebäuden — nein, eine Grube im wah¬ 
ren Sinne des Worts, ein tiefes, großes Loch, aus 
dessen Grund Menschen herumkrabbeln, sodaß es aus¬ 
sieht, als wollten sie hier die panze Gegend „ab¬ 
tragen". — Und an den Steilrändern sieht er auf 
einmal Maschinen stehen, wie er sie bisher nur von 
den Flüssen kannte, — richtige riesige Bagger- 
Maschinen, deren scharsrandige Eimer sich in die 
Wand hineinfressen, sie abschaufeln. — 
Ja, es ist ein T a g eb a u, der hier betrieben wird, 
und was der Reisende hier vom eiligen Zuge flüchtig 
erblickt, ist die typische Form des rheini¬ 
schen Braunkohlenbergbaues. Sie zeigt 
sich auch, wenn er aus anderen Richtungen links¬ 
rheinisch nach Köln kommt. 
Ein solches typisches Bild eines Braunkohlen¬ 
tagebaues zeigt uns unser Bild „Grube Z u - 
kunft bei Eschweiler". (Abb. 1.) Auch die Bilder 
4 und 7 geben einen Begriff. 
Und noch etwas anderes zeigt uns unser erstes Bild
	        
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