Full text: 33.1905 (0033)

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Hauer und Schlepper vor Ort. 
3ch bin ein Bergmann, kennt Ihr meine Zeichen? 
Mit Schlägel und mit (Eifeit tret' ich an. 
Im Schaß der (Erde unter wucht'gen Streichen 
Zeigt Lergmann's Mut, wie viel er leisten kann. 
Mb finst're Mächte drohen. 
Nie sind wir feig geflohen, 
Was Gatt auch schickt, empfangen wird's getreu, 
Gin echtes Bergmannsblut kennt keine Scheu. 
wie unsre Väter in die Grube fuhren, 
Sa fahren wir „Glück auf! Glück auf!" froh ein. 
Und folgen ihren segensreichen Spuren, 
CCief unter Tag ins Felsenherz hinein. 
Weiln wir das Fäustel schwinaen, 
welch' silberhelles Klingen! 
was droben keines Menschen Auge schaut. 
Mb ringshermn^auch"^einde"uns mnlauern, 
Uns ist nicht bang, wir fteh'n zu Gott und Reich 
Stets unerschütterlich wie Festungsmauern 
Und halten stand nach jedein bösen Streich. 
Den alten Bergniannsglauben, 
Den soll uns niemand rauben. 
Den Vätern gleich, wir halten fest daran: 
Daß Bergbau's Segen nie erlöschen kann. 
Laßt uns die harten Hände alle reichen. 
Auf Du und Du geht's, Bruderherz schlag' ein, 
wir woll'n eilt treues Völkchen ohnegleichen. 
Erprobte Diener deutscher Wohlfahrt sein. 
(Einst half im großen Kriege 
Des Saarrevier' Sohn zunr Siege; 
wohlan, was damals ward erkauft mit Blut, 
Das Kaiserreich sei unser höchstes Gut. 
Des Bergmanns gleist im finstern Schachte baut. 
wie auf der Geimatsscholle wir geblieben 
An guten Tagen, soll's an bösen sein; 
Mb auch die Rot, was fremd war, hat vertrieben, 
wir halten aus, wir fahren weiter ein, 
In Gottes höchstein Schutze 
Der bösen Macht zum Trutze. 
„Glück auf! Glück auf!" nach Nacht folgt Sonnenschein 
_ Die Saarbcrgleute müssen Bergleut' sein! 
(Noch dem „lNuurfelder Bcrgbote.") 
Der bergmännische Beruf unter Tage zählt nicht zu denjenigen Betrieben, die die Neugierde der Touristen zu oft heraus¬ 
fordern, und dem ist es wohl zuzuschreiben, daß Maler und Bildhauer denselben nicht an Ort und Stelle studierten, um ihn 
bildnerisch zu verwerten. 
Umsomehr freut es uns, daß ein junger Künstler, ein Sohn unserer Gegend, Gelegenheit nahm, den Bergmann in 
seinem Berufe vor Ort zu beobachten und das Gesehene plastisch darzustellen. Der zu Riegelsberg geborene Bildhauer 
Friedrich Friedrich, welcher als Knabe schon ein viel versprechendes Talent in figürlichen Darstellungen bekundete, erhielt seine 
erst- Anleitung von dem Meister Burger zu St. Johann und besuchte sodann, nachdem er abwechselnd Sommers in verschiedenen Großstädten 
Searbeitet hatte, im Winter die Kunstakademie in München zu eifrigem Studium. Die von uns hier wiedergegebenen, aus seiner Hand 
ervorgegangeneu Plakette, von welchen Herr Schichtmeister Chambalu—Bon der Hepdt die wohlgelungene Photographie auf¬ 
genommen hat, zeigen den Hauer und Schlepper bei ihrer Arbeit in kraftvollen Gestalten und bekunden auch für den Nichtberg- 
mann in verständlicher Weise, wie jene mühevoll die schwarzen Diamanten dem Innern der Erde entreißen.
	        
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