Volltext: 41.1913 (0041)

hiesigen Gegend diese mit Vorliebe gleichzeitig 
als Wohnraum benutzt. 
Einige Ansichten 
der Kolonie nüt ihren 
schmucken, sauberen 
Häusern und Straßen 
geben ein annäherndes 
Bild von den guten 
Wohnungsverhält¬ 
nissen der Bergleute, 
die das Glück hatten, 
einedieserWohnungen 
zu erhalten. 
EinzugleicherZeit 
auf Grube Maybach 
erbautesDreifamilien- 
haus für Arbeiter ist 
auf dem letzten Bilde 
dargestellt. 
Die Arbeiterfürsorge der Kgl. Bergwerks¬ 
direktion aus deni Gebiete des Wohnungs- uno 
Ansiedelungswesens ist allgemein anerkannt. 
Drei verschiedene Wege sind es, auf welchen sie 
in ihrem Verwaltungsbezirk versucht hat, die 
Wohnungsver¬ 
hältnisse der Ar¬ 
beiterzuverbessern. 
Zunächst wurde die 
eigene Bau¬ 
tätigkeit der 
Arbeiter durch Ge¬ 
währung von un¬ 
verzinslichen Dar¬ 
lehen und Bau¬ 
prämien angeregt 
und gefördert. 
Dieses System, 
welches im Saar¬ 
brücker Bezirk schon 
seit mehr als 50 Jahren das herrschende gewesen 
ist, hat ausgezeichnete Erfolge auszuweisen und 
hier in seiner Eigenart einen hohen Grad von 
Vollkommenheit erreicht. Sodann wurden vom 
Staat als Arbeitgeber Häuser neuerbaut oder 
durch Kauf erworben, um den Arbeitern miet¬ 
weise überlassen zu werden, ein Verfahren, 
welches zwar ebenfalls 
schon seit einer Reihe 
von Jahren ausgeübt 
worden ist, aber erst 
in letzterer Zeit 
größere Ausdehnung 
anzunehmen beginnt, 
seitdem in dem so¬ 
genannten Fünfmil¬ 
lionenfonds (Gesetze 
vom 13. August 1895, 
2. Juli 1898, 23. 
August 1899 und 
2. Juli 1900) allge¬ 
nreine Staatsmittel 
für derartige Zwecke 
bereitgestellt wurden. 
Endlich wurden für diejenigen sehr zahl¬ 
reich vorhandenen Arbeiter, welche ihren stän¬ 
digen Wohnsitz weiter außerhalb des eigentlichen 
Grubenbezirkes in entlegeneren Ortschaften bei¬ 
behalten, in der Nähe der Gruben auf 
Werkskosten 
Schlafhäuser 
erbaut. Auch diese 
Einrichtung ist eine 
Eigentümlichkeit 
des Saarbrücker 
Bezirks tnrd reicht 
hier Mit ihren 
Anfängen eben¬ 
falls bis in die 
Mitte des abge¬ 
laufenen Jahr¬ 
hunderts zurück. 
Sie hat wesent¬ 
lich dazu beige¬ 
tragen, bei deut ungemein schnell steigen¬ 
den Bedarf an Arbeitskräften eine wirk¬ 
same Heranziehung des ackerbautreibenden 
Hinterlandes zur Verstärkung der Belegschaft 
zu ermöglichen. 
^ Lokomotivförderung unter Tage. In den letzten Jahren 
gewinnt die Lokomotivförderung unter Tage nnmer größere Aus¬ 
dehnung. Während in anderen Revieren vereinzelt auch Loko¬ 
motiven Verwendung finden, die durch Dampf oder Druckluft 
angetrieben werden, die an den End- oder Anfangsstationen in 
den Sammelbehälter der Lokomotive gepreßt werden, kommen 
für das Saarrevier nur Benzinlotomotiven oder elektrische 
Maschinen in Frage. Je länger die Förderstrecken sind, um so 
geeigneter sind sie für die Einrichtung der Lokomotivförder¬ 
ung, je billiger stellt sich diese. Für beide Arten von Loko¬ 
motiven bedarf es wegen ihrer Gefahr hinsichtlich der 
schlagenden Wetter besonderer Vorsichlsmatzreaeln, deswegen 
behält sich laut Bergpolizeiverordnung das Oberberaamt die 
Genehmigung für Lokomorivförderanlagen unter Tage für 
den einzelnen Fall vor. Gegenwärtig überwiegt die Zahl der 
in Betrieb befindlichen Benzinlokomotiven die der elektrischen 
Maschinen. Tie Benzinlotomotiven sind in einer Stärke von 
12 und 8 PS. gebräuchlich. Eine Beuzinlokomotive von 12 PS. 
vermag bis zu 80 beladene Wagen zu ziehen. Man gibt neuer¬ 
dings der Lokomotivförderung immer mehr den Vorzug gegen 
die Seil- und Ketlenförderung. Für die Lokomotivförderung 
spricht der Umstand, daß sie auch in den Grundstrecken, die viele 
Krümmungen aufweisen, benutzt werden kann; die Gletskrüm- 
mungen dürfen jedoch über ein gewisses Maß nicht herunter¬ 
gehen, wenn ein Entgleisen der Maschinen vermieden werden soll. 
Feder Knappe voll Bedacht 
Nimm drei Lichtlein mit ln den Schacht: 
Fn der Hand eins, im Kopf eins und eins im Herzen, 
Das find feine drei nie trügenden Kerzen!
	        

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