Full text: 22.1894 (0022)

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„Gewiß, Emmchen, und Du kriegst das größte 
Stück“, erwiderte er lachend und muſterte eilfertig die 
verſchiedenen Ueberraſchungen. „O das ſchöne Buch 
mit den prächtigen Bildern ~ und der Pelzkragen 
und die neue Mütze — alles von Dir, kiebe Mutter ! 
Und hier die Schlittſchuhe, fein, Halifax !“ 
„Von mir“, ſprach Bruder Heinrich. 
„Siehst Du die Pulswärmer denn aar nicht an ?“ 
schob Emma fajt beleidigt ein ; „die hab' ich Dir gestrickt !“ 
„Ich zieh' sie ſogar an, und das heute noch!“ 
beruhigte er ſie. 
„Nach meinem Geschenke wirst Du Dich vergeblich 
umſchauen“, sagte der Vater, „ich konnt’ es unmöglich 
hier auf den Tiſch stellen. Aber vergeſſen hab' ich 
Dich nicht.“ Arnold horchte geſpannt, von einer frohen 
Ahnung ergriffen. „Du biſt im ganzen brav und 
folgſam gewesen, hast Dich bemüht, Deine Hefſtigkeit zu 
dämpfen; Dein Lehrer ~ der Dir übrigens heute keine 
Stunde geben soll (Arnold grinste vergnügt) ist mit 
Dir zufrieden. Da hab' ich mich denn, obgleich die 
Ausgabe groß iſt für einen ſo kleinen Kerl und bei 
den schlechten Heiten – da bab’ ich mich doch ent- 
ſchlosſen, Deinen Lieblingswunſsch zu erfüllen: Du ſollſt 
Deinen Pony haben. Noch heut’ Nachmittag trifft 
Edelstein hier ein mit einem Pferdchen, das er in 
seinem Briefe ſehr rühmt, und wenns uns gefällt, so 
kauſ' ich es Dir.“ 
„Hurra!“ rief Arnold überglücklich, und warf sich 
dem gütigen Vater an die Bruſt. 
„Und ich gebe Dir Sattel, Zaum und Reitpeitſche 
dazu,“ iyrath Karl, der älteste, ſchon am Geſchäſt be- 
teiligte Bruder.
	        
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