Full text: 40.1912 (0040)

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Dauer ihrer Beschäftigung ist nicht erforderlich, da 
den Berginvaliden gemäß § 52 des Knappschaftsstatuts 
freie Kur und Arznei zusteht und dieselben während 
einer Erkrankung ihre Pension erhalten. Berginva¬ 
liden dürfen nur beschäftigt werden, wenn sie sich vorher 
gemäß § 12 der Satzung im Einvernehmen mit der 
zuständigen Armenverwaltung vom Beitritt zur Kranken¬ 
kasse befreien lassen. 
Die Kranken-, Pensions- und Inva¬ 
liden Versicherungskasse «Mitglieder und die 
Kranken- und Jnvalidenversicherungs- 
kassen Mitglied er zerfallen wieder in ihrem Ver¬ 
hältnis zur Krankenkasse in erwachsene Ar¬ 
beiter I. Klasse und in erwachsene Arbeiter 
II. Klasse. Erstere sind solche, welche einen Schicht¬ 
lohn von 3 Mk. und darüber beziehen, letztere die¬ 
jenigen, welche einen Schichtlohn bis zu 3 Mark be¬ 
ziehen. 
Die erwachsenen Arbeiter I. Klasse, welche der 
Kranken-, Pensions- und Jnvalidenver- 
sicherungskasse angehören,sind der L o h n k l a ss e V, 
die betreffenden erwachsenen Arbeiter II. Klasse der 
Lohnklasse III des Jnvalidenversicherungs- 
gesetzes zugeteilt. Die Arbeiter, welche nur der 
Krankenkasse angehören, bestehen aus den jugend¬ 
lichen Arbeitern (im Alter von 14 und 15 Jahren) 
und einem erwachsenen Arbeiter I. Klasse, 
welcher bei den Kraft- und Wasserwerken beschäftigt ist. 
Bon der G e s a m t b e l e g s ch a ft von 52 745 Mann 
sind: 
50450 — 95,65% Kranken-, Pensions- und Jnvaliden- 
versicherungskassenmitglieder, 
76 — 0,14% Kranken- und Jnvalidenversiche- 
rungskassenmitglieder, 
31 — 0,06% Jnvalivenversicherungskassenmitglie- 
der, 
2164 — 4,10% Krankenkassenmitglieder, 
18 — 0,04% zu keiner Kasse beitragspflichtig und 
6 — 0,01% bezahlen Beamtenbeiträge I. Klasse. 
Bon den 5O45O Kranken-, Pensions- und 
Jnvalidenversicherungskassen Mitgliedern 
zählen 38 361 Mann — 76,04% zu den erwachsenen 
Arbeitern 1. Klasse der Krankenkasse und zu Lohn¬ 
klasse V des Jnvalidenversicherungsgesetzes und 12089 
Mann — 23,96 % zu den erwachsenen Arbeitern 
II. Klasse bezw. zur Lohnklasse lll. 
Von der Gesamtbelegschaft sind dem Familien¬ 
stände nach 21377 — 40,53% ledig, 
30858 = 58,50% verheiratet, 
501 — 0,95% Witwer, 
9 = 0,02% geschieden. 
Der vorstehende Prozentsatz für die Verheirateten 
gibt jedoch keinen Anhalt dafür, wieviele Berg¬ 
leute überhaupt heiraten, da bei der Prozentberechnung 
auch diejenigen Leute mitgezählt sind, die ihrem Lebens¬ 
alter nach noch gar nicht verheiratet sein können. 
Ziehen wir von der Gesamtbelegschaft die Leute unter 
21 Jahren ab und berechnen auf den Rest die Anzahl 
der Verheirateten, so erfahren wir, daß von 10 O B e r g - 
teilten über 21 Jahre 78,19 verheiratet sind. 
Diese Zahl der Verheirateren unter den volljährigen 
Bergleuten ist gewiß hoch und zeigt, daß der Sinn 
für Haus und Familie bei unsern Bergleuten noch in 
vollem Maße erhalten ist. Die nachfolgende Tabelle 
zeigt, wie alt die Bergleute bei ihrer Verheiratung 
gewesen sind. 
Es heirateten im Aller von 
unter 24 Jahren 
4961 
Mann 
15,82% 
im Alter von 24 „ 
5 861 
— 
18,68% 
7178 
— 
22,88% 
C-g 
„ 1 26 ' 
5507 
„ 
= 
17,56% 
!§; 
„ » - 9~ " 
3479 
„ 
— 
11,09% 
3D 
„ „ 28 
1970 
„ 
— 
6,28% 
, 29 „ 
966 
„ 
— 
3.08% 
»! 
„ „ „ 30 „ 
652 
= 
2,08% 
„ „ „ über 30 „ 
794 
„ 
= 
2,53% 
An Angehörigen stehen 
30858 Ehefrauen, 
109919 Kinder, 
der 
Gesamtbelegschaft 
2263 zu ernährende Väter, Mütter 
bezw. Großeltern und 
760 zu ernährende Geschwister usw. 
zus. 1438OO Angehörige gegenüber. Auf den 
Kopf der Gesamtbelegschaft kommen durchschnitt¬ 
lich 2,726 Angehörige. Unter Berücksichtigung des 
Umstandes, daß von den 109 919 soeben in Rechnung 
gebrachten Kindern nur 91389 unversorgt sind, 
ergibt sich als Zahl der von der Belegschaft wirklich 
zu ernährenden Angehörigen die Summe von 
125 270 Köpfen. Hiernach stellt sich die Zahl der 
von 1 Arbeiter zu ernährenden Angehörigen 
im Durch schnitt auf 2,375 Köpfe. Wenn wir 
aber einmal genauer erfahren wollen, wieviel Kinder 
durchschnittlich eine Bergmannsfamilie aufweist, so 
müssen wir die Kinderzahl nur auf die Verheirateten, 
Witwer und Geschiedenen beziehen und wir erhalten 
hiernach — 3,6 Kinder, also auf 10 Verheiratete 
35 Kinder. Durch den staatlichen Saarbrücker Berg¬ 
bau beziehen — einschl. der Belegschaft — 178015 
Menschen direkt ihren Lebensunterhalt. Da 
aber zur Regelung des allgemeinen Wirtschaftslebens 
Handwerker, Gewerbetreibende usw. nötig sind, kann 
man die Zahl der direkt oder indirekt vom staatlichen 
Saarbergbau Lebenden auf mindestens % Million 
veranschlagen. 
Die neueste Belegschaftsaufnahme zeigt wieder, daß 
es vielen Knappen in anerkennenswerter Weise ge¬ 
lungen ist, neben dem Lebensunterhalt ein erhebliches 
Sümmchen zurückzulegen und sich dafür Haus, Hof 
und Garten und das nötige Kleinvieh anzu¬ 
schaffen. Als Hauseigentümer finden wir 19428 — 
36,83° o, als Besitzer von Feld und Wiesen 
10151 — 19,25° «,. Hauseigentümer und Be¬ 
sitzer von Feld und Wiesen sind 9428 — 17,87%. 
Nur Hauseigentümer sind 10000 — 18,96% der 
Gesamtbelegschaft bezw. 51,47% sämtlicher Hausbesitzer. 
Nur Besitzer von Feld, Wiesen usw. sind 
723 — 1,37% von der Gesamtbelegschaft, bezw. 7,12° o 
sämtlicher Besitzer von Feld, Wiesen usw. Weder 
Hauseigentümer noch Besitzer von Feld, Wiesen usw. 
sind 32 594 Bergarbeiter — 61,80% von der Gesamt¬ 
belegschaft. Diese immerhin ein günstiges Bild ab¬ 
gebenden Prozentzahlen sind nun in der amtlichen 
Statistik korrekterweise auf die ganze Belegschaft 
bezogen. Ein zutreffenderes Bild von den Besitzver¬ 
hältnissen unserer Bergleute erhalten wir indessen, 
wenn wir nicht die ganze Belegschaft, sondern nur 
die Belegschaft nach Abzug der minderjährigen 
Arbeiter zu Grunde legen. Hiernach machen die 19428 
tauseigentümer 48,43%, die Besitzer von 
eld, Wiesen usw. 25,30%, die Hauseigentümer 
> und Besitzer von Feld, Wiesen usw. 23,50%
	        

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