Full text: 23.1895 (0023)

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alt er auch unter Mühen und Schmerzen werde. Nun . 
zeigt mir Gott einen Weg, früh und raſch in die ewige : 
Seligkeit einzugehen, ſollt' ich da nicht folgen und , 
Euch ker. guten Herrn erhalten? Gönnet mir's, denn . 
es muß ſein.' .. 
Uls die Multer ihren Ernſt ſah, begann sie weinend: 
„Liebes Kind, gedenke doch der Schmerzen, die ich 
Deinetwegen erlitten habe, und laß mich bessern Lohn 
t r Dr vr y r L 
Du biſt unſere Wonne, das ſchönſte und beſte Kind 
weil und breit. Daß Dein Vater und ich gerne leben, 
das kommt durch Dich. Was soll uns Ehr' und An-. 
ſehen, Geld und Gut, wenn Du uns fehlteſt? wenn 
Dein Blut daran klebte? Der Honig würde uns 
vergällt. Gedenk' auch an Dich ſelber. Du biſt noch 
ſo jung, einſam hier aufgewachſen im Wald, weißt 
kaum von Spiel und Tanz, und die Welt iſt ſo reich 
und ſchön, hat der Freuden ſo viel nach meinem 
Willen sollst Du noch viel frohe Tage und Jahre und 
einſt an der Seite eines wackern Mannes Kinder und 
Kindeskinder ſehen, die Dich ehren, lieben und erfreuen, 
wie Du bis auf dieſe Stunde uns gethan". . . .. 
„Liebſte Mutter," antwortete Beatrix und.. küßte 
ihr Hand und Mund (denn Ffie war herbeigekommen , 
aus ihrem Kämmerlein) ,,ich weiß, wie lieb Jhr mich 
habt und was ich Euch beiden verdauk’; Gott mög's 
vergelten! So thut denn auch das Lehte und Beſfte 
an mir: laßt mich hingehen, so lang' ich Eurer Liebe 
nicht unwert bin. Die Weltluſt hat mich auch gelockt. 
Aber sie iſt vergänglich, wie ein Rauch, sie iſt trügeriſch, 
wie eine leichte Blumendecke über moderndem Sumpf =
	        
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