Full text: 20.1892 (0020)

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Beim offnen GlaSschrank siht die Fliege 
Und freuet sich schon neuer Siege, 
Denn fitsten Honig schnitt sie drin'. 
Der Schüler greift zum Meterstabe: 
„Ter Glasschrauk »verde dir ¿um Grabe!" 
So ruft er wütend und haut ¿n! — 
Die pfiicfl' ist fort! Die Gläser klirren, 
Die schönen Dasscnscherben schwirren, 
Im Schrank ist alles hin im Nu! 
Iept fängt der Aermste au zu klagen: 
„Was wird dazu die Mietfrau sagen'? 
Ihr eigen ist'S, was ich zerstört!" 
Doch kaum gesprochen, nahe» Tritte 
Die Trepp herauf, er kennt die Schritte, 
Nach Flüche schon der Arme Hort. 
Die Alte schreit und weint und krächzet, 
Der arme Bergbauschnler ächzet 
lind deitkt an's leere Portemonnaie; 
Nur Eine fiht vergnügt bei Scherben, 
Die ihm gebracht all' das Verderben, 
Die Fliege! £, sie that ihm tveh! . 8. 
Deutsche Sprüche. 
Man kann sehr viel Glück haben und doch nicht 
lich seilt. 
Po» gewissem Weh, von gewissen Wunden 
Können wir nie wieder ganz gcsutlden. 
Nach gewisser Tage himmlischem Schein 
Können wir nie mehr ganz elend sein.
	        

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