Full text: 21.1893 (0021)

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Der Kantor Leberecht und fein dank-
. barer Shüler in Amerika.

Ne: alte 70 jabrige Lehrer Lebereht ftebt eines
Tages in bem wobhlgepflegten Garten vor feinem
©dulbaufe und bindet felbftgesogene Edelrofen am,

Das freunblidje Gefidjt be8 mürbigen Erziehers ber
Syugenb, au8 meídem eim paar treue blanke Wugen,
jonít fo frifd unb frübfid im bie fdjóne Gotte&melt
bliden, bat Beute einen etwad traurigen Bug. Der
einzige Sohn, den unferm Leberecht jeine treue, erft
in fpâtem Lebensalter geheiratete Lebensgefährtin ge»
jdentt hat, ein blühenber tüchtiger Junge von 20 Jahren,
befinbet fid) auf ber llniperfitüt unb bat feinem alten
fBater geldorieben, ba8 e8 ibm trop aller Entbehrungen,
bie er fid auferlegt, trof aller Privatftunben, bur&
melde er fid) einen Nebenverdienft zu verfdaffen judt,
nicht möglich jei, mit dem geringen BujduB, bem er
von zu Haufe erhält, auszutommen. Der alte Lebe-
recht weiß, daß fein Sohn recht hat. Er weiß aber.
nicht, woher das Geld nehmen. Er überlegt hin und
ber, rednet im Kopfe immer wieder an jeimen Gin»
nahmen und Ausgaben herum, kommt aber immer
wieder zu dem unerfreuliden Refultat, daß ihm noch
60 bis 70 Thaler fehlen, um jeinem Sohne durch das
dritte und legte Üniperfitát&jabr Binburd) zu Helfen.

So flieht er da, feine Lieblinge pflegend und Zrauer
erfüllt fein treued Vaterherz.
	        

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