Full text: 8.1953 (0008)

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November 1953 
3.Verbandstag des LV.Eisenbahn 
Eduard Walter einstimmig zum 1. Vorsitzenden wiedergewähit 
Verlauf und Gesamtergebnis des Kongresses 
Aiu 6. und 7. November versammelten sieh in der Festhalle in Dudweiler 160 Delegierte de* 
IV Eisenbahn, um den 3. Verbaudstag abzuhalten. Der Kongreß nahm von Anbeginn an 
einen harmonischen Verlauf. Die Bedeutung des Kongresses ging weit über den Rahmen einer 
reinen Verbandstagung hinaus. Das bewies schon die Teilnahme von Vertretern zahlreicher 
Brudergewerkschaften und anderer Gäste. Koll. Eduard Weiter wurde einstimmig zum 1. Vor 
sitzenden wiedergewähit. 
Wer tvassenbericht ergab eine erfreu 
liche finanzielle Bilanz des Verbandes. 
Ein Referat des Landtagspräsidenten Peter 
Zimmer über die Aufgaben der Gewerkschaf 
ten im staatspolitischen und gesellschaftspoliti 
schen Leben beschloß den ersten Tag. 
Eine ausgiebige und fruchtbare Diskus 
sion am Samstagvormittag befaßte sich be- 
houders eingehend mit den Forderungen bezüg 
lich Abschluß des Tarifvertrages, der Einfüh 
rung des Betriebsverfassungsgesetzes, sowie der 
Mitbestimmung — auch in der Wirtschaft. Von 
verschiedenen Rednern ist die strikte parteipoli 
tische Neutralität des Verbandes herausgestellt 
worden. Zu dem Saarproblem vertraten die 
Redner einmütig die Auffassung, daß die Saar 
in ihrem derzeitigen Status kein Hindernis für 
die Europäisierung sei. Sic müsse zu einem Mitt 
ler für ein geeintes Europa werden. 
ln seinem Schlußwort befaßte sieh Kollege 
Weiter mit den in der Diskussion vorgebrachten 
Beschwerden und Unzulänglichkeiten bei der 
Eisenbahn. Den Hauptgrund für die berechtigte 
Kritik erblickte der Redner darin, daß cs im 
mer noch kein Mitbestimmungsrecht gibt. Für 
die Jugend innerhalb des l.V. Eisenbahn sagte 
er für das Jahr 1954 die Durchführung eines 
großzügigen Programms zu. 
Zum 2. Vorsitzenden des l.V. Eisenbahn wur 
de Kollege Alois F 1 ä t g e n wiedergewählt. 
Lohnabschluß in der Brauereiindustrie 
Am 20. Oktober 1953 wurde mit der Braue- 
reiiudustrie des Saarlandes ein Abschluß getä 
tigt, der die Löhne der gewerblichen Arbeitneh 
mer neu regelt. Wenn uns auch der Lohntarif 
Doch nicht in allen Punkten befriedigt, so 
Stellt er doch zweifellos gegenüber der bisheri 
gen Regelung einen erheblichen Fortschritt dar. 
Bisher bestanden in jeder Lohnkategorie drei 
Gruppen (Mindestlohn, mittlerer Maximallohn 
und Höchstlohn), eine Einteilung, die noch aus 
den Zeiten des Lohnstops stammte und mit Ein 
führung des Tarifvertragsrechtes, das die freie 
Regelung der Löhne und Gehälter zwischen den 
Sozialpartnern gestattet, natürlich völlig ihren 
Sinn verloren hatte. 
Wir sagten es schon, der Neuabschluß befrie 
digt uns keinesfalls auf der ganzen Linie, und 
es wird unsere Aufgabe sein, in der Zukunft 
hier noch einige Korrekturen zugunsten der Ar 
beitnehmer durchzusetzen, was um so eher ge 
rechtfertigt sein dürfte, als es sich bei der 
Brauereiindustrie um einen Gewerbezweig han 
delt, der sieh in einer äußerst günstigen Situa 
tion befindet. Immerhin liegen die jetzt festge 
legten Mindestlöhne doch noch über den bis 
herigen Höchstlöhnen des alten Lohntarifes. Es 
bleibt abzuwarten, wie sich der Neuabschluß 
bei den Effektivlöhnen auswirken wird, was je 
doch erst daun möglich sein wird, wenn die 
Lohnstatistiken des Statistischen Amtes für Ok 
tober und November dieses Jahres vorliegen 
werden. Erst diese Zahlen werden ein klares 
Urteil gestatten, ob der Vertragspartner in der 
Tat die soziale Haltung aufbringt, die er bei 
jeder Gelegenheit zu betonen beliebt. 
Nachstehend bringen wir den Lohntarif r 
§ 1 
Basis des Lohntarifes. 
Die Basis (Koeffizient 100), auf der sich die 
Koeffizienten der Arbeitergruppen aufbauen, 
wird mit Wirkung vom Inkrafttreten dieser 
Vereinbarung auf 87 Frs. Stundenlohn bei 40- 
stündiger Wochenarbeitszeit festgelegt. 
§2 
Lohntarifvertrag. 
Tätigkeit: 
1. Arbeiter und Arbeiterinnen, welche weniger 
als 6 Monate in der Brauindustrie arbeiten. 
Koeff.: 120, Mindeststundenlohn: 104.40 Frs. 
2. Arbeiter, welche ununterbrochen seit mehr als 
6 Monaten, aber weniger als 3 Jahre, io der 
Brauindustrie arbeiten, Arbeiterinnen, wel 
che mehr als 6 Monate in der Brauindustrie 
arbeiten. Koeff.i 130, Mindeststundenlohn 
113.10 Frs. 
3. Arbeiter, welche eine zusammenhängende be 
rufliche Tätigkeit von mehr als drei Jahren 
in der Branindustrie nachweisen können. 
Koeff: 140, Mindeststundenlohn: 121.80 Frs. 
I. V. Groß- und Einzelhandel 
4. Angelernte Brauereiarbeiter, wie Biersieder, 
Maschinisten, Heizer, Kraftfahrer. Bierfahrer 
und sonstige Spezialarbeiter, welche kein 
Lehrzeugnis nachweisen können und mehr als 
drei Jahre ununterbrochen im Beruf arbeiten. 
Koeff.: 150, Mindeststundenlohn: 130.50 Frs. 
5. Handwerker aller Art, welche ein Lehrzeug 
nis nachweisen können und unter 21 Jahre 
alt sind, ferner Kraftfahrer, welche als sol 
che über 10 Jahre im gleichen Betrieb ar 
beiten. Koeff.: 155, Mindeststundenlohn 
134.85 Frs. 
6. Handwerker aller Art, die in dem erlernten 
Handwerk tätig sind und über 21 Jahre alt 
sind, wie Brauer, Maschinisten und Heizer 
mit Lehrzeugnis oder Facharbeiterprüfung, 
Maschinisten und Heizer der Gruppe IV, 
welche als solche über 10 Jahre im Betrieb 
arbeiten. Koeff.: 160, Mindeststundenlohn 
139.20 Frs, 
7. Handwerker mit Meisterbrief oder gleichzu 
achtender Ausbildung, sowie Fach- und Spe 
zialkräfte der Gruppe VI mit besonderen 
fachlichen Qualifikationen. Koeff.: 190, Min 
deststundenlohn 165.30 Frs. 
Diese Mindeststundenlöhne sind Stundenlöh 
ne, unter den kein Arbeiter seiner Kategorie be 
zahlt werden darf. 
Für die Einstufung ist allein die Tätigkeit im 
Betrieb maßgebend. 
Die im Rahraentarifvertrag vom 22. Oktober 
1952 § 2, Seite 2, genannten Zuschläge für 
Kellermeister, Gärführer, Wichsineister, Fla- 
schenkellcrmeister, Biersieder, fallen durch die 
Neueinstufung unter die Gruppe VII mit Koef 
fizienten 190 mit Inkrafttreten dieses Lohn- 
tarifvertrages fort. 
§ 3 
Wahrung des Besitzstandes. 
Soweit den Arbeitern vor Inkrafttreten des 
Lohntarifvertrages höhere Löhne gewährt wur 
den, bleibe diese erhalten. Vor Inkrafttreten 
dieses Tarifvertrages nach § 4 des Rahmen- 
tarifvertragee für die gewerblichen Arbeiter und 
Arbeiterinnen vom 22. 10. gewährte Zulagen 
(siehe Seite 3 des Rahmentarifvertrages) bleiben 
In der alten Höhe erhalten. 
§ « 
Vertragsdauer. 
Dieser Lohntarifvertrag tritt mit Wirkung 
vom 1. Oktober 1953 in Kraft und kann mit 
Monatsfrist zum Monatsende schriftlich gekün 
digt werden, erstmals zum 30. April 1954. Im 
Falle der Neufestsetzung des gesetzlichen Min- 
deststundenlohnes kann dieser Tarifvertrag je 
derzeit mit Monatsfrist zum Monatsende gekün- 
digt werden. 
Im Falle der Kündigung dieses Tarifvertrages 
läuft derselbe bis zum Abschluß eines neuen 
Vertrages weiter. 
Neuer Tarifvertrag ab 1. August 1953 
Nachzahlungen ab August I 
Der Industrieverband Groß- und Ein 
zelhandel der Einheitsgewerkschaft und 
der Verband der kaufmännischen und 
technischen Angestellten (VdA) haben 
am 20. 7. 1953 mit der Gemeinschaft 
des Saarhandels einen neuen Tarif 
vertrag mit Beginn ab 1. B. 1953 
abgeschlossen. 
Mit dem Datum vom 22. 10. 1953 hat 
das Arbeitsministerium und das Wirt 
schaftsministerium diesen Tarifvertrag ge 
nehmigt. 
Die Nachzahlung an die Ange 
stellten muß ab 1. August 1953 
erfolgen. 
I. V. Handel. Banken, Sparkassen und Versicherungen 
Zur Offenhaltung der Einzelhandelsgeschäfte 
vor Allerheiligen und Weihnachten 
Zu dem Kongreß waren nebeu den Delegier 
ten der Industrieverbände der EG als Gäste 
erschienen: Arbeitsminister Kirn, der Präsident 
de» Saarländischen Landtage», Peter Zimmer, 
der Präsident der Arbeitskammer, Heinrich 
Wacker, der Bürgermeister von Dudwciler, Jo 
hann Pitz, der Präsident der Eisenbahner-Inter 
nationale, Deveaux, das Vorstandsmitglied des 
Deutschen Gewerkschaftsbundes, Höffner, der 
Vertreter der Forces Ouvrieres, Laurent, der 
Vertreter der Gewerkschaft der Eisenbahner 
Deutschlands, Schulz, der luxemburgische Ge 
werkschaftsvertreter Krier. Die ausländischen 
Gäste überbrachten die Grüße ihrer Organisa 
tion und skizzierten gewerkschaftliche Fragen 
ihrer Länder. Für die EG sprach Koll. Rieh. 
Rauch. 
Im Auschluß au die Begrüßung durch den 
Koll. Weiter wandte sich Arbeitsminister Kim 
an die Tagungsteilnehmer mit wichtigen sozial 
politischen Erklärungen. (Siehe diese Ausfüh 
rungen an besonderer Stelle.) 
Der Präsident der Arbeitskammer, Kollege 
Wacker, sprach über das Verhältnis zwi 
schen Arbeitskammer und Gewerkschaften. 
Hierbei betonte er u. a.: 
Mit der erfolgten politischen Selbständigkeit 
des Saarlandes und der in der Verfassung ver 
ankerten Grundrechte seien die Gewerkschaften 
das erste Mal in der Geschichte der saarländi 
schen Gewerkschaften gleichberechtigt neben 
den Organisationen der Arbeitgeber anerkannt. 
In der weiteren Entwicklung der Gleichberech 
tigung der Arbeitnehmerschaft sei im Jahre 1951 
die Schaffung einer Arbeitskammer als die be- 
ruisständisebe Vertretung der gesamten Arbei 
terschaft durchgeführt worden. Die Aufgabe 
dieser Arbeitskammer, die durch ein 
Gesetz geregelt ist, sieht u. a. vor: Berichte und 
Gutachten zur Regelung der Arbeitsverhältnisse, 
des Arbeitsschutzes, der Sozialversicherung, des 
Arbeitsmarktes, Gutachten über die Errichtung 
öffentlicher Anstalten, Förderung der Industrie, 
des Bergbaus sowie Gewerbe uud Handel. We 
sentlichste Aufgabe aber sei es, die Arbeitneh 
mer in wirtschaftlichen und sozialen Angelegen 
heiten za beraten, die Bestrebungen der einzel 
nen Berufsorganisationen der Arbeitnehmer mit 
einander in Einklang zu bringen, sowie Vor 
schläge und Mitarbeit bei der Ausbildung des 
Berufsnachwuchses. Die Aufgaben der Kammer 
berühren sich in gewissem Sinne mit der Tä 
tigkeit der Gewerkschaften. Gemeinsam sei das 
Ziel der Arbeitskammer und der Gewerkschaf 
ten. die Förderung der sozialen Aufwärtsent 
wicklung des Berufsstandes der Arbeiter und 
Angestellten. Die Wege zum Ziel zwischen den 
beiden Institutionen seien jedoch grundver - 
schieden. 
Abschließend ging Kollege Wacker auf das in 
diesem Jahre zum ersten Male durchgeführte 
Ferienwerk der Kammer ein. Ueber 6000 
Menschen, darunter der übergroße Teil Arbeiter 
mit ihren Familien, hätten von dem Ferien 
werk Gebrauch gemacht. Die Arbeitskammer 
habe hier nicht nur ein soziales Werk größten 
Ausmaßes geschaffen, sondern darüber hinaus 
einen wesentlichen Beitrag zur Verständigung 
geleistet. 
Au» dem Tätigkeitsbericht, den Kol 
lege Weiter vortrug, ging die umfangreiche Ver 
bandsarbeit in ihren vielen Einzelheiten mit 
ihrer gewaltigen Kleinarbeit hervor. 
In »einem Bericht ging Eduard Weiter auf die 
Lohnen t wicklung seit der letzten Generalver 
sammlung im Jahre 1950 ein. Die Summe der 
für das Eisenbahnpersonal gezahlten Löhne und 
Gehälter der EdS betrug für das Jahr 1951 
517218000 Franken, das bedeutet eine Erhö 
hung von fast 100 Millionen Franken gegen 
über dem Vorjahr. Zahlreiche Arbeiter, Ange 
stellte und Beamte hätten in dieser Periode auf 
Grund der Aktivität der Verbandsleitung rück 
wirkende Nachzahlungen erhalten. Weiter sei 
die Altersüberaahme in die Monatsbesoldung er 
reicht worden; seit September sei die Alters 
grenze überhaupt weggefallen. Die Peusions- 
regelung für die Arbeiter habe beamtenähnliche 
Pensionen für die Arbeiter gebracht. 
Ausführlich ging Kollege Weiter auf die Ju- 
endarbeit des Verbandes ein. Von 1000 bei 
er Eisenbahn beschäftigten Jugendlichen seien 
800 gewerkschaftlich organisiert. 
Die neuen Aufgaben des Verbandes beständen 
hauptsächlich in dem Kampf um das Tarif 
vertragsrecht. Ein entsprechender Entwurf lie 
ge, durch den Verband ausgearbeitet, vor, der 
als Grundlage bei den Verhandlungen mit der 
Regierung dienen soll. Auch werde immer noch 
ein einheitliches Arbeitsreeht vermißt, das man 
allerdinp nur den Eisenbahnern, dem Berg 
bau und dem Oeffentlichen Dienst vorenthalte. 
Die Saarregierung, sagte Koll. Weiter weiter, 
werde nie Mitglied des Internationalen Arbeits 
amtes werden können, wenn nicht die Aner 
kennung des internationalen Arbeitsrechtes er 
folge. 
Kollege Weiter forderte auch für die Eisen 
bahn das Betriebsverfassungsgesetz. Es sei era- 
E ürend, daß man hier die Eisenbahner und den 
'effentliehen Dienst als Meusche« zweiter Klasse 
behandeln wolle. Kollege Weiter forderte ein® 
Aenderung der Besolducgsordnung, vor allem 
eine Hebung des Anfangsgehaltes, damit die 
jungen Arbeiter auch eine Familie ernähren 
können. Auf iimerorganisaLorischeui Gebiet er 
wähnte der Redner die Erhöhung der Sterbe 
unterstützung, sowie die Auszahlung von über 9 
Millionen Franken an Unterstützungsgeldern 
durch den Verband. 
Dann kam Kollege Weiter wie folgt auf die 
Diskussion um die Saar zu sprechen. Die Ueber- 
spitzung der Saarfrage sei nur durch den Na 
tionalismus gewisser Kreise geschaffen worden. 
Die Gewerkschaften aber hätten durch ihre Ar 
beit die Aufgabe, diesen Nationalismus zu be 
kämpfen. Die saarländischen Gewerkschaftler 
müßten uiithclfen bei der Verständigung der 
beiden großen europäischen Völker Deutschland 
und Frankreich. Europa werde scheitern, wenn 
diese Verständigung nicht möglich sei. 
Die Gewerkschaften haben auf ein Schrei 
ben de« Ministeriums des Innern sowie an 
die Ortspolizei ein Schreiben gerichtet, in 
dem sie einstimmig die Offeuhnltung des 
Sonutags vor Allerheiligen, den 25. Oktober 
1953, und Sonntag, den 6. Dezember 1953, 
abfrhnten. 
Die Gewerkschaften haben ihr Einverständ 
nis nur für den 13. und 20. Dezember 1953 
gegeben. 
Am 23. 10. 1953 erhielten die Gewerkschaft 
ten ein Schreiben des Ministeriums des In 
nern, in dem mitgeteüt wurde, daß unter 
Würdigung der durch die Industrie- und 
Handelskammer vorgetragenen Gründe der 
Sonntag vor Allerheiligen, 25. 10. 1953, von 
14 bis 18 Uhr für den erweiterten Geschäfts 
verkehr freigegeben wird. 
Die Empörung über die Offenhaltung des 
Sonntages unter den Angestellten war offen 
sichtlich. 
Die Gewerkschaften haben durch die Tages 
presse ihren Protest offen zum Ausdruck ge 
bracht. Trotz Verfügung des Innenministe 
riums, daß am Sonntag, dem 25. 10. 1953, 
keine jugendlichen Personen unter 18 Jahren 
beschäftigt werden dürfen, haben die Ge 
werkschaften durch die Gewerbepolizei erfah 
ren, daß 91 o/o, der an diesem Tage geöff 
neten Geschäfte Jugendliche unter 18 Jahren 
beschäftigt haben. 
Wir sind überzeugt, daß das Innenministe 
rium genauestem informiert ist und dafür 
Sorge tragen wird, daß eine Verordnung ein 
gehalten werden muß, und nicht nochmals 
eine Durchbrechung des Jugendschutzgesetzes 
Vorkommen darf. 
Wir selbst bedauern sehr, daß das Entge 
genkommen des Innenministeriums gegenüber 
dem Einzelhandel in solcher Weise gedankt 
wurde. 
Banken, Sparkassen. 
Im Monat Oktober 1953 erfolgte eine vor 
läufige Vereinbarung zugunsten der Angestell 
ten. Die endgültige Regelung wird vereinba 
rungsgemäß Anfang des Jahres 1954 erfolgen. 
Versicherungen. 
Die Gewerkschaften haben den Landesschlicfa- 
ter nochmals angerufen, da keine Einigung zwi 
schen der Berufsvereinigung und den Gewerk 
schaften zugunsten der Angestellten auf diesem 
Sektor erfolgen konnte. 
Aktivität und Erfolge bei l.V. Metaü 
In den Energteversorgungsbetricben wurde 
eine neue Vereinbarung rückwirkend ab 1. 
April getroffen und zwar durch die' Aufsau 
gung der restlichen Koeffizienten. Für die 
meisten Gruppen findet durch diesen Ab 
schluß noch eine Nachzahlung statt. 
In der Montageindustrie wurden die Aus 
lösungssätze um den Bestandteil der Erhft- 
Für Ihre Gesundheit täglich . . . 
M euftmg-M otUbiet 
huiig des Fahrgeldes gesteigert. Weiter steht 
der Verband in der Montageindustrie vor ei 
nein Abschluß, der sich auf die Regelung der 
Heimfahrten bezieht und die Gewährung von 
Erschwerniszulagen betrifft. 
Im Kraftfahrzeuggcwerbe wird im Laufe 
des Monats ein Gehaltstarif auf neuer Grund 
lage festgelegt. 
Die Angestellten, die bei I. V. Metall or 
ganisiert sind, melden sich ebenfalls. Vor 
allein kämpft man darum, daß die Mängel 
in Tarifvertragsbestiminungen beseitigt wer 
den: ferner geht es um eine bessere Urlaubs- 
regclung und um eine anderweitige Rege 
lung des Ruhegeldes, wobei u. a. auf die 
höheren Sätze beim öffentlichen Dienst ver 
wiesen wird. 
Schliohtungsverhandiungen beim Souder- 
schliehtcr für die Metallindustrie sind zunächst 
ergebnislos geblieben. Es wird jetzt ein Schieds 
spruch erwartet. 
Lebhafte Tätigkeit bei I. V. Bau und 
Holzoewerbe 
In der Bauwirtschaft sind durch gewerk 
schaftliche Initiative mehrere Neuregelungen 
zu verzeichnen. Bei den Angestellten ist eine 
ab 1. 9. rückwirkende Erhöhung von ca. 20 
Prozent erreicht worden, bei den Löhnen 
eine Neufestsetzung, die 6,78 Prozent mehr 
ergibt. Die größere Spanne bei den Ange 
stellten ist dadurch zu errechnen, daß der 
Koeffizient hier auf 14 660 Frs. stand, wo 
gegen er in allen übrigen Industriezweigen 
schon erheblich über 18 000 Frs. lag, Es 
handelt sich also um eine Angleichung, auch 
um eine Angleichung bei den Arbeitern, da 
wir die Neufestsetzung im wesentlichen auf 
der Entschädigung der Witterungsbedingten 
Ausfälle im Jahresablauf beruht. (Einzelhei 
ten für die Verbandsmitglieder im Vcrbands- 
organ für Monat November.) 
e Salamander- 
Schuhe für 
DAMEN, HERREN 
und KINDER 
im 
Sdiuhhaus Atend 
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Herausgeber: Hauptverwaltung der glnheltegewerk- 
»ohaft Saarbrücken 3. Brauerstraße 8—3, Telefon 
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