Full text: 49.1921 (0049)

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Als der jüngste der 3 Direktoren der Berg¬ 
verwaltung zeigt unser nächstes Bild Herrn Direc- 
teur du Personnel (Personaldirektor» Leon 
D aum, dessen Name von den leitenden Personen 
bisher am meisten bekannt geworden ist. War er 
es doch, dem in seiner Eigenschaft als Capitame 
im Namen der Heeresverwaltung das schwierige 
Amt oblag, v nn 1. April 1919 ab — nachdem 
er vom 10. Dezember 1918 ab als Adjoint des 
Commandanten Siegler fungiert hatte — bis 
zum Tage der endgültigen Bentzergreffung mit 
einem großen Stabe von Mitarbeitern die Ge¬ 
schälte der Grubenkontrolle zu führen. Wenn 
esHerrnDaum gelungen ist, 
bei dieser veranlwortungs- 
vollen und delikaten Tätig¬ 
keit sich trotz unerbittlicher 
Betonung des ihm vor¬ 
geschriebenen Standpunktes 
die höchste Achtung der 
damaligen Bergbehörde 
und ihrer Beamten zu er¬ 
ringen, so kennzeichnet das 
seine diplomattschen Fähig¬ 
keiten, die in Verbindung 
mit seinem das Vertrauen 
aller erringenden liebens¬ 
würdigen Benehmen man¬ 
che Erfolge zeitigen, die 
anderen . persagt bleiben. 
Das Dezernat des Herrn 
Daum, in welchem mit als 
Hauptpunkte alle Arbeiter- 
und Angestellten-Fragen 
behandelt werden, sodaß 
hier die grundlegenden, 
wichtigen und ungemein 
vielseitigen Angelegenheiten 
des gesamten Personals 
zusammenlaufen, bean¬ 
sprucht eine Arbeitskraft, die die Vertreter der 
Arbeiter und Angestellten sehr oft zu bewundern 
Gelegenheit hatten. In den unzählichen Ver¬ 
handlungen — man denke nur an die niemals 
ruhenden Lohnfragen. die langwierigen Verhand¬ 
lungen für den Uebertritt der Beamtenschaft in 
französische Dienste, Einführung der Franken¬ 
löhnung, die neue Arbeitsordnung usw — die 
sich Herr Daum nicht nehmen ließ, selbst zu 
führen, um stets alle Fäden in seiner Hand zu 
behalten, war die wahre Menschenfreundlichkeit 
eines mit der Materie durch und durch vertrauten 
Mannes auch dann von wohltuender Wirkung, 
wenn nicht alle Wünsche der Arbeiter und An¬ 
gestellten erfüllt werden konnten. Seine vor¬ 
zügliche Kenntnis der deutschen Sprache erleich¬ 
terte den Verkehr mit ihm ganz außerordentlich. 
Neben den umfangreichen Dmktivnsgeschäften 
seines Dezernats erwuchs Herrn Daum in'seinem 
Amte als Vorsitzender des Vorstandes des Saar¬ 
brücker Knappschaftsvereins ein ungemein reich¬ 
haltiges und viel Zeit beanspruchendes Arbeits¬ 
feld. Weiterhin ist Herrn Daum u. a, auch die 
„Office de Ravitaiilemenr, des Mines(0. R. M.)“ 
unterstellt, die ganz selbstverständlich bis vor ganz 
kurzer Ze t eine gewaltige Arbeitslast mit sich brachte 
und die mit der tatkräftigen Hilfe des gewandten 
Chef du Service Herrn 
Auer alle unangenehmen 
Situationen der Waren¬ 
knappheit und Preisschwan¬ 
kung umschiffen konnte. 
Herr Daum ist geboren am 
21. März 1887 zu Nancy. 
Seine bergtechnischen Stu¬ 
dien beendigte er 1911, 
wonach er bis 1914 als 
Ingenieur au Curps des 
Mines in Douai tätig war. 
Im Jahre 1914 (bis zum 
Ausbruch des Krieges) und 
in 1918 (bis zur Ueber¬ 
nahme der Grubenkon¬ 
trolle) war Herr Daum 
als Ohes du Service der 
Gruben in Marokko und 
Vom Juni 1917 bisDezem- 
ber 1917 bei den Gruben 
Von St. Etienne tätig. 
Mögen dem Saarbrücker- 
Bergbau dauernd führende 
Männer beschieden sein, die 
eine Ehre darin seyen, das 
Wohlergehen der ihrer 
Sorge anvertrauten Belegschaft mit den erwarteten 
günstigen Ergebnissen für den Arbeitgeber zu 
vereinen, wie es im Saarbrücker Bezirke von jeher 
üblich war. 
Den Berggeist drunten fürchte nicht, 
Doch den im Busen dein; 
Er schafft, war ohne Gott die Schicht, 
Dir manche Not und Pein. 
LÉON DAUM 
Directeur du Personnel
	        
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