Full text: 53.1925 (0053)

Die Jagd. 
Das Jagdverfah¬ 
ren unserer Troglo- 
dhten ist recht viel¬ 
seitig. Zuerst han¬ 
delt es sich meist da¬ 
rum, einige Fallen 
zu besichtigen. Das 
sind tief in den Bo¬ 
den eingelassene 
Gruben, die mit 
verdeckenden Zwei¬ 
gen belegt sind, so daß die 
Die Freunde Aahrs haben 
Tale einige solcher Fallen 
Iich, dort Wild anzutreffen 
3 kleine Pferde Zeichnungen aus der Grotte der Combarellen. 
(Photo: Publ. Pierre Lafitte, Paris 
Tiere keine Gefahr ahnen, 
in diesem nicht bewohnten 
gestellt; es war also mög- 
Große Felsblöcke 
und Gebüsch erlau¬ 
ben Aahr und sei¬ 
nen Genossen, sich 
verborgen zu halten. 
Bald kommt eine 
kleine Herde von 
Renntieren näher, 
die am Bach ihren 
Durst stillen wollen. 
Einige Leute scheu¬ 
chen die Tiere nach 
einem Pfade, der in 
der Nähe des Hinterhaltes vorüberführt. Jetzt kommen 
die Todesboten von allen Seiten. Aahr hat als einer 
der ersten seine Harpune geschleudert, die pfeifend die 
Luft durchschneidet und, den Lederstrick hinter sich 
Prähistorische Kunst. 
Oben: gravierter Kommandostab: unten: Bison-Statuette. 
Funde aus den Grabungen bei La Madeleine. 
(Photo: Prihi. Pierre Lafitte, Paris.) 
Und wirklich: auf dem 
Grunde einer dieser Fallen 
walzte sich ein schöner Bison. 
Einige Stiche und ein Hagel 
großer Steine machten sei¬ 
nem Leben ein rasches Ende. 
Dieses Jagdglück genügt 
anscheinend unseren Leuten 
noch nicht. Sie untersuchen 
den Boden und entdecken 
Renntierspuren, denen sie 
nachfolgen. Man muß recht 
vorsichtig sein, denn das 
Renntier hat ein feines Ge¬ 
hör und ist äußerst mi߬ 
trauisch. Die Jäger schreiten 
also nur langsam voran und 
erreichen bald eine Lichtung. 
Mammut und Renntier. 
Gravierung in der Grotte der Combarellen. 
(Photo: Puhl. Pierre Lafitte, Paris.) 
herschleppend, eines der 
schönsten Tiere niederreißt. 
Zwei der Tiere bilden die 
Beute. Das noch damp¬ 
fende Hirn eines der beiden 
Tiere bietet man zur beson¬ 
deren Ehrung den zwei 
Stammeshäuptlingen an, die 
es mit unaussprechlichem 
Vergnügen verzehren. 
Aahr ist immer noch nicht 
zufrieden. Er hat sich vorge¬ 
nommen, nicht ohne einen 
kräftigen Pferdeschenkel in 
seine" Höhle zurückzukehren, 
ein Fleisch, aus das seine 
Frau so begierig ist. 
' Da sich die Pferde oft auf
	        
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