Full text: 56.1928 (0056)

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nett, also beinahe soviel, wie heute ein Bremsberg 
monatlich liefert. 
Beim ersten Pariser Frieden (30. Mai 1814) 
war die Grenze zwischen Frankreich und den deut¬ 
schen Ländern bei Bildstock gelegt. Illingen kam 
daher zu gleicher Zeit mit den Gruben Wahlschied, 
St. Ingbert, Wellesweiler und Kohlwald unter 
die örtliche österreichisch-bayerische Verwaltungs¬ 
kommission zu Kreuznach. Im 2. Pariser Frieden 
kam dann der größte Teil des Saargebiets an die 
Preußische Krone. — Illingen und Merchweiler 
wurden dem 2. Bezirk der Saarbrücker Inspektion 
zugeteilt. Nach Ablauf des noch bestehenden 
Pachtvertrags kam auch die Grube Merch¬ 
weiler, die von der französischen Regierung 
am 1. April 1808 den Glashüttenbesitzern Reppert 
und Högel gegen eine jährliche Pachtsumme von 
700 Frs. überlassen worden war, unter die direkte 
preußische Staatsverwaltung. Die Glashütte er¬ 
hielt fernerhin ihre Kohlen zu einem den Ver¬ 
hältnissen entsprechenden Gestehungspreis. Be¬ 
züglich der I Hinge r Grube wurde die Fa¬ 
milie von Kerpen als Privateigentümer wieder 
anerkannt und erhielt 1821 eine Abfindung 
in Höhe von 65.333 Frs. (dabei mußte die Grube 
schon im folgenden Jahre geschlossen werden!). 
Die Grube Illingen zählte damals 1 Steiger 
und 30 Arbeiter. Die Abbaustätten befanden sich 
etwa y* Stunde von Bildstock bei der Landstraße 
Saarbrücken—Qttweiler, etwa 80 m oberhalb des 
Der Btldstockschacht. 
tiefen benachbarten Tales der Merchweiler Glas¬ 
hütte. 10 bis 12 Abbau-Galerien waren in den 
Flözen Sophie (1 Lachter mächtig) und Jacob 
(4 Fuß mächtig) in Tätigkeit. — Die jährliche 
Förderung betrug 3000 Fuder (— 4500 t); da¬ 
von erhielten die Gemeinden Illingen, Genn¬ 
weiler, Wemmetsweiler, Merchweiler, Hüttig¬ 
weiler, Raßweiler und Wustweiler rund 500 als 
„Berechtigungskohlen", die „Rußhütte" und die 
Eigentümer verbrauchten den Rest. 
Die Grube Merchweiler, südlich der Glashütte, 
baute nur ein einziges Flöz, das Ernstflöz, ab und 
zwar durch zwei leicht einfallende Stollen, die 
durch eine Galerie verbunden waren, oberhalb 
welcher die Grube bereits sozusagen erschöpft war. 
Nur einige Arbeiter, je nach den Bedürfnissen der 
Glashütte, waren dort tätig und förderten ins¬ 
gesamt nicht mehr wie etwa 700 Fuder (— 1050 t) 
pro Jahr. 
Die Arbeitszeit betrug damals 12 Stunden, und 
der Lohn 10 gute Groschen. 
Diese lange, mühselige, schlecht bezahlte Arbeit, 
diese so bescheidenen Anfänge, endlich diese dreißig 
Bergleute aus Dörfern der ehemaligen Herrschaft 
Illingen, die heute kleine Städte geworden sind, 
und deren Namen einem so oft entgegentönt auf 
die Frage „woher?" bei der Personalienaufnahme 
der jungen Schlepper, das also sind die Quellen, 
aus denen die Mehrzahl der 8000 Bergleute 
stammt, die aus 
Reden-Itzenplitz 
heute, 100 Jahre 
später, eine der 
größten Gruben der 
Welt machen. 
IIL Grube 
Merchweiler. 
1822, am Ende 
der Konzentration, 
hatte der Berg- 
meister Schmidt be¬ 
schlossen, Illingen 
und Merchweiler 
als eine einzige 
Grube zu vereini¬ 
gen, unter dem 
Namen „Grube 
Merchweiler". Eine 
solche „Konzentra¬ 
tion", deren Not¬ 
wendigkeit sich noch 
heute, in unseren 
Tagen, fühlen läßt, 
ist -eine schöne For¬ 
mel, die bedeutet: 
In den schlechten
	        

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