Full text: 8.1953 (0008)

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Mai 1953 
Ferienwerk der Arbeitskammer 
Nachstehend veröffentlichen wir das Sornmer- 
fahrten-Programm 1953 des Ferienwerks der 
A che its k am me r. 
Wir bitten unsere Mitglieder, bei Haupt 
verwaltung, Industrie verbänden oder den Kreis 
geschäftsstellen, wo Prospekte vorliegen, nä 
here Auskünfte einzuholen. 
Das Ferienwerk der Arbeitskainmer ermög 
licht Ferienreisen zu wirklich tragbaren Prei 
sen, und wir empfehlen unseren Mitgliedern, 
von dieser günstigen Gelegenheit Gebrauch zu 
machen. 
Schwarzwild 
Schwarzwald, Land der dunklen Wälder, der 
schluchtenreichen Berge und stillen Täler, 
Land von auserlesener Schönheit und natürli 
cher Heilkraft für den erholungsuchenden schaf 
fenden Menschen. Wer die Stille und Abge 
schiedenheit liebt, der sucht die Unberührtheit 
und Ruhe dieses gesegneten Landstrichs auf und 
freut sich am traditinosreichcn, echten Brauchs- 
tum und an den farbenfrohen Trachten seiner 
Be\ölkerung. Auf den Höhen seiner waldreichen 
Bergen öffnet sich die weite, weite Welt. Der 
junge Rhein und das altehrwürdige Münster zu 
Strnßburg grüßen zu ihnen herüber. 
Südschwarzwatd 
Reise Nr. 1 — St. Peter 
8 Tage: Preis 5.700.— Fr». — 19 Spar 
marken (7 Tage Vollpension) 
15 Tage: Preis 9-600 Frs. = 32 Sparmarken 
(14 Tage Vollpension) 
Termine- Abfahrt von Saarbrücken ab 6. Juni 
bis 3. Oktober jeden Samstagmorgen. 
Rückkehr: eine Woche bezw. 14 Tage spä 
ter Samstagabend. 
Reise Nr. 2 — Kirehzarten 
8 Tage: Preis 5.700 Frs. — 19 Sparmarken 
(7 Tage Vollpension) 
15 Tage: Preis 9.600 Frs. = 32 Sparmarken 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 1 — St. Peter) — 
Reise Nr. 3 — Oberried (450—1000 in) 
8 Tage: Preis 5.700 Frs. — 19 Sparmarken 
(7 Tage Vollpension) 
15 Tage: Preis 9.600 Frs. = 32 Sparmarken 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 1 — (St. Peter) — 
Mittlerer Schwarzwald 
Reise Nr. 4 — Oberkirch und Lautenbacli 
(Renchtal) 
8 Tage: Preis 5.700 Frs. = 19 Sparmarken 
(7 Tage Vollpension) 
15 Tage: Preis 9.600 Frs. = 32 Sparmarken 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 1 — (St. Peter) — 
Reise Nr. 5 — Oppenau und Bad Griesbach 
(Renchtal) 
8 Tage: Preis 5.700 Frs. = 19 Sparmarken 
(7 Tage Vollpension) 
15 Tage: Preis 9.600 Frs. = 32 Sparmarken 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 1 — (St. Peter) — 
Reise Nr. 6 — Seelbach im Scliuttertal 
8 Tage: Preis 5.400 Frs. = 18 Sparmarken 
(7 Tage Vollpension) 
15 Tage: Preis 9.000 Frs. = 30 Sparmarken 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 1 — (St, Peter) — 
Allgäu 
Sonnige Matten und schneegekrönte Berggip 
fel. tiefe Schluchten und schäumende Wasser 
fälle, schmucke Dörfer und Städtchen und gast 
liche Menschen sin;! der landschaftliche Grund 
akkord dieser einzig schönen deutschen Berg 
landschaft. 
Reise Nr. 7 — Das Kemptener Land 
(Büchenberg, Weitnau, Wiggensbach, Ober 
dorf bei Immenstadt, Martinszell) 
11 Tage: Preis 7.800 Frs. = 26 Sparmarken 
(10 Tage Vollpension) 
21 Tage: Preis 12.600 Frs. = 42 Sparmark. 
(20 Tage Vollpension) 
Termine: 6. Juni—16. Juni; 16. Juni— 26. Juni; 
26. Juni—6. Juli; 6. Juli—16. Juli; 16. Juli 
—26. Juli; 26. Juli—5. August; 5. August 
—15. August; 15. August—25. August: 25. 
August—4. September; 4. September—14. 
September; 14. September— 24. Septem 
ber; 24. September—4. Oktober. 
Die Daten bedeuten Tag der Abreise ab bezw. 
der Rückkehr nach Saarbrücken. 
Reise Nr. 8 — Umgebung F'üssen 
11 Tage: Preis 8.700 Frs. = 29 Sparmark. 
10 Tage Vollpension) 
SommersFahrtenprogramm 1953 
21 Tage: Preis 14.100 Frs. = 47 Sparmark. 
20 Tage Vollpension 
Termine: Wie Nr. 7. 
Oberbayern 
Land der blauen Seen und ragenden Alpen 
gipfel, Land der bodeinständigen und fröhlichen 
Menschen und einer alten, färben- und formen- 
reichen Kultur, das sind die Kennzeichen die 
ses so reizvollen Landes im bayrischen Süd 
osten. Seine schimmernden Kleinodien sind die 
Alpenseen Chiemsee, Tegernsee, Ammersee und 
Schliersee. 
Reise Nr. 9 — Flintsbaeh am Inn 
Vor- und Nachsaison 
15 Tage: Preis 10.500 Frs. = 35 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken 6. Juni, 12. 
September, 26. September 
Rückkehr nach Saarbrücken: 20. Juni, 26. 
September, 10. Oktober. 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 11.100 Frs. = 37 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken: 20. Juni, 4. 
Juli, 18. Juli, 1. August, 15. August, 29. 
August 
Rückkehr nach Saarbrücken: 4. Juli, 18. 
Juli, 1. August, 15. August, 29. August, 
12. September. 
Reise Nr. 10 — Benediktbeuren 
Vor- und Nachsaison 
15 Tage: Preis 10.800 Frs. — 36 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken: 6. Juni, 20. 
Juni, 12. September, 26. September. 
Rückkehr nach Saarbrücken: 20. Juni, 4. 
Juli, 26. September, 10. Oktober. 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 11.100 Frs. = 37 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine Abfahrt ab Saarbrücken: 4. Juli, 18. 
Juli, 1. August, 15. August, 29. Augusitl. 
Rückkehr nach Saarbrücken: 18. Juli, 1. 
August, 15. August, 29. August, 12. Sept. 
Reise Nr. 11 — Bergen 
Vor- und Nachsaison 
15 Tage: Preis 10.800 Frs. = 36 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbach — 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 12.300 Frs. = 41 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbach — 
Reise Nr. 12 — Oberwössen 
Vor- und Nachsaison 
15 Tage: Preis 10.800 Frs. = 36 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbach — 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 11.700 Frs. =39 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbach — 
Reise Nr. 13 — Schleching 
Vor- und Nachsaison 
15 Tage: Preis 10.800 Frs. = 36 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbach — 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 12.000 Frs. = 40 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbaeh — 
Reise Nr. 14 — Uebersee-Feldwies am Chiemsee 
Vor- und Nachsaison 
15 Tage: Preis 10.800 Frs. = 36 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr^ 9 — Flintsbach — 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 12.000 Frs. = 40 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Wie Reise Nr. 9 — Flintsbach — 
Reise Nr. 15 — Unterainmergau 
Hauptsaison 
15 Tage: Preis 11.700 Frs. = 39 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken: 6. Juni, 20. 
Juni, 4. Juli, 18. Juli, 1. August, 15. Aug., 
29. August. 
Rückkehr nach Saarbrücken: 20. Juni, 4. 
Juli., 18. Juli, 1. August, 15. August, 29. 
August, 12. September. 
Nachsaison 
15 Tage: Preis 11.400 Frs. = 38 Sparmark. 
(14 Tage Vollpension) 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken: 12. Sep 
tember. 26. September. 
Rückkehr nach Saarbrücken: 29. Septem- 
temiber, 10. Oktober. 
Frankreich 
Reise Nr. 16 — Nizza (Riviera) 
12 Tage: 17.800 Frs. = 59 Sparmarken 
(Rest 100 Frs. wird bei Antritt der Reis« 
bezahlt) 
(10 Tage Vollpension) 
Bei Teilnahme von mehr als 30 Reisenden 
wird bei Antritt der Reise ein Betrag von 
1850 Frs. zurückvergütet. 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken: 13. Mai, 
25. Mai., 6. Juni, 18. Juni, 30. Juni, 10. 
September, 22. September, 4. Oktober, 16. 
Oktober. 
Rückkehr nach Saarbrücken: 25. Mai, 6. 
Juni, 18. Juni, 30. Juni, 12. Juli, 22. Sep 
tember, 4. Oktober, 16. Oktober, 28. Okt. 
Reise Nr. 17 — Sables d'Olonue (französische 
Westküste) 
12 Tage: 16.950 Frs. = 56 Sparmarken 
(Rest 150 Frs. wird bei Antritt der Reiis« 
bezahl t) 
Bei Teilnahme von mehr als 30 Personen 
wird bei Antritt der Reise ein Betrag von 
2000 Frs. zurückerstattet. 
Termine: Abfahrt ab Saarbrücken: 18. Mai., 29. 
Mai, 9. Juni, 20. Juni, 1. September, 13. 
September, 25. September, 7. Oktober. 
Rückkehr nach Saarbrücken: 29. Mai, 9. 
Juni., 20. Juni, 1. Juli, 13. September, 25. 
September, 7. Oktober, 19. Oktober. 
Wer kann mit dem Ferienwerk in Urlaub 
fahren? 
Alle Arbeitnehmer mit ihren Angehörigen. 
Für jede Person ist in eine Sparkarte die für 
die gewünschte Reise im Prospekt angegebene 
Anzahl Marken einzukleben. Für Kinder unter 
vier Jahren ist keine Sparkarte erforderlich. 
Wo sind Sparkarten und Sparmarken 
erhältlich? 
Sparkarten und Sparmarken sind bei allen 
Haupt- und Zweigstellen der Kreis- und Stadt 
sparkassen, den Volksbanken und größeren 
Raiffeisenkassen sowie Geschäftsstellen der Ge 
werkschaften erhältlich. 
Anmeldung zur Reise. 
Die Anmeldung zu den Gesellschaftsreisen 
nach Süddeutschland (Reise Nr. 1—15) hat für 
die im Juni stattfindenden Fahrten mindestens 
drei Wochen, für die späteren Fahrten minde 
stens vier Wochen vor Reisebeginn zu erfolgen. 
Spätere Meldungen können nur vorbehaltlich 
entgegengenommen werden. Die Anmeldung für 
die Reisen Nr. 16 und 17 hat auf gleiche Weise 
oder aber eine Woche vor Fahrtbeginn beim 
Reisebüro SARAG, Saarbrücken, Dudweilcr- 
straße 5, zu geschehen. 
Die Anmeldung erfolgt durch Abgabe der 
Sparkarte bei einer der Sparmarken-Ausgabe- 
steilen oder durch direkte Einsendung an die 
Arbeitskammer. Vor der Anmeldung sind die 
für die Reise erforderlichen Sparmarken in dis 
Karte einzukleben und die auf der Sparkarte 
gefragten Angaben vollständig und richtig ein 
zutragen. Insbesondere ist die richtige Num 
mer und das Datum der ausgewährten Reise an 
zugeben. Durch die Anmeldung erkennt der 
Feriensparer die Reisebedingungen an. Nach der 
Anmeldung erhält der Feriensparer rechtzeitig 
Nachricht über alle Einzelheiten der Reise: Ter 
min der Abfahrt von Saarbrücken, Ankunft im 
Ferienort und Rückkehr nach Saarbrücken usw. 
Preise: Die angegebenen Preise schließen 
ein: Fahrt von Saarbrücken zum Ferienort und 
zurück, Vollpension am Ferienort (Uebernach- 
tung, Frühstück, Mittag- und Abendessen), Be 
dienung, Reiseleitung während der Fahrt und 
Betreuung am Ferien,ort. Bedingungen für Kin 
der sowie sonstige Einzelheiten sind aus dem 
ab 7. Mai bei den Sparmarkenjaiusgabestelleni 
erhältlichen Prospekten zu ersehen. Die Unter 
bringung erfolgt im allgemeinen in Privathäu 
sern. Mittag- und Abendessen wird grundsätz 
lich in Gasthäusern eingenommen. 
Bedingungen für Kinder 
Geteilte Freude ist doppelte Freude 
Die Eltern können und sollen auch ihre Kin 
der mit in Ferien nehmen. In einer Reihe von 
Ferienorten unseres Programms sind Kinderhei 
me bezw. Kindergärten, in denen Kinder tags 
über betreut werden. Besonders günstig sind 
die Möglichkeiten bei den Reisen Nr. 3 — Ob;r- 
rie>d, Nr. 6 — Seelbach, Nr. 9 — Flintsbach, 
Nr. 10 — Benediktbeuren; besonders geeignet*, 
Nr. 11 — Bergen, Nr. 14 -— Uebersee-Feldwies. 
Für Kinder bis zu vier Jahren ist keine Spar 
karte erforderlich. Die Personalien des Kindes 
werden in die Sparkarte des Vaters oder der 
Mutter bzw. des in seiner Begleitung befind 
lichen Erziehungsberechtigten eingetragen. Die 
Fahrt ist frei. Die Pensionskosten werden je 
weils am Ferienort vereinbart und dort in bar 
bezahlt. 
Für Kinder von 4—10 Jahren ist eine Spar 
karte erforderlich. Nähere Einzelheiten sind er 
sichtlich aus dem Prosepkt. 
Prospekte sind ab etwa 7. Mai bei allen Spar- 
inarkcn-Ausgabestellen erhältlich. Sparmarken 
und Sparkarten werden bereits ab 2. Mai ab 
gegeben. 
Unbekannte Saar 
Die Nummer 16 vom 17. April der 
Zeitung „Stimme der Arbeit aus 
Rheinland-Pfalz“ bringt einen Artikel 
mit der Ueberschrift „Unbekannte 
Saar“, der als äußerst objektiv zu 
betrachten ist und den wir unseren 
Kollegen nicht vorenthalten wollen. 
Wenn die Saarbevölkerung sich einmal ent 
scheiden muß, ob sie sich nach der französischen 
oder deutschen Seite hin orientieren oder auch 
in Zukunft ein autonomes staatliches Leben füh 
ren will, dann wird da« eine nationalpoliti 
sche Entscheidung sein. Aber sic erfolgt nicht 
aus nationalpolitischen Gründen und Ursachen 
heraus. Unbestritten steht fest, daß die Saar 
bevölkerung deutsch ist. Im Gegensatz zu an 
deren Grenzlandkämpfen ist hier eine Irredenta 
nicht aufgetaucht. Das soll natürlich nicht be 
deuten, es gäbe vielleicht an der Saar oder an 
derswo keine Chauvinisten, die nicht bereit wä 
ren, das Feuer des Völkerhasses zu schüren. 
Wenn also eine künftige Entscheidung an der 
Saar andere Wurzeln haben muß, so sei auf die 
Bedeutung der sozialpolitischen Gesetzgebung 
an der Saar hinge wiesen. Die Frage der künfti 
gen staatspolitischen Zugehörigkeit ist — mit 
klaren Worten gesprochen — von der künfti 
gen Sicherung der bisherigen sozialpolitischen 
Errungenschaften an der Saar abhängig. Wer 
also den sozialpolitischen Status der Saar ga 
rantiert, besitzt dadurch die Möglichkeit, die 
Entscheidung der Saarbevölkerung für sein Land 
zu gewinnen. 
Was unterscheidet den sozialpolitischen Zu 
stand der Saarbevölkerung von demjenigen der 
Bundesrepublik Deutschland? 
Sehr wesentlich ist dabei die Herabsetzung 
der Altersgrenze zum Bezug von Invalidenrente 
oder knappschaftlicher Vollrente vfhn 65. auf 
das 60. Lebensjahr, wie s : e an der Saar erfolgt 
ist. Auch die Witwenrente wird anders als in 
der Bundesrepublik gewährt, und zwar erhält 
die Witwe auf die Dauer von drei Monaten eine 
Witwenrente in Höhe der Vollrente des Ernäh 
rers. Vom vierten Monat an werden 60 v. H. 
der Rente des Ernährers gezahlt, ohne daß die 
Witwe irgendwelche Bedingungen etwa im Hin 
blick auf eigene Invalidität, Lebensalter oder 
Anzahl ihrer verbliebenen Kinder zu erfüllen 
hat. 
Da die Rente nacb den gesetzlichen Bestim 
mungen des Wohnorts bezahlt wird, erleiden die 
Saarknappschaftsrenten. die nun durch die 
Ruhrknappschaft zu leisten sind, einen erheb 
lichen Nachteil, denn, sie nehmen an den Renten 
erhöhungen. der Saar nicjfrt teil. 
Aus der Unfallversicherung wird an der Sa ir 
eine Witwenrente in Höhe von zwei Fünftel 
des Jahresarbeitsverdienstes aos.gezahlt, wenn 
der Ernährer tödlich verunglückte oder an den 
Folgen eines Unfalles oder auch eines Berufs- 
leidens verstarb. 
Bei einer Wiederverheiratung der Witwe zahlt 
die Sozialversicherung an der Saar eine Abfi i- 
dung in der Höhe der dreifachen Jahresrente. 
Außerdem gewährt sie in den sonstigen Fällen 
einer Rentenzahlung Frauengeld sowie Kinder 
zuschüsse nach den besonderen saarländischen 
Bestimmungen über Familienzulagen. 
Eine beachtliche Ausdehnung zeigen die Wai 
senrenten, die bis zum 24. Lebensjahr zur Aus 
zahlung gelangen, wenn sich das Kind in diesen 
Jahren noch in einer Schul- oder Berufsaus 
bildung befindet, oder durch körperliche oder 
geistige Gebrechen unfähig ist, sich selbst zu er 
halten. Die Waisenrente selbst wird in Höhe 
von vier Zehnteln der Rente des Versicherten 
für jede Waise gewährt. 
Ein besonders wichtiges Merkmal der Unter 
schiede zwischen dem sozialpol. Stand der Bun 
desrepublik und der Saar ist in der Aufhebung 
der Brüningschen Notverordnung zu erblicken. 
Die Ruhensbestimmungen beim Zusammentref 
fen mehrerer Renten, die Inhalt dieser Notver 
ordnung sind und die auch die Höhe der Hin 
terbliebenenrente bestimmen, gelten an der Saar 
nicht. Es erfolgt also keine gegenseitige Anrech 
nung der Renten. 
Das Rentenbild rundet sich ab durch die Ein 
führung einer Mindestrente in Höhe von 80(10 
Frs. ohne Frauenzulage monatlich. 
Mit diesem Zustand seines sozialpolitischen 
Apparates steht das Saarland nach den Angaben 
des Internationalen Arbeitsamtes an der Spitze 
aller Länder, die dieser internationalen Behörde 
angehören. Es ist deshalb verständlich, daß es 
sich an der Saar in erster Linie darum handelt, 
die bisherige Entwicklung auf dem Gebiete der 
Sozialpolitik zu erhalten. Dabei spielen Fragen 
aus dem Nationalitätenkomplex eine zweitran 
gige Rolle. 
Wenn die Absicht, die Saar als ein selbstän 
diges Land in die Bundesrepublik zurückzuglie 
dern, Erfolg haben soll, so besteht Anlaß ge 
nug, sich eingehend um die künftige Sicherung 
des sozialpolitischen Standes eines deutschen 
Bundeslandes Saar zu bemühen und entspre 
chend Garantien für das bereits Erreichte zu- 
schaffen. Im Falle der Eingliederung der Saar 
aber ergibt sich dann ein neues Problem. Es 
kommt darauf an, das sozialpolitische Niveau 
der westdeutschen Bevölkerung dem der wie 
dergewonnenen Bewohner der Saar anzugleichen. 
Eine sozialpolitische Enklave Saar mit größe 
ren Sozialrechten und höheren Sozialleistun 
gen ist nirht nur grundgesetzlich und verfas 
sungsrechtlich, sondern auch staatspolitisch eine 
Unmöglichkeit. Eine Eingliederung der Saar 
in den Bereich der deutschen Bundesrepublik 
müßte auf jeden Fall die längst fällige Neu 
ordnung der deutschen Sozialpolitik zur natür 
lichen Folge haben. 
Georg Beckmann, Düsseldorf. 
Die Hheatecg-cmeinde teiit mit: 
Die letzte Vorstellung für die Montags 
miete, Miete II (Margarethe) ist nicht 
wie ursprünglich bekanntgegeben am 8.' 
Juni 1953, sondern wurde auf den V. 
Juni vorverlegt. 
Wir weisen nochmals daraufhin, daß 
bis zum 1. Juni 1953 die Neuanmclduu- 
die Spielzeit 1953-54 erfolgen 
gen für 
müssen. 
Einheitsgewerkschaft 
Hauptkasse — Kulturabteilung
	        

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