Full text: 49.1921 (0049)

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damit auch der Löhne, als nachteilig empfunden 
werden. Denn, daß in absehbarer Zeit wieder 
normale Verhältnisse eintreten müssen und die 
wirtschaftlich überspannten und - ungesunden 
heutigen Verhältnisse nicht dauernd bestehen 
bleiben können, wenn die Welt wieder gesunden 
will, ist als sicher anzu¬ 
nehmen. Die damit eintre¬ 
tende Senkung aller Preise 
läht den Mietwohnungsm- 
haber die Verminderung 
seines Einkommens nicht emp¬ 
finden.- da aber eingegangene 
Schulden nach wie vor verz.nst 
werden müssen, hätte der 
Hausinhaber, der teuer ge¬ 
baut hat, bei geringerem 
Lohne hohe Abzahlungen zu 
machen, die ihm zweifellos 
viele Schwierigkeiten machen 
mühten. 
Wenn vielfach die Meinung 
vertreten ist, dah durch die 
Eigenarbeit des Baulustigen, 
sowie durch Mithilfe von 
Lameraden und Nachbarn, die 
Baukosten auf ein erträgliches 
Mäh herabgesetzt werden könn¬ 
ten. so muh demgegenüber an¬ 
geführt werden, dah solche 
Selbsthilfe durch Ungeübte 
in Selbsthilfe muh berücksichtigt werden, dah für 
die hypothekarische Beleihung des Hauses durch 
Dritte stets eine vollkommen handwerksmähige 
Ausführung des Gebäudes gefordert werden wird, 
womit dieser Selbsthilfe natürliche Schranken ge¬ 
zogen sind. Die mehrfach versuchte Herstellung 
Bild 3: Arbeilermiethäuser an der Provinzialstraße in Jägersfreude. 
Bild 4 : Arbeiternnethmlser an der Kirchhofstraste in Jägersfreude (Hinteransicht). 
fast nur bei den Erd- und Staaker-Arbeiten, 
! ! sowie bei gelegentlichen Fuhrleistungen in Betracht 
kommen, wodurch sich die Baukosten höchstens um 
20 Prozent ermähigen. Bei weiteren Arbeiten 
des Rohbaues durch Nichtbau- 
arbeiter mittels der billigeren 
Bauweise des Lehmpatzen- 
oder Lehmstampf-Baues hat 
sich im Allgemeinen auch nicht 
bewährt. Eine gröhere Sied¬ 
lung im Osten Deutschlands 
hat zum Beispiel durch 
schlechte Witterung derart ge- 
litftn, dah an den Abbruch 
der meisten Häuser gedacht 
werden muh. Die allzu¬ 
grohe Sparsamkeit bei Errich¬ 
tung von Wobngebäuden. 
die dem Menschen 100 Jahre 
und mehr Obdach geben sol¬ 
len, rächt sich schwer. Immer 
wieder muh darauf hinge¬ 
wiesen werden, dah die bis¬ 
herige solide Backstein- und 
Bruchstein Bauweise als die 
dauerhafteste, billigste und in 
der Benutzung angenehmste 
bezeichnet werden muh. Lei¬ 
der fit diese Bauweise heute 
die teuerste und belastet den Hauseigentümer, der 
nicht den gröhten Teil der Hauskosten von anderer 
Seite zinslos erhält, mehr als zulässig. Ein 
einfaches Beispiel möge das hier erläutern:
	        
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