Full text: 21.1893 (0021)

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bift meine Befte; um dein Fortfommen ift. mir gar
nidt bang.

Mehr Sorge madte ihm fatbden. Sie war auf.
fallend fon, dazu begabt und lebhaft, aber fid) biejer
Vorzüge aud gar zu jehr bewußt. Bor bem ftrengen
Vater nahm fie fi nod) ziemlid) in ADHt, ohne ifm
gang tüujden unb jebe Rüge vermeiden zu Können;
die jdwddere Mutter und die Gejdwifter dagegen
batten dfter unter ihre Nedluft und Laune zu leiden.

AB Lotthen fünfzehn Fabre alt war, jaf Holder
an einem Frühlingsabend im Schenkzimmer des Gaft-
bofs ,Bur 9toie" hinter einem Slaje SBier, bod) nidpt
als zahlender Gaft. Zu jeber pajjenben 9rbeit millig,
batte er e8 übernommen, in feinen freien Stunden
die balbverfallene Grotte im Garten ber Mofe aus-
subefjexn und jo wader gefhafft, daf die Æirtin ibn
nidt obne eine mubíberbiente Grquidung Geimgeben
ließ. ‘ Bu dem füblen Trunte ward ihHnt jo eben aud
nod ewm mit faltem Braten belegted Butterbrod ge»
bracht, und zwar von einem wohlgekleideten jungen
Mädchen, in dem er zu feinem Erftaunen die Tochter
eines Oberfteigerd erfannte und hHöflig begrüßte,

„Wie kommt denn Fräulein Ever8 her? fragte
er, al8 bie junge Dame das Bimmer mieber per»
fajjen Datte.

„Die ift ja Ihon über zehn Monate Bier," ber»
t bie Wojenmirtin. „Habt Ihr fie nod) nicht ge-
feben? Sie fommt freilid nur au&nabmérmeije hier
in bie Stube, und Jbhr gar nidt; fie bleibt meijt,
wo fie bingebôrt, in der Küche. Sie lernt foden
bei mir.“
	        

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