Full text: 40.1912 (0040)

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Schütze erklärte, nicht weiter schießen zn können, da 
der Laus ihm die Finger verbrenne. Es waren gerade 
fünfzig Patronen verschossen. Sie können sich denken, 
wie die Herren aussahen, als ich ihnen den Lauf 
öffnen ließ, und jener hintere Teil, wo die Haufen von 
„die Routine," sagt er, „ist eine arge Feindin, sie trägt die 
Uniform des Generals, den Rock des Beamten im Kriegs¬ 
ministerium, wie die Jacke des Soldaten, und wehe dem, 
der gegen sie zu kämpfen hat!" Wobei man, nebenbei be¬ 
merkt, auch etwa an den Grasen Zeppelin denken könnte! 
Zunder liegen sollten, so proper war, wie ein ge¬ 
wöhnliches Gewehr, aus dem man ein paar Schuß 
getan hat. Prinz Wilhelm befahl „Weiter schießen," 
als der Lauf wieder etwas kalt geworden war . . . und 
zehn Minuten später war keine Munition mehr da." 
Aber gesiegt hatte Dreyse mit dieser Probe bei 
weitem noch nicht. Immer neue Bedenken und Ein¬ 
wände wurden seiner Erfindung entgegengestellt — 
Erst seit dem Regierungsantritt König Friedrich 
Wilhelms IV., von 1840 ab, ging man langsam, sehr 
langsam mit der Einführung des Zündnadelge- 
wehrs, so wurde es nun offiziell genannt, vor. 
Aber als Prinz Wilhelm von Preußen die Regent¬ 
schaft für den schwer erkrankten Bruder übernahm, war 
kaum die Neubewaffnung der Linien-Jnfanterie voll¬ 
endet, und erst in der schweren Zeit der Reorganisation
	        
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