Full text: 5.1950 (0005)

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„DIE ARBEIT“ 
treten ab 1, 5. 50 in Kraft und ist ein jedes 
Mitglied verpflichtet, im • Interesse unserer Or 
ganisation diesen ordnungsgemäßen Beitrag 
monatlich an den Verband abzuführen, da die 
Von uns gestellte Lohnforderung an den Ar 
beitgeberverband einem jeden Kollegen sehr 
deutlich beweist, daß wir eine Kampforganisa 
tion sind und ln erster Linie dazu auch im 
Interesse unserer Mitglieder den nötigen Kampf 
fonds schaffen müssen. Wir haben in den ver 
gangenen Monaten immer noch etliche Ausnah 
men im Bezug auf Beitragszahlung machen 
können, jedoch weisen wir nochmals daraufhin, 
daß wir in Zukunft in dieser Hinsicht keinerlei 
Ausnahmen von Seiten des Vorstandes machen 
können, da hier in dieser Frage der Kollege 
schon selbst seinen Willen bekundet ob er den 
erforderlichen Gewerkschaftsgeist in sich trägt, 
da der Beitrag der an die Organisation gezahlt 
Wird in erster Linie dazu dient, die z. Zt. 
katastrophalen Lohnverhältnisse im Interesse 
unserer Mitglieder schnellstens zu heben. Diese 
ordnungsgemäßen Beiträge stellen in keiner 
Weise eine Beitragserhöhung dar, da diese 
schon seit der Frankeneinführung den Mit 
gliedern unserer Organisation bekannt sind. 
Die Berechnung des zu zahlenden Beitrages 
wurde bei Arbeitnehmern, die im Stundenlohn 
beschäftigt sind, unter Zugrundelegung nach 
stehender Richtlinien für das gesamte Saar 
land festgelegt: Stundenlohn x 2C0 Arbeitsstun 
den im Monat = Bruttobetrag abzügl. 2 000.— 
Frs. ■= Nettolohn und laut Satzung zu zahlen 
der Beitrag. 
Beispiel: 
Stundenlohn 90— Frs. x 200 Arbeitsstunden 
«= 16 000.— Frs. abzüglich 2 000.— Frs. Pauschal 
abzüge = 14 000— Frs. Nettolohn demnach zu 
zahlender Beitrag lt. Satzung 180.— Frs. 
Der Vorstand weist daraufhin, sobald es 
die finanzielle Lage dem Verband erlaubt, außer 
den schon satzungsgemässen Unterstützungen, 
weitere soziale Einrichtungen bei Krankheit, 
Unfall und Arbeitslosigkeit im Interesse unserer 
Mitglieder einzuführen. 
Kollegen, erschwert dadurch den Kassierern 
unseres Verbandes in den kommenden Tagen 
nicht ihre Arbeit, da dieser Kollege nur im 
Interesse aller Mitglieder seine außerordent 
lich wichtige Arbeit vollbringt und appellieren 
wir an alle Kollegen, diesen Kassierern die 
Arbeit zu erleichtern, indem ein jeder bedacht 
Sein muß, Mitgliedsbuch mit dem Beitragsgeld 
für diesen bereit zu legen, um dadurch zu be 
kunden. daß man von Seiten unserer Mitglieder 
diese ehrenamtliche Tätigkeit der Kassierer 
Zu würdigen weiß. 
Aufruf zum I. Mai 1950 
An alle Kolleginnen und Kollegen der 
LV. Holz 
I. V. Groß- u. Einzelhandel 
Wiederum formieren sich die schaffen 
den. Menschen zum Mai-Aufmarsch. 60 
Jahre wiederholt sich diese Manifestation, 
die geboten ist aus der Erkenntnis der 
Arbeiter. Heute bedeutet der 1. Mai aber 
mals den Kampftag aller Werktätigen zur 
Erfüllung unserer Forderungen. Die For 
derungen, die wir zu stellen haben, sind: 
Besserstellung in der Lebenshaltung, Mit 
verantwortung und Mitbestimmung im Öf 
fentlichen und Wirtschaftsleben, sowie in 
unserer Industrie. Des weiteren die so 
fortige Verabschiedung des Tarifvertrags 
gesetzes und. des Kündigungsschutzge 
setzes. Vor allem ist es eine zwingende 
Notwendigkeit geworden, uns unsere For 
derungen von Regierungsseite aus zu ge 
nehmigen. Wir verlangen und fordern 
eine schnelle Verabschiedung unserer Ein 
gaben, damit der wertschaffende Mensch 
nicht ohne den berechtigten Schutz im 
Lebenskampf steht. 
Wir ru f en daher alle Schaffenden auf, 
nehmt alle an unserer Demonstration 
restlos Teil, damit auch unseren Forde 
rungen der sichtbare Nachdruck verlie 
hen wird. Unsere diesjährige Demonstra 
tion findet in Saarbrücken statt. Wir 
hoffen daß sich jeder Schaffende bewußt 
ist, wie bedeutungsvoll unsere diesjährige 
Manifestation zur Erreichung unserer Ziele 
ist. 
In der Erwartung einer vollzähligen 
Teilnahme verbleiben wir mit gewerk 
schaftlichem Gruß! 
Der Vorstand des 
Indus*rieverband Holz 
Der Vorstand des 
I. V. Groß- u-’d Einzelhandel. 
Aus dem Inhalt: 
Beschlüsse des Gewerkschafts 
ausschusses 
Stimme der Verbände 
Der junge Gewerkschaftler 
Erstes Richtfest der Baugenossenschaft 
Saarland 
Gesundheitsschäden in Industriegebieten 
Die Theatergemeinde teilt mit 
Rückgang der Arbeitslosigkeit 
Post aus dem Ausland 
Briefkasten 
Aus dem Arbeitsgerrchtssaal 
Mai-Proklamation des Internationalen Bundes 
freier Gewerkschaften 
dem gemeinsamen Wohl und nicht Son 
derinteressen zu dienen, gehören zu den 
weiteren Aufgaben. 
Der Ausgang des Kampfes zwischen 
Demokratie und Diktatur wi v d von dem 
Erfolg und der Geschwindigkeit cbhän- 
gen, mit der die demokrai-iche Welt die 
ses Programm verwirklichen kann. 
Gestärkt durch unsere Ueberzeugung, 
daß demokratische Methoden und Ein 
richtungen denen der Diktaturen unend 
lich überlegen sind, haben wir keinen 
Zweifel über den Ausgang des Kampfes, 
Polizeistaaten können niemals leistungs 
fähig sein; Zuchthaus- und Sklavenarbeit 
kann wenig vollbringen. Nur die Arbeit 
freier Menschen kann eine Welt des 
Friedens und der Fülle aufbauen. 
Die Arbeiterbewegung darf aber nie 
mals voraussetzen, daß der Fortschritt 
automatisch kommen wird. Die Unterneh 
mer bemühen sich ständig, enge und 
selbstsüchtige Interessen über diejenigen 
der Gemeinschaft zu stellen; ihnen muß 
Einhalt geboten werden. Es gibt Regie- 
Richtlinien zum 1. Mai 
Der Gewerkschaftsausschuß erläßt an 
alle Industrieverbäade, Ortsausschüsse und 
Ortsgruppen der Einheitsgewerkschaft die 
nachstehenden Richtlinien. Sie betreffen die 
Durchführung von Tanzlustbarkeiten, Sport 
veranstaltungen und wichtige Steuerfragen. 
I. Durchführung von Tanzlustbarkeiten (Aus 
zug aus dem Schreiben des Innenministeriums). 
1) Tanzlustbarkeiten sind lediglich für die 
aus Anlaß des 1. Mai 1950 durchzuführenden 
Veranstaltungen den Gewerkschaften zu ge 
nehmigen; Anträgen von Privaten, Vereinen 
oder anderen Organisationen ist nur dann 
stattzugeben, wenn die zuständigen örtlichen 
Gewerkschaftsvertreter sich schriftlich dahin 
gehend geäußert haben, daß in der betreffen 
den Gemeinde nicht beabsichtigt sei, Veran 
staltungen durchzuführen; das gilt nicht nur 
für den 1. Mai, sondern auch für den 30. 4.., 
soweit gewerkschaftliche Maifeiern bereits am 
30. 4. beabsichtigt sind. 
II. Freistellung von der Umsatz- und Einkom 
mensteuer. 
Wie uns das Finanzministerium auf unsere 
/Eingabe fernmündlich mitteilt, entfällt wie in 
den Vorjahren auch in diesem Jahre die eigene 
Steuerpflicht der Einheitsgewerkschaft bei der 
Umsatz- und Körperschaftssteuer für alle an 
läßlich des 1. Mai 1950 durchgelührten Veran 
staltungen. 
III. Befreiung von der Vergnügungssteuer. 
Wie in den Vorjahren hat auch in diesem 
Jahre das Innenministerium die Gemeinden an 
gewiesen, die Veranstaltungen der Einheits 
gewerkschaft am 1. Mai 1950 von der Ver 
gnügungssteuer freizustellen. 
IV. Durchführung des Lohnsteuerabzuges bei 
Beschäftigung von Musikern, Künstlern usw. 
anläßlich von Musik-i Tanz- und Theaterver- 
cmsfaltungen. 
Da die praktische Handhabung des Lohn 
steuerabzuges durch die Veranstalter von ge 
selligen Veranstaltungen stets auf Schwierig 
keiten gestoßen ist, hat das Finanzministerium 
verfügt, daß der Steuerabzug vom Arbeitslohn 
pauschal gehandhabt werden kann. Es versteht 
sich, daß diese generelle Regelung auch für 
den 1. Mai 1950 zur Anwendung kommt. 
Nachstehend geben wir Euch einen Auszug 
aus dem Merkblatt des Finanzministeriums! 
Um Schwierigkeiten bei späteren Lohnsteuer 
prüfungen zu vermeiden und dem Arbeitgeber 
die Berechnung der Lohnsteuer zu erleichtern, 
hat das Ministerium für Finanzen und Forsten 
durch Verfügung vom 25. Oktober 1949 III B/XI 
Tgb. Nr. 1689/49 S. 2220 und S. 2775 an die 
Finanzämter eine Pauschalierung in der Weise 
angeordnet, daß als Lohnsteuer ein Pauschal 
betrag v. 10 v. H. des Bruttolohnes durch den 
Arbeitgeber einzubehalten und abzuführen ist. 
Dieser Hundertsatz (vom tatsächlich ausge 
zahlten Bruttolohn) ist anzuwenden, wenn der 
Arbeitgeber die Lohnsteuer trägt. 
Diese Regelung ist jedoch nur auf gelegent 
lich beschäftigte Musiker anzuwenden. Als 
solche sind Musiker anzusehen, die von Fall zu 
Fall bei Tanz-, Musik- oder Theaterveranstal- 
tungen für einen, höchstens jedoch für 2 Tag® 
beschäftigt werden. Eine gelegentliche Beschäf- 
Die Sozialversicherung der USA-Bergarbeiter 
rangen, die die Zeichen der Zeit, in der 
wir leben, nicht verstehen; der Einfluß 
der Arbeiterbewegung muß in ständig 
steigender Weise auf sie ausgeübt und 
sie müssen dazu gebracht werden den 
rechten Weg zu beschreiten. 
Der I. B. F. G. ist dabei, seine Ar 
beit über die ganze Welt auszudehnen, 
davon überzeugt, daß kein Manifest und 
keine Entschließung irgend etwas errei 
chen können, es sei denn, daß die Macht 
und die Handlungen der organisierten Ar 
beiter dahinterstehen. Die Worte der von 
unserem ersten Kongreß herausgegebe 
nen Proklamation besagen: 
Vereint werden wir Armut und Aus 
beutung überwinden und eine 
Welt des Wohlstands und der 
Sicherheit schaffen! 
Vereint werden wir Tyrannei und Un 
terdrückung ausmerzen und 
eine Welt der Freiheit und 
Menschenwürde errichten! 
Vereint werden wir die Kriegshetzer 
und Angriffslustigen besiegen 
und eine Welt des Friedens 
und der Gerechtigkeit auf 
bauen! 
Wir rufen die arbeitenden Menschen 
der Welt auf, sich mit uns in diesem gro 
ßen Streben zusammenzuschließen! 
tigung liegt nicht vor, wenn die Musiker für 
mehrere Tage in der Woche oder im Monat —■ 
etwa für jeden Samstag und Sonntag — ver 
pflichtet werden. 
Bei der Pauschalierung der Lohnsteuer für 
Musiker ist hinsichtlich der Kirchensteuer, 
Wiederaufbauabgabe und der Führung des 
Lohnkontos wie folgt zu verfahren: 
Die Kirchensteuer ist mit 8 v. H. der pau 
schalierten Lohnsteuer zu berechnen. Sie ist 
mit je der Hälfte des errechneten Betrages als 
katholische und evangelische Kirchensteuer an 
zumelden und abzuführen. 
Die Wiederaufbauabgabe (Gesetz über die 
Erhebung einer Wiederaufbauabgabe ABL. S. 
685) ist mit 5 v. H. des Gesamtbetrages der 
pauschalierten Lohnsteuer — abgerundet auf 
5 volle Franken — zu berechnen. Eine Einzel 
berechnung für jeden Arbeitnehmer ist nicht 
vorzunehmen. 
Das Lohnkonto (§ 31 LStDB) ist in ein 
fachster Form zu führen. Es genügt, wenn aus 
ihm hervorgeht; 
1. Tag der Lohnauszahlung, 
2. Zahl der beschäfügtea Arbeitnehmer, 
3. Gesamtbetrag des ausgezahlten Brutto 
lohnes, 
4. Gesamtbetrag der Lohnsteuer, Kirchen 
steuer (evangelische und katholische) 
und Wiederaufbauabgabe. 
Diese Regelung für die Pauschalierung der 
Lohnsteuer ist auch auf Aushilfskräfte (Kas 
sierer, Tanzordner usw.) anzuwenden, die ge 
legentlich bei Tanz-, Musik- und Theaterver- 
cmstaltungen beschäfügt werden. 
Die einbehaltene Lohnsteuer ist anzumelden 
und abzuführen: 
spätestens am 10. Tage nach Ablauf eines 
Kalendervierteljahres, 
wenn die einbehaltene Lohnsteuer und 
Wiederaufbauabgabe im letzten vorange- 
gangenen Kalendervierteljahr nicht mehr 
als 3 000.— Frs. betragen hat, 
spätestens am 10. Tag nach Ablauf eines 
Kalendermonats, 
wenn die einbehaltene Lohnsteuer und 
Wiederaufbauabgabe im letzten voran 
gegangenen Kalendervierfeljahr mehr als 
3 000.— Frs. betragen hat. 
Die Vordrucke für die Lohnsteuer-Anmeldun 
gen sind beim Finanzamt erhältlich. 
Beispiel: 
Am 10. Oktober 1949 hat der Fußballverein 
X eine Tanzveranstaltung durchgeführt, bei 
der 5 Musiker und 1 Saalardner beschäftigt 
wurden. Vereinbarungsgemäß wurden jedem 
Musiker 1 200.— Frs. und dem Saalordner 600 
Frs. ausgezahlt. Die Lohnsteuer trägt der Fuß 
banverein. Lohnsteuerkarten wurden nicht vor 
gelegt. 
Bruttolohn der Musiker (5 X 1 200 Frs. = 
6 000 Frs. 
Bruttolohn des Saalordners 
Zusammen 
6 S00 Frs. 
Lohnsteuer 10 v.. H. von 6 600 Fr#. — 
660 Frs. 
Kirchensteuer 8 v. H. v. 660 Frs. = 
53 Frs. 
davon V* kath. *= 
27 Frs. 
davon 14 «vgl. = 
26 Frs. 
Wiederaufbauabgabe 5 v. H. von 
660 Frs. = 33 Frs. abgerundet 
30 Frs. 
zusammen: 
745 Frs. 
Zum traditionellen Tage der internatio 
nalen Solidarität der Arbeiter, dem ersten 
Maitag, den wir seit der Gründung des 
Internationalen Bundes Freier Gewerk 
schaften begehen, entbieten wir unseren 
5Q Millionen Mitgliedern in 53 verschiede 
nen Ländern unsere brüderlichen Grüße. 
Wir grüßen auch die vielen Millionen Ar 
beiter in der Tschechoslowakei, in Spa 
nien, Venezuela, Polen, Argentinien, Un 
garn, Peru, Jugoslawien, Rumänien, Do 
minikanische Republik, Ost-Deutschlaad, 
Nicaragua, Bulgarien, Estland, Lettland 
und Litauen. Auch sie sind im Geiste 
mit uns, aber außerstande, sich mit un 
seren demokratischen Kräften zu verbin 
den, denn ihre Gewerkschaften sind von 
faschistischen, militaristischen und kom 
munistischen Kräften zerstört worden 
oder mußten ihnen, oft nach heroischem 
Widerstand, weichen. 
Wir erstreben nichts weniger als wirt 
schaftliche Sicherheit und soziale Ge 
rechtigkeit für alle, was auch immer ihre 
Nationalität, Hautfarbe, Rasse oder Glau 
ben sei und wie sehr sie sich auch unter 
einander in ihrer Entwicklung und in ihrer 
Lebensweise und -betrachtung unterschei 
den mögen. Wir verlangen wirtschaftli 
che und politische Demokratie für aile, 
die Anerkennung der grundlegenden Men 
schenrechte in allen Teilen der Welt, und 
schließlich und vor allem Frieden. 
Wir werden uns nicht mit der Erfüllung 
einiger dieser Ziele zufrieden geben, denn 
sie sina untrennbar verbunden, und kei 
nes kann voll erreicht werden, ohne die 
anderen. . 
Wir stehen in schärfster Opposition zum 
Militarismus, und wir haben nichts als 
Verachtung für diejenigen, die den Mai- 
tag nicht besser zu begehen wissen, als 
mit militärischen Paraden und Geschütz 
feuer; sie sind nicht dazu bestimmt, die 
Arbeiter im Geiste der Rechtschaffenheit 
ihrer Sache anzufeuern, sondern sollen 
ihnen die Macht der Staatsmaschine zei 
gen und sie ihre eigene Machtlosigkeit 
fühlen lassen. 
Wir wollen wirklichen Frieden. Wir 
wünschen Frieden für Oesterreich, das 
von Sowjet-Rußland weißgeblutet wird, 
weil das Land den Kommunismus in 
freien Wahlen ab ge lehnt hat, so wie es 
alle Völker tun, wenn immer die Wahlen 
frei sind. Wir wollen Friedensverträge für 
Deutschland und Japan, so daß die Län 
der wieder in volle Beziehungen zu den 
anderen Nationen der Welt gebracht wer 
den können. 
Es ist unser grundlegendes Streben, dem 
großen Prinzip von der Brüderschaft der 
Menschheit zur Wirklichkeit zu verhelfen. 
Dies ist keine neue Idee: sie hat die gro 
ßen Glaubensbekenntnisse und Reforma 
toren der Welt in allen Zeitaltern ange 
feuert, ist aber nie verwirklicht worden, 
da ihre Erringung ohne die Gleichheit in 
der Stellung und den Möglichkeiten der 
Menschen und Völker undenkbar ist. 
Wir wollen Vollbeschäftigung und wirk 
liche soziale Sicherheit. Es gibt noch im 
mer Millionen Arbeitslose, obwohl Arbeit 
für alle durch intelligente wirtschaftliche 
und soziale Maßnahmen geschaffen wer 
den könnte. Wer nicht arbeiten kann, muß 
angemessen von der Gemeinschaft un 
terhalten werden. 
Trotz des Fortschritts, dessen sich die 
Welt rühmt, erfreut sich nur eine Minder 
heit ihrer Bevölkerung mehr als der nack 
ten Mindestmenge an Nahrungsmitteln, die 
notwendig ist, um am Leben zu bleiben, 
während Millionen über Millionen unter 
Bedingungen existieren, in denen lautes 
Denken eine Gefahr für Leben und Frei 
heit ist. 
Der I, B. F. G. wurde geboren, als sich 
die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ih 
rem Ende näherte. Zu Beginn des Jahr 
hunderts war die Arbeiterbewegung in 
den am meisten fortgeschrittenen Ländern 
noch in den Kinderschuhen. Die großen 
Fortschritte, die die Arbeiterklasse wäh 
rend dieser fünf Jahrzehnte wirtschaftlich 
und sozial gemacht hat, sind hauptsäch 
lich cruf die unermüdlichen Anstrengungen 
ihrer eigenen freien Gewerkschaften zu 
rückzuführen. Wo die Gewerkschaften 
nicht frei waren, bat es auch keinen Fort 
schritt gegeben. Wir wollen jedoch mehr 
in die Zukunft als in die Vergangenheit 
blicken. Wenn es möglich ist, die Prinzi 
pien und Ideale des I. B. F. G., so wie sie 
in seinem auf dem Gründungskongreß an 
genommenen Programm zum Ausdruck 
kommen, zu verwirklichen und wenn der 
Friede erhalten werden kann, so daß die 
gewaltigen Produktivkräfte der moder 
nen Technik für die Wohlfahrt der 
Menschheit und nicht für Zwecke der 
Zerstörung Verwendung finden können, 
gehen wir einem Zeitalter des Fort 
schritts und Wohlstands entgegen, wie eg 
die Welt noch nicht gesehen hat. 
Die Erreichung dieser Ziele macht di« 
Hilfe aller Menschen guten Willens not 
wendig. Die Unterstützung der Länder, de 
ren Wirtschaft durch den Krieg aus den 
Fugen gerissen wurde, ist erforderlichi 
Hilfe für Gebiete, deren Völker bis jetzt 
noch nicht Herren ihres eigenen Ge 
schicks waren, ist unerläßlich. Ein viel 
seitiges Erholungsprogramm weltweiten 
Ausmaßes und gesteigerte wirtschaftliche 
Zusammenarbeit der Länder mit dem Ziel, 
Der Wohlfahrts- und Ruhestandsfonds 
der United Mines Workers of Amerika 
ist für die dortigen Bergarbeiter die So 
zialversicherung. Dieser Fonds bedeutet 
für di« arbeitsunfähigen und pensionier 
ten, auch für Hinterbliebene verstorbe 
ner Bergarbeiter, eine zusätzliche finan 
zielle Hilfe. Er ist durch intensive Ver 
handlungen der amerikanischen Bergar 
beiter mit den Bergwerksuntemehmen zu 
stande gekommen. Für jede geförderte 
Tonne Kohle ist ein bestimmter Betrag zu 
entrichten. Legt man die Kohlenproduk- 
tion in Amerika von 1948 zugrunde, so 
erhält der Wohlfahrts- und Ruhestands 
fonds im Jahre rund 100 000 000 Dollar. 
Zu den Vertrauensleuten, die den Fonds 
verwalten, gehört auch J. L. Lewis. 
Die Zahlungen zugunsten der Bergarbei 
ter erfolgen: 
a) bei vorübergehender Arbeitsunfä 
higkeit, ganz gleich, worauf sie zu- 
rückzuführen ist, 
b) bei Erreichung der notwendigen Al 
tersgrenze, 
c) Zuschuß cm Witwen und Hinterblie 
bene verstorbener Bergarbeiter. 
Als weitere Hilfe aus dem Fonds er 
halten die Bergarbeiter freie ärztliche Be 
handlung, Krcmkenhauspflege usw. 
Eine der Hauptaufgaben der ärtzlichen 
und medizinischen Hilfe ist dem Fonds 
dadurch gestellt, daß für eine ausrei 
chende Behandlung und Wiedergesun 
dung derjenigen Bergarbeiter zu sorgen 
ist, die durch schwere Unfälle oder durch 
teilweise Paralyse arbeitsunfähig gewor 
den sind. Für derartige Behandlungen hat 
man Spezialhospitäler errichten lassen.
	        

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