Full text: 56.1928 (0056)

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Die Inspektion VI tzeiligenwalü zu Reüen. 
I. Allgemeines. 
ie Inspektion VI der Administration des 
Mines Domaniales Françaises du Bassin 
de La Sarre, die heute den offiziellen Namen 
„Heiligenwald" trägt, hieß früher „Reden" 
und ist unter diesem Namen heute .auch noch all¬ 
gemein bekannt. 
Bekanntlich ist das Saarkohlenbaffin ein sich 
von Nordosten nach Südosten erstreckendes Becken, 
dessen Hauptrichtung durch das Nahetal, dem die 
Eisenbahnlinie Saarbringen—Bingen folgt, be¬ 
zeichnet ist, und desgl. durch die rechtsseitigen Zu¬ 
flüsse der Saar, des Sulzbachs und der Priems. 
Dies Kohlenbecken ist gegen Südosten von einem 
großen Sprunge, „Südsprung" genannt, durch¬ 
zogen. Das ist wahrscheinlich nichts anderes als 
eine liegende Bank, deren Ausläufer sich nach 
Nordosten erstrecken, wo sie zu den benachbarten 
des rheinischen Schieferbeckens auslaufen. Das 
Ganze, von zahlreichen anderen Sprüngen durch¬ 
schnitten, bildet ein weites Schachbrett, wovon die 
Inspektion VI einen Teil im äußersten Osten des 
Beckens ausbeutet. 
Die Grenzen der Inspektion sind die folgenden: 
im Westen der Cerberus- und der Fischbach¬ 
sprung, die sie von den Gebieten der Inspektionen 
IX und X trennen: 
im Osten, der Minos-Sprung, der sie von der 
Inspektion VII trennt; 
im Süden erstrecken sich ihre Arbeiten bis nach 
Heinitz. Die Grenze ist hier nur eine durch Über¬ 
einkunft festgelegte Demarkationslinie: 
im Norden endlich hören die Förderarbeiten 
zurzeit am Ciroesprung aus. Weiter nach Norden, 
das heißt jenseits des Circesprunges, erstreckt sich 
ein weites, noch unberührtes und beinahe noch 
unerforschtes Feld, das aber aller Wahrscheinlich¬ 
keit nach in Zukunft mächtige Grubenanlagen er¬ 
halten und dann jedenfalls einen reichen Ertrag 
liefern wird. 
In ihren Grenzen hat die Inspektion VI das 
Glück, die Saarkohlenformation in ihrem Gesamt¬ 
zustand zu finden. Wir wollen hier kurz noch ein¬ 
mal wiederholen, wie sie sich zusammensetzt. 
Das Saarkohlenvorkommen hat im allgemeinen 
zwei Schichten, die Stephanieschicht und die West¬ 
falenschicht: daraus ergibt sich seine außerordent¬ 
liche Mächtigkeit, die 3500—4000 m erreichen 
mag. — Die Stephanieschicht finden wir in der 
Lagerung, die wiri die Ottweiler Lagerung nen¬ 
nen, und die nur eine ganz kleine Zahl von ab¬ 
bauwürdigen Flözen mit Magerkohle birgt. Die 
Westfalenschicht, die durch die sogenannte „Saar¬ 
brücker Lagerung" dargestellt wird, teilt sich in 
zwei Flözgruppen: und zwar sind dies einmal 
Flammkohlen- und das andere Mal Fettkohlen 
fläze. Die Flammkohlen umfassen die erste Unter¬ 
schicht (die obere Flammkohle) von 250 bis 500 m, 
wo das Kohlenvorkommen ergiebig ist, und wir 
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