Full text: 40.1912 (0040)

liven mit Oberleitung) wegen der damit ver¬ 
bundenen Schlagwettergefahr oder zu großen 
Abmessungen ausgeschlossen ist. 
Während die Lokomotiven mit Oberleitung 
oft große Kosten verursachen durch die bei ihrer 
Einführung bedingte Erweiterung des Strecken- 
querschnittes und die Herstellung geeigneter 
Schutzvorrichtungen gegen das Berühren der 
blanken Fahrdrähte, und Druckluftlokomotiven 
zu groß sind, erfordern die Akkumulatoren¬ 
lokomotiven keine besonderen Arbeiten zur Her¬ 
richtung der Strecken. 
Jede Akkumulatorenlokomotive ist mit zwei 
Batterien ausge¬ 
rüstet, von denen 
eineaufgeladen wird, 
während die andere 
sich auf der Fahrt 
befindet. Durch eine 
einfache Abrollvor¬ 
richtung (System 
Böhm) kann in 
wenigen Minuten 
der Austausch der 
Batterie durch einen 
Mann erfolgen. Die 
Ladetische, von denen 
mindestens einer 
mehr vorhanden sein 
nmß als Lokomo¬ 
tiven im Betrieb sind, 
werden dicht neben 
dem Geleise im Lade¬ 
raum aufgestellt. 
Bis vor kurzer 
Zeit waren beim 
Bergbau nur Akku¬ 
mulatoren - Lokomo¬ 
tiven im Betrieb, die mit einer durchschnittlichen 
Geschwindigkeit von 3 Metern pro Sekunde eine 
Nutzlast von 10—15 Tonnen fortbewegten und 
durch einen Führer bedient wurden. Die Be¬ 
strebungen, den kostspieligen Betrieb mit Pferden 
möglichst einzuschränken, die Handarbeit des 
Schleppers durch Maschinenkraft zu ersetzen lind 
die hohen Förderkosten zu vermindern, gaben 
den besonderen Anlaß, kleine führerlose Lokomo¬ 
tiven zu bauen, die infolge ihrer kleinen Ab¬ 
messungen und ihres geringen Gewichtes ohne 
weiteres in den Nebenstrecken an Stelle von 
Pferden verwendet werden können. 
Die ersten Lokomotiven dieser Art, soge¬ 
nannte „Bergochsen"*), sind seit etwa einem Jahr 
*) Siehe „Bergmannsfreund" 1910 Nr. 140—144. 
auf Flöz Amelung der Grube Bon der Heydt 
im Betrieb. Die guten Erfahrungen, die während 
dieser Zeit gesammelt wurden, haben dazu 
geführt, noch weitere Maschinen dieser Art 
zu beschaffen. 
Die betriebsfertigen Lokomotiven haben ein 
Gewicht von 2,5 Tonnen und leisten bei einer 
durchschnittlichen Geschwindigkeit von 1 Meter 
pro Sekunde 80 Tonnenkilometer in der 
achtstündigen Schicht. Die Arbeit des Führers 
wird durch einen über die Maschine hinaus¬ 
ragenden Bügel ersetzt, der beim Anstoßen an 
ein Hindernis die Stromzuführung unterbricht. 
Führerlose Akkumulatorenlokomotive. Schieben von Wagen. 
die Lokomotive elektromagnetisch bremst und fast 
augenblicklich zum Stillstand bringt. Derselbe 
Bügel löst auch die Bremse wieder und schaltet 
den Motor selbsttätig ein, sobald das Hindernis 
beseitigt und die Strecke zur Fahrt frei ist. 
Der Betrieb mit den führerlosen Lokomo¬ 
tiven gestaltet sich folgendermaßen: die Maschine, 
deren neu aufgeladene Akkumulatorenbatterie 
zum Zurücklegen einer Strecke von zirka 10 
Kilometern ausreicht, wird am Förderschachte 
vor den Leerzug gehängt (12—16 Wagen), der 
Bügel nach vorne ausgelegt, und die Lokomo¬ 
tive läuft ohne jede Wartung bis zum nächsten 
Anschlagspunkt, wo sie durch eine im Geleise 
angebrachte einfache Blockierung (Förderwagen, 
Stempel, Person) zum Stillstand gebracht wird.
	        

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