Full text: 1.1873 (0001)

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unter das Bügeleisen kam. Elise hakte längst aufge¬ 
hört, sich zu verwundern, glücklich, wie berauscht arbei- , 
tete sie mit ihrer gütigen Helferin um die Wette, und 
sah voll Entzücken, wie ihr Haus und ihre Habe mit 
jedem Augenblicke schöner ward. An Alles legten sie , 
ihre fleißige Hand, Möbel und Kleider, Schuhe und 
Strümpfe gingen hübscher und besser daraus hervor. ' 
Nun deckte die Puppe den Tisch und pflanzte oben 
ein kleines Christbäumchen auf. Es war im Nu präch- H 
lig geschmückt, auch Martin's Tabakspfeife lag darun¬ 
ter, und ein halb Pfund vom Besten dabei. Nun hob 
sie den glänzenden Kupferkessel auf's Feuer. „Wenn 
dein Mann kommt," sagte sie, „so empfang' ihn mit 
einem freundlichen Gesichte und einem warmen Kaffee; 
und Mittags koch' ihm eine gute Suppe, ein brav 
Stück Fleisch liegt ja noch im Korbe, ich weiß es, 
hab' ich doch lange genug dabei sitzen müssen. Und 
r;eht einmal wieder selbander in die Kirche; die Nach¬ 
barin gibt so lange auf die Buben Acht. Und Abends 
kracht Nüsse und trinkt zusammen ent Glas Punsch 
dazu!" — 
„Jeden Abend?" fragte Elise, schon wieder so hei- ! 
ter, daß sie schalkhaft würde. — 
„Nun sollst du gar nicht mittrinken," schalt die 5 
Puppe und schlug sie sanft auf den losen Mund. „Ihm 
-aber, dem fleißigen Martin, hol' jeden Abend ein Glas 
Bier, und freu' dich, wenn's ihm schmeckt und er aus 
dem Wirthshaus bleibt. Keif' aber auch nicht, wenn 
er 'mal hineingeht, das kommt einem ordentlichen 
Manne zu, der nüchtern wieder herauszugehen weiß. 
Sei immer freundlich und milde, reinlich und ordent¬ 
lich, sparsam und thätig, dann stehen Euch noch goldene
	        
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