Full text: 43.1915 (0043)

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Ini Jahre (882 verlegte Freiherr v. Stumm seinen 
Wohnsitz nach Brebach, wo er sich auf dem Dalberg 
ein Schloß erbaut hatte, kfier fand nun auch seine 
Gattin ein neues Feld zu ihrer Betätigung in sozialer 
Fürsorge und christlicher Liebcsarbeit, wenn sie auch die 
Neunkirchcr Anstalten darüber nicht vergaß und ver¬ 
nachlässigte. £?ier nahm die Fürsorge für die Arbeiter 
der immer mehr sich vergrößernden b)alberger 6ütte 
sie ganz besonders in Anspruch. Auch hier sind die 
Wohltätigkeitsanftalten aus kleinen Anfängen mehr 
und mehr gewachsen, ähnlich wie in Neunkirchen und 
alle diese Liebesarbeit hat einen Mittelpunkt in dem 
Auguste-Viktoria-Haus bekommen, das zunächst von dem 
Freiherrn v. Stumm als Krankenhaus erbaut worden 
war, das dann, nach seinem Tode und nach der Er¬ 
bauung des neuen zeitgemäß eingerichteten Kaiser- 
Wilhelm-kfospitals von Seiten der kfalbergerhütte, von 
seiner Gattin ihm zum ehrenden Gedächtnis in ein 
Lfaus helfender Barmherzigkeit umgewandelt wurde. 
Hier finden die Kleinsten in der Kleinkinderschule Auf¬ 
sicht und Wartung, hier ist alleinstehenden älteren 
Frauen eine Zuflucht geboten, hier finden Waisen von 
Hüttenleuten ohne Unterschied der Konfession Aufnahme 
und gute Erziehung, hier wird Halbwaisen den Tag 
über ein Heim geboten, daß die Mütter ihrem Verdienst 
nachgehen können, hier wird die heranwachsende weib¬ 
liche Jugend in der Strick- und Nähschule, sowie in 
der Kochschule in allen jenen häuslichen Arbeiten 
ausgebildet, die sie für's spätere Leben verstehen 
müssen, hier bietet eine reichhaltige Bibliothek allen 
Kreisen und Lebensaltern gesunden Lesestoff, von hier 
aus entfaltet eine Schwester eine rege Tätigkeit 
unter den Arbeitern der Halbergerhütte, besonders in 
der Armenpflege. So ist dieses Haus eine Stätte 
großen Segens für Hunderte ^von Arbeiterfamilien 
geworden. 
Freifrau von Stumm hat bei ihrer Fürsorge für 
Arme und Leidende nie nach der Konfession gefragt, 
sondern nur nach dem Grade der Bedürftigkeit. Darum 
hat sie auch in allen Kreisen dankbare Verehrung und 
Liebe gefunden, wie das gerade auch bei ihren: letzten 
Geburtstag wieder in so schöner Weise hervorgetreten 
ist. Aber sie hat auch nie ein Hehl daraus gemacht, 
daß sie mit ganzem Herzen auf dem Boden der evang. 
Kirche stehe. Davon gibt die großartige Stiftung 
Zeugnis, die sie im Jahre x9 i 3 der evang. Gemeinde 
Brebach durch die Erbauung des herrlichen Evangelischen 
Gemeindehauses gemacht hat. 
So hat sich Freifrau von Stumm als eine jener 
Frauen bewährt, denen es Freude ist. Sorgen abzunehmen, 
zu helfen und wohlzutun und die dabei nach dem 
Grundsatz handeln: Lasse die Linke nicht wissen, was 
die Rechte tut. Wer mag die Tränen zählen, die sie 
getrocknet, ohne daß jemand von der Wohltäterin etwas 
erfuhrI Eine treue Verwalterin des geistigen Erbes 
ihres großen Gatten zu sein, liegt ihr besonders am 
Herzen, und bei der Erziehung ihrer Töchter war sie auch 
darauf bedacht, jene Eigenschaften ihnen einzuprägen, 
die ihrem und ihres Gatten Leben die eigentümliche 
Färbung gaben: soziales Verantwortlichkeitsgefühl und 
tiefes Empfinden für des Nächsten Not und Leid. 
Anerkennung für ihr edles Streben und Tun hat 
Freifrau von Stumm reichlich gesunden, sie besitzt den 
Luisenorden (. Klasse, den Wilhelmorden, die 
Rote Kreuzmedaille Klasse u. a. Aber noch 
höher werten wir die Liebe und Dankbarkeit derer, die 
ihre Wohltaten erfahren haben. Möge Gottes 
Sonne ihren Lebensabend recht licht machen. 
^5 Bergmannsdeputatkohle». Welch bedeutender Borteil 
den Saarbergleuten durch die Gewährung der Bergmannsdeputat¬ 
kohlen zum Gewinnungspreise (8 Mark für 1 t) erwächst, zeigen 
nachstehende Zahlen, die den Mindererlös, der durch Abgabe 
der Bergmannsdeputatkohlen der Staatskasse erwächst, für die 
letzten 10 Jahre angeben: 
Mindererlös (—Vorteil der Bergleute) durch Ab¬ 
gabe der Bergmannskohlen: 
1904 — 736 596 Mk. 
1905 — 775 096 „ 
1906 = 820 808 
1907 — 887 229 
1908 = 876 982 
1909 = 861 578 Mk. 
1910 = 911717 „ 
1911 = 888 362 „ 
974 246 .. 
1912 
1913 = 955 540 
Verzeichnis der Ärzte der Familienkrankenfürsorge. 
Name 
Wohnort 
Name 
Wohnort 
Name 
Wohnort 
Or. Breuer 
Saarwellingen 
vr. Keipert S.-R. 
Heusweiler 
vr. Schmitz 
Louisenthal 
„ Berkenbusch 
Altenwald 
„ Kilburg 
Oberkirchen 
„ Schmidt (Max) 
Dudweiler 
„ Büsch 
Illingen 
„ Kiefer 
Blieskastel 
„ Specht S.-R. 
Dudweiler 
„ Bockelmann S.-R. 
Tholey 
„ König (Emil) 
Miltelbexbach 
„ Senge 
Quierschied 
„ Brauneck S.-R. 
Sulzbach 
„ Koch 
Waldmohr 
„ Schneider 
Wiebelskirchen 
„ Bartsch 
Eppelborn 
„ König (Ludwig) 
Ramstein 
„ Sell 
Ottweiler 
„ Bernhard 
Herschweiler 
„ Kuhn 
Ensheim 
„ Schmidt (Ernst) 
Merchweiler 
„ Bohlmann 
Püttlingen 
„ Lemmen 
Völklingen 
„ Scholly 
St. Wendel 
„ Baltes 
St. Wendel 
„ Langguth S.-R. 
„ Ltckteig 
Sulzbach 
„ Schubmehl 
St. Wendel 
Baentsch S.-R. 
Brebach 
Blieskastel 
„ Streff 
Otterberg 
,, Duputs 
Bildstock 
„ Ladner 
Völklingen 
„ Schön 
Sötern 
„ Diedertchs 
Schifswetler 
Maltiffen S.-R. 
Merzig 
„ Spaniol S.-R. 
Illingen 
„ Deilmann 
Dillingen 
„ Melde 
Friedrichsthal 
„ Seiler 
Gersheim 
„ Daubach 
Fraulautern 
„ Magdeburg 
Reden 
„ Staudacher 
Saarbrücken 5 
stscher 
Ludweiler 
„ München 
Neunkirchen 
„ Salm 
Völklingen 
saber 
Berschweiler 
„ Menntng 
Baumholder 
„ Steil 
Heusweiler 
seil 
St. Ingbert 
„ Mathteu 
Saarlouis 
„ Schwabe S.-R. 
Bons 
stedler 
Landstühl 
„ Miller 
Louisenthal 
„ Schroer 
Glanmünchweiler 
(rank 
Dudweiler 
„ Neugebauer S.-R. 
Fraulautern 
„ Thurn 
Fenne 
stchtemayer 
Mittelbexbach 
„ Platzmann 
Püttlingen 
„ Tewes 
Buchenschachen 
Saß 
Schaffhausen 
„ Pracht 
Miesau 
„ Trttlelvttz 
Elversberg 
wldmann 
Lebach 
„ Philippi S.-R. 
Ottweiler 
„ Thiery S.-R. 
Neunkirchen 
»erzog 
Saarbrücken 2 
„ Reich S.-R. 
Hermeskeil 
„ Ullmann 
Homburg 
»arltng 
Kusel 
„ Rammrath 
Bettingen 
„ Winters 
Nohfelden 
(über 
Weiskirchen 
„ Rössing 
Dirmingen 
„ Wolfs 
Neunkirchen 
„ Joachim 
„ Kunschert 
Schwalbach 
Wadern 
„ Reershemius 
„ Sebastian 
Saarbrücken 2 
Beckingen 
„ Wolfs 
Wehrden
	        
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