Full text: 33.1905 (0033)

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tigen Luftzuges schnell trocknen. Zur Beaufsichtigung 
und Reinigung der Badeanstalten sind Bademeister 
mit Gehilfen angestellt. Die Baderäume werden mit 
Dampf geheizt. Die Benutzung der Bäder durch 
die Bergleute geschieht unentgeltlich. 
Unsere vorstehenden Bilder zeigen uns die Außen- 
und Innenansicht der Badeanstalt auf den 
Viktoriaschächten des Steinkohlenbergwerkes 
Gerhard. Die Badeanstalt hat eine lichte Länge von 
30 m, bei 16,6 m Tiefe und einer Höhe vom Fußboden 
bis zum Dache von 6,50 m. In dieser Badeanstalt 
befinden sich drei Räume für römisch-irische Bäder, 
(Schwitzranm, Duschenraum und Erholungsraum). 
Einen guten Blick in das Innere gewährt unsere 
zweite Abbildung, welche von erhöhtem Standpunkte 
aus ausgenommen wurde und einerseits die Einteilung 
der Badezellen von oben, andererseits die Aufbe¬ 
wahrung der Kleider veranschaulicht. Die Zellen find 
in 2 Gruppen von je 20 Stück aufgestellt, über jeder 
Zelle befindet sich ein schmiedeeiserner verzinkter 
Brausearm mit Bentilabsperrhahn, Gegengewicht und 
verzulkter Zugstauge, mit der das Öffnen bezw. Schließen 
des Ventils an der Brause bewirkt wird. Die Nummer¬ 
schildchen für die Kleiderhaken der Bergleute sind auf 
den Kopfleisten der Banklehnen angebracht. 
Um eine möglichst große Helligkeit im Innern des 
Baderaumes, der durch die aufgezogenen Kleider in 
der Beleuchtung sehr beeinträchtigt wird, herbeizuführen, 
hat man möglichst viele breite und hohe Fenster in 
den Umfassungsmauern und in der durchlaufenden 
Dachhaube angebracht. 
Die Heizung geschieht durch Dampsheizkörper, die 
Beleuchtung durch vier elektrische Bogenlampen. 
Die Gesamtkosten des Gebäudes belaufen sich 
auf rund 50000 Mk. 
Zur Zeit stehen auf 22 Schachtanlagen Badean¬ 
stalten für die Bergleute im Gebrauch, welch' letztere 
die Wohltat der täglichen gründlichen Reinigung und 
des Duschebades immer mehr empfinden und von dieser 
schönen Wohlfahrtseinrichtung den ausgiebigsten Ge¬ 
brauch machen. 
Die Kasferkrüchrn auf den Wmgl. Saargruben. 
m den Bergleuten Gelegenheit zu geben, ein 
billiges Frühstück in guter Beschaffenheit sich 
zu verschaffen und dieses in einem behaglichen, im 
Winter gewärmten Raume 
einzunehmen, sind seit dem 
Jahre 1886 auf ver¬ 
schiedenen Gruben in der 
Nähe der Schachte Kaffee¬ 
küchen eingerichtet wor¬ 
den, die im Anschlüsse an 
die Konsumvereine oder 
durch eine besondere eigene 
Verwaltung geleitet 
werden. 
Während die Kaffee¬ 
küchen vielfach in den 
Schlafhäusern oder in 
sonstigen Grubengebäuden 
untergebracht sind, befin¬ 
den sich andere in beson¬ 
deren, aus eigenen 
Mitteln erbauten Gebäu¬ 
den. Zu den letzteren ge¬ 
hört die nebenstehend bild¬ 
lich zum Abdruck ge¬ 
kommene Kaffe ekü che zu 
M ayba ch. Im Erdge¬ 
schoß befinden sich ein 
geräumiger, Heller Auf- 
euthaltsraum für die Berg¬ 
leute von 123,5 gm Größe, 
eine Kochküche mit An¬ 
richteraum und zwei 
Räume für die Bergbe¬ 
amten. ^ Im oberen Stock 
liegt ein größerer Saal und die Wohnung für den 
Lagerhalter. Die Preise für die Speisen und Getränke 
(Kaffee, Bier und Selterswasser) sind äußerst gering 
bemessen. So kostet eine Taffe Kaffee ohne Zucker 2, 
mit Zucker 3 Pf., eine Flasche Selterswasser 4 Pf., 
> Liter Bier 5 Pf., > 10 Pf. usw. 
Im ganzen Saarrevier sind bis jetzt 27 Kaffee¬ 
küchen eingerichtet, die sich alle eines starken Besuches 
zu erfreuen haben. Auch diese Kaffeeküchen bedeuten 
Kaffecküchc auf Grube Maybach. 
eine große Wohlfahrtseinrichtung und zeigen, wie sehr 
die Bergbehörde in jeder Weise auf das Wohl der 
Bergleute bedacht ist. 
Reine Erkenntnis ist so bitter 
Als solche, gewonnen im Ungewitter.
	        

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