Full text: 56.1928 (0056)

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eine Grube in ihrem Bann zu errichten, versagt 
wurde. 
Man muß vielmehr den Ursprung des Berg¬ 
baues in dieser Gegend in der Herrschaft Illingen, 
die zwischen der Grafschaft Saarbrücken und der 
Herrschaft Ottweiler lag und den Grafen von 
Saarbrücken lehnspflichtig war, und deren In¬ 
haber die Freiherren von Kerpen waren, suchen. 
Aber auch hier war -es erst 1754, als der Freiherr 
von Kerpen auf Illinger Boden eine herrschaftliche 
Grube anlegte, deren hauptsächlichste Baue sich 
aus das Gebiet zwischen der gegenwärtigen Ge¬ 
meinde Heiligenwald, im Walde, längs des Ab¬ 
hangs, an dem Südverlauf des heutigen Ruß- 
hüttertals erstreckt haben dürften. Desgleichen er¬ 
laubte der Freiherr von Kerpen 1765 den Eigen¬ 
tümern der neuen in Merchweiler errichteten 
Glashütte, Kohlen abzubauen. 
Die Aufsicht über diese Gruben lag dem „Wäch¬ 
ter" des Freiherrn ob, der nach den Instruktionen 
vom 29. Oktober 1768 „darüber wachen sollte, 
daß die Gruben im guten Zustand blieben, und 
daß keine aufgegeben noch auch ein neuer Bau 
eröffnet werden sollte, ohne daß dies der Herr¬ 
schaft angezeigt würde". Für Merchweiler be¬ 
stimmte ein Vertrag von 1776, daß die Glashütte 
auf eigene Kosten die für schmiede unbrauch¬ 
baren Kohlen abbauen durfte, soweit sie sie zur 
Deckung des eigenen Bedarfs ge¬ 
brauchte, aber nicht mehr. 
Der Abbau er¬ 
folgte durch Gale¬ 
rien längs des Sto¬ 
ßes. Man brauchte 
noch kein Spreng¬ 
pulver, und der 
Transport erfolgte 
mittels Schubkar¬ 
ren. Als Beleuch¬ 
tung dienten für 
diese Arbeiten Öl¬ 
lampen mit offe¬ 
ner Flamme; 
Schlagwetter wa¬ 
ren noch unbe¬ 
kannt. 
Illingen lieferte 
Kohle für den 
Hausbrand, für 
Schmiede usw. und 
für die, Kalkbren¬ 
nerei. Von 1790 
an erhielten die 
Gemeindeein ge¬ 
sessenen der Herr- 
fchaft die Kohlen 
ebenfalls als „B e- 
rechtigungs- Eingang zur Grube Reden. Schacht 4 und 5. 
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kohle"*) zu ermäßigten Preisen. Gegen Ende 
des Jahrhunderts echand eine Rußfabrik 
mit 5 Öfen nahe bei der Illinger Grube, und diese 
Ruß Hütte gab dem Tal seinen Namen. Der 
erzeugte Ruß diente zur Ölfarben- und zur 
Druckerschwärzenfabrikatiom Mai 1793, bei der 
französischen Besitzergreifung, fanden die Rechte 
der Freihorrn von Kerpen an den Gruben ein 
Ende. — Was Merchweiler angeht, so 
führte die Glashütte den Abbau ohne Änderung 
fort. 
Illingen hingegen wurde zunächst durch 
das alte Grubenpersonal als Regiebetrieb für 
Rechnung der französischen Republik weitergeführt, 
und später**) der Gefellschaft Equer verpachtet 
für die Summe von 1 000 Livres pro Pachtjahr 
(ein Beweis dafür, daß die Illinger Grube nur 
eine geringe Bedeutung hatte, wo doch der Pacht¬ 
vertrag insgesamt 71000 Livres Jahreszahlung 
vorsah). 
Die Illinger Grube teilte dann das Schicksal 
der übrigen erst von der Gesellschaft Equer, dann 
von der II. Regie des Kaiserreichs verwalteten 
Saargruben. Die Förderzahl nahm zu; die Grube 
Illingen bekam jetzt eine gewisse Bedeutung: 1813 
beschäftigte sie schon 35 Bergleute und hatte eine 
Jahresförderung von 2949 Fuder — 4422 Ton- 
*) Stehe den Artikel S. 104 ff. 
**) Contrakt vom 5. Germlncil V — 25. März 1797.
	        

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