Full text : 20.1892 (0020)

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fahrt  erwartete.  Als  sie  den  dicken  Privatier  sitzen
sah,  rief  sie  freudig:
„Jessas!  Der  Herr  Schnoflberger  is  aa  da!  —
Ja  grüiß  Enk  Gott,  kennt's  die  Wirtin  vo  Seeham
nimmer'?*  Dabei  bestieg  sie  keuchend  daS  Coupü  und
nahm  an  des  Wurzensepp  Stelle,  der  ausgestiegen
war,  Platz.
Auch  lch  wollte  bis  zum  Abendzug  in  Miesbach
bleiben,  zog  jedoch  vor  nach  Thalham  zu  fahren  und
von  dort  den  hübschen  Weg  nach  Weyarn  hinaus  zu
gehen  und  dort  zu  übernachten.
Der  Privatier  begrüßte  die  Frau  ziemlich  kalt;
er  dachte  wohl  nicht  mehr  daran,  daß  die  Wirtin
früher  gar  viel  in  seinem  Spezereiladen  bestellt  und
ihn  in  der  Sommerfrische  mit  Familie  auf's  Freund»
liebste  bewirtet  hatte.  Herr  Schnoflberger  war  ja  kein
Spezereihändler  mehr,  sondern  Pnvatier  und  Alpen-Vereins-Mitglied.

,No,*  fragte  die  gesprächige  Wirtin,  ,wia  geht's
der  Frau  und  die  Kinder,  Herr  Schnoflberger.*
»Alles  wohl!"  erwiderte  der  Angeredete  und  gähnte.
„Geh',  Wirtin",  tagte  dos  hübsche  Mädchen,  „plag
Di  mit  dem  faden  Herrn  net,  der  hat  sich  am  Wendelstoa
  an  Humor  verstaucht."
Die  Wirtin  lachte,  der  Privatier  aber  sagte  zu
seinem  Reisekollegen:
„Warum  sind  wir  nicht  zweiter  Klaffe  gefahren,
jetzt  sehen  Sie,  daß  ich  recht  batte."
„Sie  sind  durch  die  verunglückte  Bergpartie  verstimmt,
  lieber  Schnoflberger,"  erwiderte  der  Freund,
„sonst  würden  Sie  als  Landsmann  dieser  Leute  nachsichtiger
  sein."
            
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