Full text: 40.1912 (0040)

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Dem obersten Bergberrn. 
UJo dei Bergmann tief unten die Kohlen gräbt, 
Da regt es lieh rings in der Runde, 
Im Rlutqualm Schlot um Schlot erhebt 
Sein Raupt mit dem feurigen Schlunde. 
tUohl siehst du da droben das laute Gewühl, 
Doch das Blut in den Adern, das emsig und schwül 
errafft, das bleibt dir verborgen. 
ÜJir holen verstohlen 
Aus der Liefe die Kohlen, 
Aus der dunkeln Dacht an den Morgen. 
einst waren wir Deutsche uns selber genug, 
Mir bauten bescheiden den Acker; 
Und was er im Heist und im 6ifer uns trug, 
Uerzebrten wir sorglos und wacker. 
Da wuchs uns die Kraft, Million um Million 
enttproh unserm Uolke, da bangten wir schon: 
Das Brot, es wird uns zu teuer. 
Mir Knappen, wir holen 
Aus der Liefe die Kohlen, 
Und schüren ein mächtiges Feuer. 
Und das Feuer es schmilzt die 6rze zu Stahl, 
Das die nervigen Arme uns schmieden; 
Und nun strömt es hinaus in unendlicher Zahl 
ln die Melt, die wir ängstlich gemieden; 
Und schafft uns Achtung von Meer zu Meer, 
Aus allen Ländern strömt Segen uns her 
Und füllt uns das Raus und die Scheuer. 
Mir Knappen, wir holen 
Aus der Liefe die Kohlen, 
Mir wecken das heilige Jener. 
Und kamen wir später als Bris und Franzos', 
Und schien auch die 6rde vergeben, 
Doch kommen wir recht und ringen uns los 
Hon der Melt ein schönes Stück Leben. 
Und ist wer als zäh unermüdlich bekannt, 
Der wird gewiß ein Deutscher genannt; 
Auch uns ward ein Platz an der Sonne. 
Mir aber, wir holen 
Aus der Liefe die Kohlen, 
Und freu’n uns in heimlicher UJonne. 
Mer hat uns den Meg in die Hielt gezeigt? 
Mer rief uns zum Kampf auf die Mögen? 
Auf erzgepanzertem Kiele steigt 
Die Flagge, vom Rauch umzogen, 
Und leuchtet in glänzendem Schwarz-Meiß-Rot. 
Mir aber vertrauen getreu in den Lod 
Dem mächtigen UJegeweifer. 
Mir Knappen, wir holen 
Uerstolrlen die Kohlen, 
Und rufen: „Roch lebe der KaiserI“ Max Crone.
	        

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