Full text: 7.1952 (0007)

Seite 4 
Beilage 
Steine und Erde erlaube ich mir, in Eurer 
Diskussion zu sprechen. Mit der Diskussion 
die bis jetzt hier geführt wurde, werden wir 
unsere Probleme nicht meistern. Wir haben 
einen Standpunkt vertreten, daß uns nur eine 
zusauiuu ..geschlossene Indus , i gewerkschaft 
fruchtbringend ist. Wir alten Kollegen haben 
den Grundstein zu dem Haus gelegt. Das Haus 
muß man vom Keller aus bauen. Es hat mich 
gefreut, daß ich neute unter Euch weilen darf. 
Noch nicht habe ich gehört, daß einer der Dis 
kussionsredner über das Finanzproblem ge 
sprochen hat. Schaffen wir die Voraussetzun 
gen, sich heimisch zu fühlen in der Organisa 
tion. Aber das nötige Finanzpulver gehört da 
zu. Wir haben auch dieselben Probleme wie Ihr 
sie habt. Wie Ihr haben wir auch zu kämp 
fen. Sie haben es mühseng aufgebaut 1946 die 
alten Kollegen. Nun sind die Jungen an der 
Reihe. So wie wir uns hier betätigen, so wird 
uns der Unternehmer einschätzen. 
Gestel: Mein Vorredner hat mir vieles 
vorweg genommen. Jene sind auf dem Holz 
wege, die da glauben, die Beiträge senken zu 
müssen. Lieber haben wir nur 10 Mitglieder, 
die den Beitrag zahlen, das sind die Felsen, 
aut die wir bauen können. Denn wenn ich 
meine 1 Vorschrift leiste bei der Aufnahme, 
so verpflichte ich mich auch den Beitrag zu 
zahlen. Der Kollege sagte so schön, wir müß 
ten unser Haus seibst aufbauen, len glaube, wir 
wären jetzt dort, daß wir einziehen könnten. 
Der andere Kollege sagt bei ihnen sei jeder 
organisiert. Es muß soweit kommen, daß je 
der, der die Baustelle betritt, organisiert sein 
muß. damit wir starke Kassen haben. Jedem 
Kollegen, der organisiert ist, müssen wir es 
ans Herz legen, aktiv mitzuarbeiten. 
Fritsch : Wir haben einen Kassenbericht 
gehört, der einzig dasteht. Haben Sie sich die 
Zahlen vor Augen gehalten. Ich muß dem Kol 
legen meine Anerkennung aussprechen. Jeden 
falls haben wir wieder einen Kassenbestand, 
der sich sehen lassen kann, und ich habe die 
Schwierigkeiten nach der Frankenumstellung 
kennengeiernt und freue mich, daß wir durch 
die Umsicht des Kassierers heute soweit sind. 
Ebenso habt Ihr einen ausführlichen Tätig 
keitsbericht gehört und gehört was geleistet 
wurde. Ich habe aber nicht gehört, daß Ihr 
den Männern, die diese Arbeit für Euch ge 
tan haben, Anerkennung gezollt habt. Schließ 
lich haben sie einen Anspruch darauf. 
Roth: Ich war vor lVs Jahren persönlich 
anwesen, als die Kollegen Diederich und Schä 
fer bei Verhandlung waren. Es ist eine un 
angenehme Aufgabe, Lohnverhandlungen zu 
führen. Man kam auf 10 o/o. Dann haben die 
Kollegen die Lohnzonen angeführt. Es ist be 
rechtigt, diese Lohnzonenänderung zu verlan 
gen. Es geht auf die Dauer nicht an, daß man 
besondere Besoldungsgruppen hat. In bezug auf 
die 120 Mann, die in Maria Hütten zur Ent 
lassung kamen, möchte ich sagen: Man hat eine 
Ueberproduktion und somit Ueberschuß an Ar 
beitskräften. Die Leute kamen aus gesicherten 
Stellen, weil hier mehr zu verdienen war und 
nun liegen sie auf der Straße. Man müßte 
deshalb die Werte steuern können. Es wäre 
hier dringend eine Mitbestimmung am Platze. 
Leider ist es so, daß das Betriebsrätegesetz nun 
schon 2 Jahre bei der Regierung liegt. Denn 
nur in diesem Betriebsrätegesetz wäre uns die 
Macht gegeben, diese Misere abzustellen. Wenn 
Kamerad Kutsch es angeschnitten hat, weg mit 
den Konventionen, so kann ich nur sagen, daß 
er unsere volle Unterstützung hat. 
Pfeiffer: Ich bin dafür, daß man die 
Delegierten fragt, ob sie dem alten Vorstand 
nach gehörtem Kassen- und Geschäftsbericht 
Entlastung erteilen. 
Ich bin der Auffassung, daß die gleitende 
Lohnskala eingeführt werden müßte, daß wir 
den Schwankungen nicht mehr ausgesetzt sind. 
Schäfer: 
Kollege Schäfer stellte fest: Leider wurde 
nicht zur Sache diskutiert, wie das nach den 
beiden Berichten verlangt wurde. 
Der Kollege eben hat die gleitende Lohn 
skala erwähnt. Ich kann ihm nur sagen, wenn 
wir die gleitende Lohnskala haben wollten, hät 
ten wir sie schon 2 Jahre. Wir lehnen sie ab. 
Und zwar müssen wir erst einen anständigen 
Lohn haben. Wenn wir sie heute bekämen, 
ginge sie nur auf den Mindestlohn. Und die 
meisten Arbeitnehmer würden nur verlieren. 
Hinzu käme, daß wir keine Lohnforderungen 
mehr stellen könnten. Die Löhne würden erst 
nach einer Statistischen Feststellung steigen. 
Und wie es damit bestellt ist, haben sie ja aus 
den Verhandlungen im letzten Jahr gehört. 
Sicher, wir sind auch mit der letzten Forde 
rung nicht durchgekommen, man hat uns ge 
raten, gleich zum Schlichter zu gehen, was 
wir abgelehnt haben, denn wir wollen ver 
handeln. Der Schlichter sagt uns, ja machen 
sie einmal von ihrem Machtmittel Gebrauch. 
Kollegen wir könnten es. Aber um einen Streik 
aut unbestimmte Dauer aufzurufen, bedarf es 
aller Bauarbeiter und viele stehen noch nicht 
in unseren Reihen. Sie würden uns bei längerer 
Dauer in den Rücken fallen. Dann heißt es die 
Familien zu betreuen. Ihr seht also, daß es 
nicht so einfach ist. Und doch Kollegen, wir 
werden eines Tages dazu greifen müssen. Schon 
zwei Jahre liegt unser Entwurf zum Rahmen 
tarifvertrag beim Arbeitgeberverband der Sau 
wirtschaft und wir sind nicht weiter gekom 
men, weil es an der Lehrlingsfrage scheiterte. 
Wir sagen ihnen, wir schließen nicht ohne 
Lehrlinge ab. Es hat nicht am nötigen Nach 
druck unsererseits gefehlt, das können sie mir 
glauben. Wir wollen für alle abschließen, oder 
wir lassen es. In unserm Entwurf zum Rahmen 
tarifvertrag beim Arbeitgeberverband ist nur 
eine Lohnzone gefordert. Wir hatten ihnen 
vorgeschlagen den ReichsbautarLf zu überneh 
men, wie er in seiner Fassung ist. Die Unter 
nehmer waren dagegen. Auf einmal wollen sie 
ihn haben, allerdings die Lehrlings- und Ur- 
laubsfrage soll gestrichen werden. Darauf kön 
nen wir nicht cingehen, wir wollen die Lehr 
linge dabei haben, sie sind ein Teil von uns. 
Mit unserer Lohnpolitik können wir uns sehen 
lassen. Wir waren die ersten, die eine Forde 
rung gestellt haben und die sie auch durchge 
drückt haben. Aber um schießen zu können, 
müssen wir auch Pulver haben. Das Betriebs 
rätegesetz müssen wir haben. Es liegt nicht 
an den Funktionären, daß es noch nicht da ist, 
sondern darüber entscheidet der von uns ge 
wählte Landtag. Und wir als ihre Wähler kön 
nen ihnen ja zeigen, daß wir mit der Verschlep 
pung der für uns vorteilhaften Gesetze nicht 
einverstanden sind. Wir hatten am 22. Okto 
ber zu einem Generalstreik aufgerufen und ich 
kann Ihnen sagen, es waren noch viele die un 
serm Aufruf nicht Folge geleistet haben. Des 
halb richte ich nochmals an Euch die Bitte, 
alles daranzusetzen, daß die Indifferenten zu 
uns stoßen. 
M unari : 1947 stand bereits die Frage 
der Arbeitskammer. Nachdem haben sich die 
Kollegen der E.G. dafür eingesetzt, daß es end 
lich Gesetz wurde. Kameraden es ist einmal so, 
hätten die Kollegen sich früher einmal inten 
siver mit dieser Frage beschäftigt, hätten wir 
vielleicht ein anderes Gesetz bekommen. Det 
Landtag hat nun das Gesetz gebilligt mit Zu 
stimmung aller Fraktionen. Und nun hat die 
Wahl stattgefunden. Die Hauptverwaltung hat 
versucht, diejenigen Kollegen als Kandidaten 
vorzuschlagen, die der Aufgabe gewachsen sind. 
Von jedem .Industrieverband waren Vertreter 
entsprechend der Stärke des Verbandes zu wäh 
len. 
Von unserm Industrieverband war es der 
Kollege Schäfer. Der von allen einstimmig ge 
wählt wurde. Und ich glaube, daß Sie keinen 
bessern Vorschlag machen könnten. Wenn wir 
also der Meinung sind, daß die Arbeitskam 
mer nicht das ist, was sie sein soll, so ist es 
Sache der Mitglieder, sie zu dem zu machen, 
w’as wir wollen. Kameraden, wir haben ein 
Jugendschutzgesetz, ein Mutterschutzgesetz, ein 
Arbeitsschutzgesetz und wie sie alle heißen, 
diese haben erst eine Bedeutung, wenn ein 
Richter da ist. Wir haben in der tlolzwirtschaft 
Lohnverhandlungen geführt. Kollege Schäfer 
war krank. Kollege Diederich führte die Ver 
handlung, ich war damals als Beisitzer beim 
Schlichtungsausschuß und konnte nicht in die 
Verhandlung eingreifen. Kollege Diederich gab 
sich die größte Mühe einen anständigen Lohn 
herauszuholen, indem er dem Arbeitgeberver 
band die Gewinnspanne ausrechnete. Die an 
wesenden Kollegen der Tarifkommission haben 
erklärt, sie schmeißen die Bücher hin, wenn 
wir nicht ahschließen. Was konnten wir als 
Organisation da noch machen. Als wir bei einer 
Verhandlung mit der Heizungsindustrie die 
Heizungsmonteure gefragt haben, ob sie bei 
einem Streik mitmachten. Da haben sie uns 
erklärt, es geht nicht. Bei dem Streik, den 
wir in der Bauindustrie Va Tag lang führten, 
mußten wir feststellen, daß die großen Be 
triebe streikten und die kleinen nicht. Es 
kommt nicht auf die Größe des Betriebes an, 
sondern auf den Kameraden. Wenn heute ge 
streikt wird, so ist das für jeden. Es ist kein 
Grund da, zu sagen, weil es nur V* Tag ist, 
mache ich nicht mit. Wenn ich nicht mit 
mache, so habe ich gegen die Interessen der 
Einzelnen verstoßen. Die Zimmerer, sie haben 
das, was heute hier in den Kinderschuhen 
steckt, schon alles miterlebt. Diese Diskus 
sionen hat es schon vor 50 Jahren gegeben. 
Wollen wir uns einmal das zur Aufgabe ma 
chen, daß eine Aktion jeden angeht. Damit 
war die Diskussion beendet. Es wurde dem Vor 
stand und dem Kassierer Entlastung erteilt. 
Wahlen, Anträge und Entschliessungen 
Flierauf gab Kollege S t e r r von der Man- 
datsprüfungskommission das Ergebnis bekannt: 
Delegierten waren 103 gemeldet. Anwesend wa 
ren 83, es fehlten 20. Der Durchschnittsbeitrag 
der Delegierten ist 395 Frs. 
Wahl des Vorstandes. 
sen, um die Interessen der Arbeiter und Ange 
stellten voll zu vertreten. 
Die Delegierten sind bereit, auf der Bau 
stelle, im Betrieb und Büro die Vorbereitun 
gen zu treffen, um dem Ruf der Gewerkschaft 
Folge zu leisten. 
trieblichen wirtschaftlichen Verhältnisse bes 
ser zu gestalten. 
Die Delegierten des 1. V. Bau- und Holzge 
werbe haben als Grundsatz die parteipolitische 
und religiöse Neutralität und verlangen auä 
diesem Grunde, daß alle Fraktionen und Land 
tagsabgeordnete sich für die Forderung ein- 
setzen, damit noch in dieser Sitzungsperiode 
das Betriebsrätegesetz endgültig verabschiedet 
wird. 
Wir verfolgen interessiert und eingehend alle 
Landtagssatzungen, um zu erkennen, welche 
Fraktion und Abgeordnete die Interessen der 
Arbeiter, Angestellten und Beamten verteidigen. 
Zur Zusatzversicherung 
Entschließung. 
Der am 22. Juni 1952 im „Johannishof“ in 
Saarbrücken stattfindende 1. außerordentliche 
Verhandstag des Industrieverbandes Bau- und 
Holzgewerbe in der Einheitsgewerkschaft stellt 
sich in seiner Stellungnahme zur Sozialversi 
cherung, insbesondere der Invaliden- und Al 
tersversorgung, voll und ganz hinter die an 
den Kongreß der Einheitsgewerkschaft am 29. 
3. und 30. 3. 1952 einstimmig angenommen 
und der Regierung des Saarlandes — Ministe 
rium für Arbeit und Wohlfahrt — zur wei 
teren Veranlassung zugeleiteten Entschließung. 
Der Verbandstag unterstreicht damit seiner 
seits nochmals eindringlich die Forderung ei 
ner unbedingt notwendigen weiteren Ausbaues 
der Invaliden- und Altersversorgung. 
Für die Bau- und Holzarbeiter bestehen 
keine Pensions- oder Zusatzkasseneinrichtun 
gen. Die einfache Invalidenrente in ihrer heu 
tigen Form ist keine Altersversorgung. In die 
ser Hinsicht alle Arbeitnehmer gleich zu be 
handeln, ist nicht mehr wie recht und billig. 
Der 1. ordentliche Verbandstag des Industrie 
verbandes Bau- und Holzgewerbe in der Ein 
heitsgewerkschaft fordert deshalb von der Re 
gierung, daß durch eine gesetzliche Regelung 
für alle Arbeitnehmer, gleich in welchen In 
dustriezweigen sie beschäftigt sind, ein ein 
heitliches Recht in Form einer ausreichenden 
Invaliden- und Altersversorgung geschaffen 
wird. 
* 
Der Kollege Schäfer gab den Vorsitz der 
Versammlung an den Kollegen Ecker ab. 
Als 1. Vorsitzender wurde Kollege Schäfer 
vorgeschlagen und per Akklamation einstim 
mig gewählt. 
Als 2. Vorsitzender und Geschäftsführer 
wurde Kollege Munari vorgeschlagen und ein 
stimmig gewählt. 
1. Kassierer wurde Kollege Diederich ein 
stimmig. 
Als 2. Kassierer wurde Kollege Heinrich 
Gimpel einstimmig gewählt. 
1. Schriftführer wurde Kollege Bier und 2. 
Schriftführer Kollege Rudolf Hahn. 
Als Beisitzer wurden vorgeschlagen: Ecker 
Hermann, Frisch Paul, Blum Peter, Sander 
Ludwig, TorneHier Nikolaus. Weiter wurden 
vorgeschlagen: Becker Erich, Gestel Karl und 
Buchmann Nikolaus. 
Die Beisitzer wurden durch geheime Wahl 
gewählt. Aus der Wahl gingen hervor: 
Frisch Paul 
Ecker Hermann 
Sander Ludwig 
Blum Peter 
Becker Erich. 
Die Revisionskommission wurde einstimmig 
gewählt. 
Die Satzungen waren bis zum 15. Mai ab 
zuändern. Zwei Anträge wurden nur von Neun 
kirchen eingebracht. Der 1. Antrag wurde ein 
stimmig angenommen, der 2. Antrag wurde mit 
33 gegen 24 Stimmen abgelehnt. Die übrigen 
Punkte der Satzung wurden /einstimmig ange 
nommen, somit tritt dieselbe mit dem 1. Juli 
1952 in Kraft. 
5 Entschließungen wurden einstimmig ange 
nommen. 
Zum Lohn- und Preisproblem 
Entschließung. 
Die am 22. 6. 1952 im „Johannishof“ in 
Saarbrücken versammelten Delegierten des 1. 
außerordentlichen Verbandstages des I. V. Bau- 
und Holzgewerbe der Einheitsgewerkschaft des 
Saarlandes naiTtnen Kenntnis von der Stellung 
nahme des Arbeitgeberverbandes des Saarlan 
des und betrachten die Antwort vom 19. 6. 
1952 in der Beweisführung als ungenügend. Sie 
erklären sich mit der Forderung vom 24. 3. 
1952, Neuregelung der Löhne und Gehälter, 
mit den Arbeitern und Angestellten im Hoch- 
und Tiefbau solidarisch. Die Verweigerung mit 
dem I. V. Bau- und Holzgewerbe zur Neu 
regelung zu kommen, bedeutet einseitige Po 
litik und Störung des Arbeitsfriedens. 
Der Standpunkt der Gewerkschaft, Preisab 
bau gleich Lohnerhöhung, bleibt nach wie vor 
aufrechterhalten. Ferner wird festgestellt, daß 
für die Preissenkungsaktion keine Garantien 
gegeben sind. Die getroffenen Maßnahmen er 
weisen sich als ungenügend. Aus diesem Grunde 
bleibt die Forderung, Löhne und Gehälter neu 
zu regeln, bestehen. Fest steht, daß der Lohn 
ausfall der unbezahlten Feiertage sowie der 
Differenzbetrag in der Schlechtwetterregelung 
von 40 o/o für den Bauarbeiter eine Härte und 
erhöhte Sorge darstellt für die Ernährung der 
Familie, zudem nach dem letzten Lohnabschluß 
vom November 1951 bis zur Neuforderüng im 
März 1952 nicht einmal die Kaufkraft für Ver 
besserungen des Lebensstandardes garantiert 
war. 
Das Einkommen der Arbeiter und Angestellten 
muß höher liegen, als nur zur Bestreitung des 
Lebensnotwendigen, 
Die Delegierten erteilen dem neugewählten 
Vorstand Vollmacht, alles Nötige zu veranlas 
Zur Schlechtwetteriegelung 
Entschließung. 
Die am 22. 6. 1952 im „Johannishof“ in 
Saarbrücken versammelten Delegierten des 1. 
außerordentlichen Verbandstages des I. V. Bau- 
und Holzgcwerbe der E.G. des Saarlandes stel 
len fest, daß die z. Zt. bestehende Ausfall 
vergütung in der Schlechtwetterregelung von 
60 o/o als ungenügend betrachtet wird. 
Alle Beschäftigte, die den Witterungseinflüs 
sen ausgesetzt sind und deren Einkommen durch 
höhere Gewalt Vermindert wird, betrachten 
diese Verminderung als eine Strafe für ihre 
berufliche Tätigkeit gegenüber den Beschäftig 
ten anderer Industriezweige, die ihre volle 
Schichten verfahren können. 
Es ist deshalb mehr als ein Verlangen, es 
ist ein Recht, die Handhabung in der Schlecht 
wetterregelung dahingehend abzuändern, die 
Lohnausfallvergüiung mit 75 o/ 0 auf das ganze 
Jahr zu übertragen. 
Desweiteren die Delegierten einen Vertreter 
des I. V. Bau- und Holzgewerbe der Einheits 
gewerkschaft in den Ausschuß des „Landes 
stock des Saarlandes“ um bei allen Fragen, 
die die Beschäftigten unseres Industriezweiges 
angehen, vertreten zu können. 
Zum Betriebsrätegesetz 
Entschließung. 
Die am 22. 6. 1952 im Johannishof in Saar 
brücken versammelten Delegierten des 1. au 
ßerordentlichen Verbandstages des I. V. Bau- 
und Holzgewerbe der Einheitsgewerkschaft des 
Saarlandes fordern von dem Landtag die Ver 
abschiedung des Betriebsrätegesetzes in unab- 
geänderter Form, wie es von der Einheitsge 
werkschaft seit bereits 2 Jahren beantragt 
wurde. 
Wir erheben schärfsten Protest gegen die 
Verschleppung der Regierung und Manöver der 
Arbeitgeber, wie sie bis jetzt angewandt wur 
den. Die Delegierten sehen in dem Inkrafttre 
ten des Betriebsrätegesetzes und dein Mitbe 
stimmungsrecht erst die Voraussetzung die be 
Der Verbandstag verwies die Entschließung 
über Jugendfragen wegen der Aufnahme der 
Lehrlinge und Anlernlinge in den Rahmenta 
rif dem Verbandsausschuß, Sie wird in einer 
der nächsten Ausgaben veröffentlicht werden. 
Die Entschließung des Kreises Saar 
louis wegen der Beiträge zur Arbeitskammer 
wurde mit Mehrheit abgelehnt. 
Kollege Schäfer sprach nun das Schluß 
wort. Er dankte für den sachlichen Verlauf 
und rief die Kollegen auf, mitzuarbeiten, da 
mit wir in zwei Jahren auf eine segensreiche 
Arbeit zurückblicken können. 
Um den Delegierten und Mitgliedern einige 
frohen Stunden zu bereiten, fand am Abend im 
gleichen Saale ein „Bunter Abend“ mit gesel 
ligem Beisammensein und Tanz statt. Namhafte 
Künstler waren zur Gestaltung herangezogen. 
Im Festprogramm waren folgende Darbietungen 
vorgesehen: 
Ferdi Weiter, Ansage. ( 
Berni Rigg, Spiel mir das Lied von Lieb und 
Treu, aus Ungarische Hochzeit. 
Tarantella aus Gasparone. 
Der Liebesvogel von Michael Jary. 
Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist. 
Johannes Treffny: Ich bin klug und weise, 
aus Zar und Zimmermann. — Auch ich war 
ein Jüngling, aus Waffenschmied. 
Am Flügel begleitet Kapellmeister Johans 
son. 
Zauberschau Sirius. 
Berni Rigg — Johannes Treffny Duett: Er 
klingen zum Tanze die Geigen, aus Schwarz 
waldmädel, 
Johannes Treffny: Das Lied an die Flasche. 
Ferdi Weiter. 
5 Ernestos: Akrobatische Symphonie. 
Anschließend Tanz. 
Delegiertentag und „Bunter Abend“ werden 
allen Beteiligten in bleibender Erinnerung sein. 
Verantwortlich für I.-V. Bau- und Holzge 
werbe: Jakob Schäfer. 
Druckerei Saar-Zeitung Dr. Nikolaus Fontaine. 
Der Verbandstag 
zeigt auf, daß die Mitglieder die Gewerkschaft 
sind. 
„Wer ernten will, muß erst säen!" 
Darum ist es auch Deine Pflicht, die Organisation 
aufbauen zu helfen. 
Durch Aufklärung Deiner noch abseits stehenden 
Berufskolleginnen und -kollegen schaffst Du 
eine starke Organisation, die Dir und 
Deiner Familie Rechte garantiert.
	        

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