Full text: 20.1892 (0020)

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Aus der Dorwerks-Wache. 
cs) steh' in eis'ger Winternacht 
So einsam auf der Borwerks-Wacht 
Und denke an die nächste Rand, 
Die selbst im Winter uns nicht schont. 
Im Wachemantel eingehüllt. 
Man weniger die Kälte fühlt; 
Doch regt im Magen sich Etwas 
Und keineswegs gar wohl thut daS 1 
Doch denk ich: Scpple, sei gescheidt, 
Die Ablösstunde ist nicht weit. 
Dann legst du dich anf's linke Ohr 
Und träumst von ihrem Scheunenthor, 
Wo du zulcpt sic noch geküßt, 
Die dir so manche Stund versüßt. 
O, brächte sic seht Wurst und Bier! — 
Da naht der Rondeoffizier, 
Verschwunden ist des Hungers Schmerz 
Das Sehnen nach des Schätzle's Herz, 
Es ruft, als wären Feinde nah' 
Der brave Krieger sein: „Wer da?" 8. 
Deutscher Spruch. 
Ein Vogel an seinem Munde spart, 
Damit er seine Jungen bewahrt. 
Also sollen wir sparen an unserem Munde 
Und helfen den Armen zu aller Stunde 
Des Menschen Finger sind gespalten, 
Daß er soll geben und nit behalten.
	        

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