Full text: 1950 (0005)

Seite 8 
,D!E AR3EIT. 
April 1950 
Richtfest der Rauqenossenschaft Saarland 
Die Baugenossenschaft Saarland feierte 
kurz vor Ostern das erste Richifesf arff 
der Unner in Güdingen. In dieser land 
schaftlich schönen Laae werden in ge 
schlossenem Bauprojekt für hundert Woh 
nungssuchende Familien Eigenheime ge 
schaffen. Schlüsselfertig für 1,6 Miilfonen 
umfaßt jedes Haus in der oberen und un 
teren Etage je eine Wohnküche mit Koch 
nische und Speisekammer, Bad und zwei 
schöne und große Räume. Auch di 3 Woh 
nung in der oberen Etage hat überall 
gerade Wände. 
Von dem erwähnten Gesamtvorhaben 
sind bei Güdingen zehn Einzelhäuser im 
Rohbau bereits erstellt. Zum Richtfest 
hatten sich Ehrengäste und die Mitglieder 
des Aufsichtsrates und des Vorstandes 
der Baugenossenschaft eingefunden. Nach 
der Besichtigung der Häuser ergriff Hein 
rich Wacker als Vorsitzender des ehren 
amtlichen Aufsichtsrates das Wort. Nach 
dem er die Notwendigkeit dieses Bauak 
tion herausgestrfchen hatte, betonte er 
insbesondere den obersten Grundsatz der 
Baugenossenschaft: Auch dem Wirtschaft- 
lieh Schwachen soll ein Eigenheim gege 
ben werden, so billig wie möglich und so 
gut wie möglich. Alffe techn. Neuerungen 
sollen in diesen Wohnhäusern Berück 
sichtigung finden, damit die Menschen 
sich in ihren neuen Heimen auch wohl 
fühlen können. 
Der Redner wies auf die tatkräftige Un- 
terstützung hin, dis das Ärbeitsmimste- 
rium bisher dem sozialen Wohnungsbau 
angedeihen ließ. In seinen Dankesworten 
wandte er sich besonders an die Bauar 
beiter, die in unermüdlichem Fleiß und ge 
stützt auf hervorragende praktische Er 
fahrungen und handwerkliches Können m 
so kurzer Zeit die Eigenheime in guter 
Ausführung erstellt haben. Auf die Bex- 
bacher Bauaussteilung vom vergangenen 
fahre hinweisend, betonte Präsident Wak- 
ker, es gelte, nun alles daran zu setzen, 
damit von seiten der Regierung und über 
den Landtag weitere Mittel zur Verfügung 
gestellt werden, die cten Wiederaufbau 
über so manche schöne Planungen hin 
weg weiter vorwärts bringen. Man wolle 
jedoch nicht übersehen, was schon getan 
worden sei. Beim sozialen Wohnungsbau 
müsse jede finanzielle Spekulation aus- 
geschaife«.. bleiben. Die Verteilung der 
Geldmittel der Regierung müsse entspre 
chend der Tätigkeit der einzelneit Genos 
senschaften auf absolut gerechter Basis 
erfolgen. Durch faire Zusammenarbeit al 
ler, so betonte der Präsident abschließend, 
werde es ge.ingen, auf dem sozialen Woh 
nungsbau weitere Fortschritte zu erzielen. 
Im Anschluß an diese Ausführungen 
sprach Arbeitsminister Richard Kirn, Zu 
nächst begrüßte er den EifeT und die Initia- 
ative zur Tat, die allein ausschlaggebend 
seien. Der Gesamtwiederaufbau im Saar 
land könnte weiter gediehen sein. Es seien 
aber Fehler gemacht worden, die man 
hätte vermeiden können. Mancher wäre 
billiger zu einem Heim gekommen, als es 
jetzfin einigen Monaten der Fall stein kön 
ne. Durch Koppelung von Hoch- und Tief- 
bauarbeiten m den Wintermonaten hätte 
manches mehr getan werden können. 
Durch Beschäftigung von Bauarbeitern in 
deT Baustoffindustrie während der Winter 
monate hätten manche nicht arbeitslos zu 
sem brauchen. In der jetzt beginnenden 
Bauperiode fehle es an fkmmate- 
rial. Der Minister sprach die Hoffnung 
aus, daß man in diesem fahre daraus die 
Schlußfolgerungen ziehen werde, denn 
sonst sei erneut ein bedeutender Verlust 
für die Saarwirtschaft und dann auch 
durch die ungeregelte Beschäftigung für 
die Sozialversicherung z« verzeichnen. 
Der Minister fuhr fort: In einigen Wo 
chen werde man beginnen müssen, einige 
‘ausend Maurer, Facharbeiter usw ins 
Saarland zu holen. Es sei für einen Mini 
ster nicht angenehm, solchen Schaffen 
den zunächst für eine Saison Arbeit ga 
rantieren zu können. Unsere Baustoffin 
dustrie müsse mit dem Handwerk in einer 
gesunden Wese gekoppelt werden. Selbst 
hilfe allein sei eine Gefahr für das Hand 
werk und darüber hinaus. Der Minister 
erklärte, daß alle Anstrengungen, das 
schreckliche Wohnungselend zu beseiti 
gen, weiterhin seine volle Unterstützung 
una — wie er hervorhob — auch die des 
Ministerpräsidenten finden werden. 
Minister Kirn gab eine interessante An 
bei Baugenossenschaft Saarland ist es gelungen, in Verhältnismäßig kurzer Zeit einen 
Tel! ihrer Plane in die Tal umzuseizen. Obiges Biid stellt einen Teil der Gruppe jener Häuser 
dar. die soeben von der Baugenossenschaft ln Güdingen erstellt worden sind. Das vor 
gesehene Bauprogramm wird mit Entschlossenheit weiter durchgeführt. Befreit von allem 
unnötigen bürokratischen Beiwerk, mit den geringstmöglichen Mitteln und dennoch ein- 
wendfrei wird hier einer Geißel der Menschheit zu teibe gegangen, die überall dort wo 
sie nicht grundlegend beseitigt werden wird, zu schweren Erschütterungen des gesellschaft 
lichen lebsns führen muß. 
“Man nennt ‘ASPRO' oft zutreffend 
den “Schutzengel der Familie" 
1 Es ist tatsächlich ein ausgezeichnetes Hausmittel 
Es bringt Hilfe bei häufig auflretenden Unpässlichkeiten, die 
niemanden», ob gross oder klein.erspart bleiben: Kopfschmerzen, 
Neuralgie, Rheumatismus, ERKÄLTUNGEN. 
Es bekämpft das Fieber, während Sie auf den Arzi 
warten. Es gehört, wie Alkohol und Jod, in Ihre 
Hausapotheke. 
Sie müssen sich noch heute 
'ASPRO' 
besorgen! 
\ 
Bei den ersten Anzeichen r 
Niesen, Verkühlung genügen 
meistens schon ein oder zwei 
Tabletten ‘ASPRO’ in einem 
Glas warmen Wassers auf. 
gelöst, um eine Erkältung im 
Keim zu ersticken. 
'ASPRO' wird gut vertragen, 
weil es eia reines Erzeugnis 
«s und weil es -dank seiner 
Verpackung - diese Qualität 
bis zum Gebrauch bewahrt. 
Die 3 'ASPRO' Modelle 
Dose von 25 Tabletten 
Dose von 60 Tabletten 
die sparsamste für 
die Hausapotheke 
Dose von 500 
Tabletten für die 
Giossahnehmer 
regung, die er , Voisubmissionierunc|‘' 
nannte. Dcrunte* sei zu verstehen, daß 
alle Vorarbeiten- d. h. alle Ausschreibun 
gen schon vor effer Bewilligung der Mittel 
durch. den Landtag geschehen sein müß 
ten, damit, wenn des Haushalt verab 
schiedet sei, sofort gebaut werden könne. 
Alle Sprecher. eTnSchl. des Sprechers 
glücklicher Baugenossen $ die bald in ihr 
Heim auf der Unner bei Güdingen ein 
ziehen werden, lobten die^ geleistete Ar 
beit und brachten den Wunsch zum Aus 
druck, daß auch an dten übrigen Bau 
vorhaben der Genossenschaft bald be 
gonnen werden möae. 
Es sei hier noch bemerkt, daß sich z. 
Zt. noch mehrere. Bauprojekte der Bau 
genossenschaft Saarland in Vorbereitung 
Befinden, so in Wiebelskirchen, Sulzbach, 
Ottweiler, Homburg, Diliingen, Rehlingen, 
Scheidt und Fechingen. In Bexbach sind 
die Bauarbeiten soweit fortgeschritten, 
daß hi Kürze ein Richtfest von 25 Häu 
ser» sein wird. 
BerediUgungskofclen 
an Gefo’gschaftsimtglietfei 
der Eisenbahn und Hüttenwerke 
Auf Grund des Rundschreibens des Wirf- 
schaitsministeriums vom ». ?. 1950 an die 
tandräte des Saarfandes, waren u,- a. die Be 
legschaftsmitglieder der Eisenbahn und der 
Hüttenwerke von dem Bezug der Ge 
meindeberechtigungskohlen ausgeschlossen. 
Nach Intervention der Einheitsge 
werkschaft in dieser Frage teilt nun das 
Wirtschaftsministerium ln einer Zuschrift an 
die Ldndräte und den Bürgermeister der Stadt 
Saarbrücken u. a. mit! 
„Die R£gie des Mines de kr Sarre hat 
•ich grundsätzlich damit einverstanden er 
klärt, daß den GefofgecbaftsmitgUedern 
der Saarländischen Eisenbahn sowie den 
saarländischen Hüttenwerken die Berech- 
tigungskohienkarteniausgehend?gt werden.“ 
Kongreß der Jugend im Industrieverband Bergbau 
In der Festhall© zu Sulzbach fand vor 
einiger^,Tagen dfeil. Kongreß der Gewerk 
schaftsjugend de& Saaxberabaues statt. 
Kollege Paul ^bmidf eröffnet« die 
sen L Kongreß. 25Q Delegierte und zahl 
reiche Gast« warfen erschienen. Unter 
ihnen befanden sich Vertreter der Berg 
behörde, der Ausbildungsabteilung, des 
KiÄtusnunisteriumg und der Gewerkschaf 
ten Frankreichs und Luxemburgs. In der 
Eröffnungsansprache Betonte Kollege P. 
Schmidt, daß man jetzt den Grundstein 
fi» die zukünftigen Arbeiten leggn müsse. 
Die Delegierten sollten sich bewußt sein, 
daß auf ihren Schultern in der Zukunft 
eine große Verantwortung läge. Im Be 
wußtsein der Stärke als Glied der Ein 
heitsgewerkschaft müsse die Jugend sich 
genügen^ vorbereiten, damit sie den kom 
menden wichtigen Aufgaben gewachsen 
sei. 
Paul Schmidt, de* Jugendsekretär des 
Industrieverbandes Bergbau, gab vor dem 
Kongreß eine Schilderung der Entwick 
lung der Jugendarbeit innerhalb des Ver 
bandes Bergbau seit Gründung der Ein 
heitsgewerkschaft. Er kam auf den Aus 
bau der Abt Jugend za sprechen und rief 
zum. Schlüsse seines Referates aus: tv Die 
enorme Leistung, die wir vollbracht ha 
ben, ist nur deshalb möglich gewesen, 
weil wir einig waren. Mögen wir auch 
in Zukunft unter dem Banner der Einheit 
unsere Aufgaben vollbringen, dann kann 
es uns um unsere Zukunft nicht bange 
sein!“ 
ln seinem weiteren Referat behandelte 
Peru! Schmidt die Aufgaben der Abt. Ju 
gend. An seine Ausführungen, die darin 
gipfelten, daß die Schulung aller Jugend- 
ftmktionäre und aller Mitglieder der Ga* 
rant für den Erfolg uncKdie Erreichung des 
Zieles sei, schloß sich eine lebhafte po 
sitive Diskussion. 
Die von der Ortsjugendgruppe Wem 
metsweiler eingebrachfe und von der Ver 
sammlung bei zwei Stimmenthaltungen 
angenommene Verfrauensresolütion, be 
stätigt den richtigen Weg der Gewerk 
schaftsjugend im Saarbergbau. 
Ih den Landesjugendausschuß wurden 
gewählt: Paul Schmidt, Heckmann, Speng 
ler; für die Bezirkt©: Oswald Schmidt, 
Schwarz, Monzel, Kannengießer, Krächan, 
Fischer, Reimann, Mayer. Hans Schmitt; 
für die Bergbauangestellten*: Sßindler; für 
die Grenzgänger: Schneider und Ridschar. 
Gewerkschaftskonferenz in Rom 
Die Konferenz der freien Gewerkschaften 
in Rom. über die wir bereits berichtet haben, 
befaßte sich u. a. auch mit praktischen Vor 
schlägen zur Bekämpfung der Arbeitslosig 
keit und weitgehender Sieherung emer Voll 
beschäftigung.. Große Aufmerksamkeit fand di« 
interessante Anregung, eine europäische Ar- 
beitslosen-Kompensationskasse zu schaffen. 
Von italienischer Seite wurde eine stärkere 
Beteiligung der Gewerkschaften an den wirt 
schaftlichen und industriellen Organisationen 
gefordert, ferner eine großzügige Förderung; 
der europäischen Auswanderung, vor allem 
für italienische und deutsche Arbeiter. Di« 
falsche egoistische wirtschaftspolitische Hal 
tung einzelner Länder wurde schart kriti 
siert Die Gewerkschatten sind gewillt sieb 
nach Kräften gegen die.die Gesamtheit schä 
digenden Tendenzen -’H Wehr zu setzen, 
KONSUM 
GENOSSENSCHAFT 
E. G. M. B. H. 
SAARBRÜCKEN 
Jahresschluss-Bilanz vom 31. Dezember 1949 
Aktiva 
Passtva 
t. Immobilien x) 
% Mobilien x) 
3. Beteiligungen 
4. Warenvorrat* 
5. Forderungen 
6. Flüssige Mittel 
(Bargeld, Postscheck- und 
Bankguthaben) 
Franken 
13745.227,- 
1*1.164.678,- 
184.000,- 
152.5F9.26Ä, - 
24.M2.mW 
73.291.°85,50 
28«,737.40t ,51 
1. Gesehaftegutbnben 
2. Reserven 
3. W ertberiehtigungen 
4. Burhforderung der 
SequestcrverwnlUiug 
5. Pensionekasae 
6. Rückstellungen 
7. Verbindlichkeiten 
8. Gewinn 1949 
Aufwendungen 
Verlust- und Gewinnredhnung 
Franken 
30.034.718,- 
19.a64.756.70 
1.521.307.59 
24.802.070, - 
7.424.435.80 
9.830.975, - 
118.603.810,00 
76.545.207.52 
288.737.461,51 
fcrtröge 
1«== - — -—’g-raag.gaaa 
Frauken 
i 
Franken 
1. Pereonalkoaten 
2. Sac h \ ereicheran g*koe te» 
3. Abschreibungen 
4 Mieten 
B. Steuern, Beitrage, 
elftentl, Abgaben 
6. Reparaturen, Energie- 
und Materialkosten 
7. Fremde BeförderungakoEtei» 
8. Grundstückukosten 
9. verschiedene Knuten 
fO. Außerordentl. Aufwendungen 
fl. Gewinn 1949 
160.305.436,- 
1.054.594.- 
»8.431 39<- 
10.469.130,- 
67.735.389,- 
1. Warenrohcrtrfige 
2. Skonto 
3. Zinseinnahmen 
4. Mieteinnahinen 
5. Verschiedene Ertrage 
6» Außerordentliche Ertrüge 
373.292.526.07 
2.872.382. - 
274.456.20 
2.044.624, - 
4.912.016.44 
9.006,167,88 
39.106.536,60 
5.156.463,- 
200.712,- 
7.778.646,88 
5.618.073,59 
76.545.297,52 
/ 
392402.172,59 
392.402.172,59 
™ i nu . . . 
Mitgliederstand 
Geichaftsguthab°n 
derMitglieder 
Zahl der Mitglieder 
am 1. 1. 1949 
Zugang in 1949 
Abgang in 1949 
durch Ton 
durch Autspeheiden 
Slam! am t. 1. 1950 
21.565 
5.244 
18 
108 
26.809 
126 
26.683 
Haftsumme der Mitglieder 
Stand am 1. 1. 1949 
Zugang in 1949 
Abgang ui 1949 
Stand am t. 1. 1950 
Fr*, 64.695.000, 
„ 15.732.000, 
Fr*. 30.427.000, 
„ 378.000, 
Fr*. 30.049.000.- 
Stand am 1. 1. 1949 Fra. 20 016.057.- 
Zugang in 1949 10.133.527,- 
Abgang in 1949 64.866,— „ I0.O6Ö.661,— 
Stand am 31. 12. 1949 Fr«. 30.084.718,- 
fiaarhrücken, im Mflrz 1950. 
j) Die un* früher gehörenden Hfluser, Gnind- 
atück*, Maschinen and GcRchfifteemrirlitungen 
■ind auch in dem ahgelaufrnrn Geechfiftejnhr 
noch nicht an un* xurückiiberlmgen worden. Die 
mit x) gezeichneten Betrage stellen daher nur die 
Werte dar. die von der Genosnensrhaft *cit ihrer 
Wiedergründung crutellt und angescliafft wurden. 
DER VORSTAND. 
Vorstehende Bilanz sowie Vertuet- und Cewinnrechnimg haben wir geprüft und mit den nrdnungs- 
mä'-.'-ig geführten Hüehcrn der GenoBsenechaft übereinstimmend und richtig befunden. 
Saarbrücken, im Mär/. 1950. 
DIE REVISIONSKOMMISSION DES AUFSICM S1UTEB
	        
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