Full text: 53.1925 (0053)

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Einer der ersten Kompressoren zur Herstellung 
von Preßluft wurde im Jahre 1873 beim Krug¬ 
schacht installiert. Eisenbeis'sche Schrämmaschinen 
hat man schon 1901 angewendet. 
Die französische 
Verwaltung hat die 
Anwendung des 
Abbauhammers 
und der Schräm¬ 
maschinen weiter 
ausgedehnt: der me¬ 
chanische Abbaube¬ 
trieb hat es ermög¬ 
licht, den Gebrauch 
der Explosivstoffe in 
der Kohle einzu¬ 
schränken. Aber der 
immer größer wer¬ 
dende Verbrauch 
von Preßluft hat 
die Installation 
neuer starker Kom¬ 
pressoren nötig ge¬ 
macht, deren dem- 
nächstige Indienst¬ 
stellung die Förder¬ 
leistung heben wird. 
Die alte Rätter- 
anlage und die 
Wäsche von Abtei¬ 
lung Amelung wur¬ 
den umgebaut: die 
neue Wäsche nach dem System « Rheolaveur » ist 
fertig. 
Die seit 1920 über und unter Tage ausge¬ 
führten größeren Arbeiten beginnen heute 
Früchte zu bringen. 
Die mittlere Tages¬ 
förderung der In¬ 
spektion III (Gru¬ 
ben Amelung und 
Steinbach), die im 
Jahre 1919 nur 
1008 Tonnen be¬ 
trug, ist im Januar 
1923 auf 1222 Ton¬ 
nen und im Dezem¬ 
ber 1923 auf 1635 
Tonnen gestiegen. 
Die Beendigung der 
begonnenen Arbei¬ 
ten wird zusammen 
mit den Neuanle¬ 
gungen, trotz der 
durch die ungleichen 
Lagerungsverhält- 
nisse hervorgerufe¬ 
nen Schwierig¬ 
keiten, dahin füh¬ 
ren, die tägliche 
Förderung zu 
heben, so daß 
schließlich die gleiche 
Förderung wie 
1888 wieder erreicht 
oder sogar noch 
übertroffen wird. 
A. S. 
Schacht Steinbach der Inspektion III zu Von der Heydt. 
Feuchtigkeit der Grubenluft. 
Die atmosphärische Luft enthält stets.etwas Wasser- 
dampf; sie kann um so mehr davon aufnehmen, je wär¬ 
mer sie ist. Enthält die Luft diejenige Menge Wasser, 
die sie bei ihrer Temperatur überhaupt auf¬ 
nehmen kann, so ist sie mit Wasserdampf gesättigt. 
Ihr relativer Feuchtigkeitsgehalt beträgt dann 
100 %; ist sie aber ganz ohne Wasserdampf, so 
beträgt ihre relative Feuchtigkeit 0 %. Die relative 
Feuchtigkeit der Luft wechselt je nach der Jahreszeit 
zwischen 67 % (im Sommer) und 87 % (im 
Winter) und ist im Mittel 77 %. Beim Durch¬ 
streichen der Luft durch feuchte und warme Gruben¬ 
baue wächst nicht nur deren Temperatur, sondern 
die Luft nimmt auch, noch Wasser auf. Wenn sie 
dann beim Verlassen der Grubenbaue mit kälteren 
Gesteinswänden in Berührung kommt, kühlt sie sich 
wieder ab, wobei ihr relativer Feuchtigkeitsgehalt 
steigt, so daß sie fast gesättigt zutage tritt. Inner¬ 
halb der Grubenbaue, wo sie noch höhere Tempera¬ 
tur hatte, besaß sie diesen hohen Sättigungsgrad 
nicht. 
Sehr feuchte Grubenluft übt namentlich bei hoher 
Temperatur einen ungünstigen Einfluß auf die 
Gesundheit aus. Auch in anderer Beziehung wirkt 
diese Luft nachteilig, indem Grubenholz schnell 
fault, das Eisen rostet, Sprengstoffe oft verderben 
und das Liegende stärker quillt.
	        
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