Full text: 21.1893 (0021)

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Mufte fie ausdnabmdweife einmal aud) bei ber
Bedienung der Säfte helfen, fo fprad) fie kein un.
nötiges Wort, horchte nicht neugierig auf die Unters
haltung, goß den Leuten Keinen Tropfen (über bie
Kleider und ftieß nicht an die Stühle an, dagegen
fab fie aufmerfjam mad ‘dem Rechten und erriet
manden Wunjd), ehe er ausgejprodjen war. So
batte fie einft einem älteren Herrn, der das Abende
brot auf feinem Simmer einnehmen und fid ben
Thee felbft bereiten wollte, alles Nötige Heraufge-
bracht unb, faum wieder im Hausflur angelangt,
einem Lindener Gejchäftsfreund des Fremden bie
Bimmernummer befjelben angegeben.  Sleid darauf
wurde uben gejchellt. Sie eilte bin. „Noch eine
Taffe, Kind; Herr Müler trinft mit“, fpra Kaufe
mann Wobenbad.

„Hier!“ fagte Lotthen und ftellte Zajje unb Zeller
mit Befted auf ben Tijd.

»Ei, bas geht ja rajfh!” rief der Frembe erftaunt,
„wie fonntejt Su mijjen —“

„Sch hab’3 vermutet und Ihnen das Warten und
mir einen Weg erfpart.”

„Sehr gut! Uber warum bielteft Du bie Zaffe
anfangs hinter Deinem Rüden verborgen ?”

Qottdjen wurde rot. „Sie konnten ja doch etwas
anderes verlangen und dann folten Sie mich nicht
audladen.” |

Nun ladten alle drei. „Du bift wirllid ein
Huges und gewandtes Madden”, fprad Herr Roden.
bad); „wähle Dir morgen in Herrn Müllers Laden
auf meine Rechnung eine Schürze aud.” |
	        

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