Full text: 41.1913 (0041)

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Maschine durch kochende Lauge völlig gereinigt 
und durch eine Kippvorrichtung automatisch aus 
der Trommel herausgenommen. Die so ge¬ 
reinigte Wäsche wird hiernach in der Zentrifugal- 
Trockenmaschine mechanisch von einem Teile 
ihres Feuchtigkeitsgehaltes befreit, dann kommt 
sie in den stark geheizten Kulissen-Trockenapparat 
und wird hier fertig getrocknet. Nach Entnahme 
aus letzterem wird die Wasche unter Benutzung 
eines Aufzuges nach dem Mangelraum gebracht, 
wo sie mittelst der Mangelmaschine geplättet 
wird, um alsdann nach dem nebenan liegenden 
Wäschemagazin gebracht zu werden. 
Die gesamte Gebäudeanlage ist großartig um¬ 
rahmt und mit einem eisernen Zaun eingefriedigt. \ 
Die 4 Einzelhäuser der Schlafhausanlage 
sind von 240 Bergleuten bewohnt, wovon auf 
die beiden ersten je 64 und aus die beiden letzten 
je 56 Mann entfallen. 
Zur Unterhaltung und Belehrung der Be¬ 
wohner ist eine reichhaltige Bibliothek vorhanden, 
welche gern und viel benutzt wird. 
Aus alledem ersieht man, in welch fürsorg¬ 
licher Weise die Bergverwaltung sich das Wohl 
ihrer Arbeiter angelegen sein läßt und keine 
Kosten gescheut hat, auch denjenigen Bergleuten, 
welchen es nicht vergönnt ist, die Wohltaten 
eines eigenen Heims nach jeder Schicht zu ge¬ 
nießen, für eine geringe Entschädigung gleich¬ 
wertigen Ersatz zu bieten. 
Von unserem Kronprinzen. 
Fast fünfundzwanzig Jahre steht Friedrich Wil- elastischer und in den Grundsätzen tatfroher Lebens¬ 
helm von Preußen als Kronprinz an der Stufe bejahung erzogener Mann, der auf dem steilen Weg 
des Throns, und wenn nach menschlicher Voraussicht zur Throneshöhe des Lebens Fordern nicht vergaß und 
das Schicksal seine Wege wählt, werden Silberfäden als Fürst und Mensch der Welt und ihrem Wesen 
verständig Rechnung trug. 
Im Schatten eines welt¬ 
bewunderten und weltbe¬ 
schäftigenden Vaters ist 
Kronprinz Friedrich Wil¬ 
helm dem Volk mehr als 
Mensch, denn als einstiger 
Erbe der Krone vertraut 
und lieb geworden, und wie 
einst sein Großvater in 
den Tagen seines hellsten 
Glücks, sieht auch er des 
Lebens reinste Freuden im 
Kreise der Familie und 
im Zauberreich des stillen 
Heims. So mancher Zug 
äus dem Dasein eines 
glücklichen Gatten und 
Vaters, manche kleine Epi¬ 
sode ans dem Familien¬ 
leben des kronprinzlichen 
Paares kennzeichnet den 
Erben der Krone als einen 
mit glücklichster Seelen¬ 
harmonie Begnadeten, der 
auch auf der „steilen Höh', 
wo Fürsten steh'n," dem 
Leben nicht fremd geworden 
ist, sondern mit Hellem Auge 
und fröhlichem Herzen 
seinen Pfaden folgt. Der 
Erbe einer Kaiserkrone 
hat verantwortungsvolle 
Der Kronprinz beglückwünscht den Sieger eines Unteroffizier-Preisreitens des 1. Leibbusaren-Regi- Pflichten, und der Kraft 
ments in Langsuhr nnd überreicht ihm einen Silberpotal. Rechts, im Pelz, die deutsche Kronprinzessin, und dem Ehrgeiz der 
Der deutsche Kronprinz als Regimentskommandeur. . Jugend bietet das Empor¬ 
wachsen zur Weisheit eines 
sem Haar dnrchblinken. ehe die Last einer Krone sein Herrschers genügend Raum zu ernster Arbeit und ehr- 
Haupt drückt. Was wir vom Erben des Kaiserzepters tichem Streben. Friedrich Wilhelm ist sich dieser 
wissen, macht den nun auf der Schwelle zum vierten Pflichten voll bewußt. Und als einen Mann des 
Dezennium seines Lebens Stehenden uns schon rein Pflichtbewußtseins ehren wir in ihm den künf- 
menschlich wert und sympathisch: Ein jugendfrischer, tigen Träger der deutschen Kaiserkrone!
	        

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