Full text: 33.1905 (0033)

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Zwei Ansichten des Oberbergamtsgebäudrs\n Bvrnl a. Rh.') 
^^as Königliche Oberbergamt zu Bonn 
^ bildet eine von bcu 5 Provinzialbehörden 
— Breslau, Halle, Clausthal, Dortmund und 
Bonn — der Preußischen Berzverwaltung, 
die dem Ministerium für Handel uiib Gewerbe, 
bezw. dessen besonderer Abteilung für Berg-, 
Hütten- und Salinenwesen unterstehen. Die Be¬ 
fugnisse der Oberbergänner erstrecken sich sowohl 
aus den staatlichen, als auch aus den privaten 
Bergbau; in erster Linie sind sie Verleihungs¬ 
behörden. Ans Grund einer den gesetzlichen 
Erfordernissen ent¬ 
sprechenden Berufung 
wird von ihnen die 
Verleihung des Berg¬ 
werkseigentums aus¬ 
gesprochenen gewissen 
Fällen kann letzteres 
voll ihnen auch wieder 
aufgehoben werden. 
Des weiteren haben 
die Oberbergämter 
das Polizeiverord- 
nungs recht Ulld üben 
die polizeiliche Über¬ 
wachung des ge- 
samtell staatlichen ulld 
privaten Bergbaues, 
einschl. der Aus- 
bereitungsanstalten, 
der bezgl. Dampfkessel, 
Triebwerke ulld der 
Salinen in zweiter 
Instanz aus, während 
die erste Instanz hier¬ 
für die Bergrevier¬ 
beamten bilden. Schließlich liegt den Oberberg¬ 
ämtern die Aufsicht über die konzessionierten 
Markscheider, die Knappschaftsvereine, die 
Bestätigung des die Verfassung der Gewerk¬ 
schaften festsetzenden Statuts und die Über¬ 
wachung der Bergschulen ob. 
Mit dem raschen Emporblühen des ge¬ 
samten rheinischen Bergbaues und der 
riesigen Ausdehnung, den derselbe besonders in 
den letzten Jahrzehnten genommen hat, waren 
auch die Geschäfte des Königl. Oberbergamtes zu 
Bonn derartig gewachsen, daß die Räume des 
alten Oberbergamtsgebäudes den Anforderungen 
nicht mehr ensprechen konnten. Immer mehr machte 
sich das Bedürfnis nach einem Neubau fühlbar. 
Im Ministerium für Handel itnb Gewerbe 
hielt man ebenfalls die Errichtung eines ganz 
neuen Oberbergamtsgebäudes für notwendig. 
Durch Erlaß vom 28. Februar 1899 lvurde an- 
geordnet, daß die nötigen Vorermittelungen 
eingeleitet werden sollten. Am 1. April 1901 
wurde der Herr Regierungsbaumeister Ludwig 
Hercher mit der Bauleitung des Neubaues be¬ 
auftragt. Der Neubau ist auf dem Oberberg- 
amtsgrundstück zwischen dein alten Dienstgebäude 
und der Konviktsstraße, ringsum freistehend, er- 
Ansicht des Oberbergamts von der Uonviktsstraszc ans. 
richtet; seine Hauptfront ist dem Rheine zuge¬ 
wandt. Der Haupteingang führt in das sogenannte 
Erdgeschoß, über dem sich nur ein Stockwerk 
Ulld ein Mansardengeschoß ausballen, während 
es das starke Gefälle und die Terassenabsätze 
nach denl Rheine zu mit sich bringerl, daß unter 
ihm noch zwei Geschosse, ein Zwischengeschoß und 
eill Untergeschoß liegen. In diesen vier Ge¬ 
schossen — ohne die Dachränme — galt es, 
rund 80 Räume unterzlibringen. Das Ober¬ 
geschoß enthält die Arbeitszimmer für den Herrn 
Berghauptmann Vogel, die Mitglieder des Kol- 
') Die Beschreibung ist auszugsweise der Festschrift zur Ein¬ 
weihung des neuen Oberbergamtsgebäudes von Regierungsbaumeister 
Ludwig Hercher entnommen.
	        

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