Full text: 5.1950 (0005)

Dezember 195Q 
Seite 5 
Die europäische Gewerkschaftsbewegung und der Schumanplan 
(Fortsetzung und Schluß) 
In gleichem Maße Ist es auch erforder 
lich, für eine entsprechende Preisregelung 
zu sorgen, damit unter Berücksichtigung 
der nationalen Verschiedenheiten und der 
Aufwendungen für Frachten allmählich 
eine gewisse Angleichung erreicht wird. 
Eine solche Angleichung schließt auch am 
dem Gebiete der Preise eine Atomisierung 
aus; denn wenn jedes Unternehmen in 
seiner Preisgestaltung frei ist wäre da« 
mit dem Gedanken des Schumcmplans un 
vereinbar, ganz abgesehen davon, daß e« 
zu unabsehbaren Störungen führen würd®. 
Aut dem Gebiete der Lohn- und so 
zialen Fragen war die Mitarbeit der Ge* 
werkschaften bei den Beratungen natui^- 
gemäß besonders intensiv. Zunächst an- 
geste'lte Erhebungen dienten dem Zweck, 
die gegenwärtige Lage in den einzelnen 
Ländern zu ermitteln. Das Ergebnis war, 
wie erwartet: Sowohl die Löhne als Ein 
kommen be l rach*et als auch die Löhn® 
als Kosten der Betriebe und nicht zuletzt 
die Sozia Systeme in den einzelnen Union- 
ländern sind auße ordentlich verschieden, 
ganz abgesehen von den ebenso unter 
schiedlichen Steuern. 
Da die Hohe Behörde nur für Kohle und 
Stahl zuständig ist, ist es unmöglich, ihr 
Funktionen zuzuweisen, die einen Eingriff 
in das Sozialgefüge der einzelnen natio 
nalen Volkswirtschaften bedeuten wür 
den. Kohle und Eisen stellen ja in jedem 
Land nur einen bestimmten Teil der ge 
samten Volkswirtschaft daT, und eine 
Hohe Behörde, die nur für diese beiden 
Bereiche zuständig ist, muß sich auf die 
sen Gebieten eine weise Beschränkung 
auferlegen 
Eine solche Beschränkung ist umso not 
wendiger, als in den demokratischen Län 
dern Westeuropas Löhne und soziale Be 
dingungen in erster Linie durch Verhand 
lungen zwischen den Sozialpartnern, d. 
h. zwischen Arbeitgebern und GeweTk- 
ßchaften, geregelt werden. Mcrn kann 
inicht die Hohe Behörde zu einer sozial 
politischen Schlichtung^tn*;tanz machen, 
ohne damit d ; e Gewerkschaften toi Ihren 
Funktionen wesentlich zu beschränken. 
Daher muß sich die Aufgabe der Hohen 
Behörde auf die Sammlung und Veröf 
fentlichung von Informationen auf die 
sem Gebiete beschränken, um damit dem 
Sozialparinem gewisse Unterlagen zu ge 
ben, damit s ; e dadurch eine bessere Mög 
lichkeit haben, auf dem Wege freier Ver 
einbarungen zu einer Angleichung der 
Löhne innerhalb des Unionraumes und 
auch unter Berücksichtigung der erhöhten 
Produktivität zu einer Steigerung des L®- 
bensstanda r ds zu gelangen. In den bis 
herigen Verhandlungen sind deshalb die 
Behignisse der Hohen Behörde auf die- 
cera Gebiet beschränkt worden, was nicht 
ausschließt, daß noch einmal die allge 
meinen G-undsätz® d® 8 Schnmcmolans — 
Vo 1, beschä f t i gung und s♦ehrender Le 
bensstandard, Verbot von Lohnsenkungen 
und der Ausbeutung — ausdrücklich crus- 
gesnroeben worden sind. 
Zur Schaffung etnes eurooäische« An* 
be'tsma r ktes sind schließlich gewiss« 
Grundsätze zur Erleichtenmg der Freizü 
gigkeit der Arbeitnehmer, d. h. also der 
Beschäftigung von qualifizierten Fachar 
beitern, eines Landes in einem anderen 
Lande, vorgesehen worden. Die r -e Grund 
sätze müssen allerdings durch Abkom 
men zwischen den beteiligen Staaten ln 
die Praxis umgesetzt werden. 
sonderen Wert darauf, daß neben der Ho 
hen B®hörd« die regionalen Gruppen •ib- 
gerichtet und gleichfalls unter starke* 
Beteiligung der Gewerkschaften aufge 
baut werden. 
Wenn der neuerlich aufgetaucht« Ge 
ldanke, ob regionale Gruppen notwendig 
eind, teilweise in Zweifel gezogen wird, 
ro müssen die Gewerkschaften an dieser 
Stelle ganz ausdrücklich erklären, daß 
eie der Schaffung dieser Gruppen als Vor 
aussetzung des Funköon erens des Schu- 
manplcms di« größt® Bedeutung beimes- 
een müssen. 
Die Gewerk schäften sind sich darüber 
klar, daß der Schumanplan zwei groß« 
Gefahren in sieb birgt. Er kann auf der 
einen Seite, wenn nicht di® genügenden 
Sicherheiten durch d e Mitarbeit der Ge 
werkschaften geschaffen werden, sehr 
Bchnell in ein privatkapitalistisches Kar 
tell abrutschen. Dieses Kartell würd® 
nicht durch Produk f ionsstelgerung und 
Preissenkung das Gesormtimteresse im 
Auge haben, sondern — wie di« Erfah 
rung mit den Kart®Ile® gelehrt hat — le- 
diglich dem Profitinteree«® der beteilig, 
fcen Unternehmungen di®n®a. 
Di® andere Gefahr liegt darin, daß ®m« 
Superlenkungsbehörd® entsteht, dt« vor» 
der Spitz« aus — ohne «inen «ntsprechen- 
- in a11 * Einzelheiten de« 
Wirtschaftsprozesses eingreift und da 
durch die mit dem Schumanplan verfoiat» 
Idee zunichte macht. a 
Es ist auch di« Frage aufgeworfen wor 
den, ob bei einer gesteigerten Produktion 
der vorhandene Markt in genüg*®-« 
wird Mafte hiei1für aufnahmefähig seid 
Verschiedentlich ist darge’egt worden, 
daß bereits in einigen Jahren mit einer 
UeoerprodukLon von etwa 8 Milliomenj 
fonnen Stahl in Europa gerechnet werden; 
tnuß e. Dies« Auffassung ist auch unbe- 
gneiflioherweise von einer sonst so gut 
unterrichteten Organisation wie der Eu 
ropäischen Wirtschaftsorganisation in 
Genf noch im vorigen Jahr vertreten wor 
den. Demgegenüber sei darauf himgew e- 
ren, daß der Stahlverbrauch in den west- 
Jichen I ändern Europas pro Kopf und Jahr; 
113 kg beträgt, während eich in de® USA! 
der Verbrauch pro Konf T nd Jahr auf 51S 
kg beläuft. 
Die Chance für Westeuropa 
Abgrenzung der wirtschaftlichen Unterschiede 
Zusammenfassend muß festgestellt wer 
den, daß der Schumanplan seine Arbeit 
mit einer weisen Begrenzung «einer Ziel 
setzungen beginnen sollte. Die Unter 
schiede zwischen der Kohle- und Stahl 
wirtschaft der einzelnen Länder sind uo 
groß, daß nicht von heute auf morgen alle 
Hemmnisse beseitigt werden können, um 
schlagartig den einheitlichen Markt zu 
schaffen. I 
Es gibt mehre-e Methoden, diese Un 
terschiede abzudrängen und allmählich 
zu beseitigen. Aut der einen Seite sind 
Systeme eines Prei^gusglelch* vorge- 
schiägen worden, die von den Ländern 
mit günstiger Kostenlag« i® degressiver 
jjjjte*Jas'«i.ug ung der schwäche 
ren I inder getragen werden sollen. Aul 
der anderen Seite ist es möglich, fiir be 
sonders ge'äh dele Gebiete befristet« 
Schutzmaßnahmen i® Form d®r Absatz 
lenkung vorzusehe®. 
De ausschließliche Anwendung de* 
AusgLe : chszahlungen würd« zu einer we 
sentlichen Erhöhung des Preisniveaus für 
Kohle und Stahl in bestimmte® Ländern 
führen müssen, was den allgemeinen 
Grundsätzen des Schumanplan« wider 
spricht und außerdem zu einer erhebli 
chen Störung des Lohn- und Preisgefü 
ges der betroffenen Länder führen würde. 
Andere technische Mittel des zeitlich und 
räumlich begrenzten Marktschutzes ber 
gen demgegenüber, wenn sie nicht rich 
tig gehandhabt werden, gewisse Gefah 
ren der Erstarrung und unter Umstände® 
der karte’lmäßigen Bindung in eich. 
Die Verhandlungen über diasen Kern 
punkt des Schumanplans sind noch mit 
ten im Gang. Wahrscheinlich wird man 
keine« der beiden Mittel für «ich allein 
cmwenden können, sondern man wird 
eine vernünftige Kombination suchen 
müssen, die möglichst allen Teilen ge 
recht wird. Auch hie bai ist di3 Mitwir 
kung der Gewerkschaft an von ausschlag 
gebender Bedeutung. 
Gewerkschaftliche Bereitwilligkeit 
1 Die Gewerkschaften haben, wi® ein 
gangs erwähnt, ihre Bereitwilligkeit er 
klärt, v«ranlwortlich an der Gestaltung 
und Durchführung des Schumanplan« mit 
zuarbeiten. Das setzt aber voraus, daß 
nicht nur ihre berechtigten Forderungen 
auf sozialpo’itiscbem Gebiet die genü 
gende Beachtung fmden, sondern daß 
auch die Gewerkschaften in allen Orga 
nen des Schumatnp’ans entsprechend ih*er 
Bedeutung in ausreichendem Maße ver 
treten sind. 
Das gilt nicht nur für di® Beteiligung 
cm den Institutionen, sondern auch für di® 
Durchsetzung gewerkschaftlicher Ge 
sichtspunkte in der Wi tschcrftspolitik, 
die die Hohe Behörde zu führen hat. Da 
rum legen auch di« Gewerkschaften b®- 
West®uropa hat nur dann ®fn« Chane® 
zu leb®n und sich höher zu entwickeln, 
wenn ®s alle Kräfte anspannt, um durch 
Intensiv« und gemeinsame Arbeit sein« 
Produktion und seinen Verbrauch zu stei 
gern und gleichzeitig de® allgemeinen 
Lebensstandard fortschreitend zu heben. 
Hierin sehen wir den eigentlichen Sinn 
des Schumanpla-'s. Im Zeichen der 
fortgeschrittenen Technik und insbe 
sondere im Zeichen des modernen Ver 
kehrs sind die Länder näher aneinander 
gerückt. Ent ernuncrsbegriffe, di« noch vor 
einem MenschenaUer als wesentlich an 
gesehen wurden, haben heute keine Be 
deutung mehr. Leider sind di« Völker 
Ee’bst sich noch wenig einander nähe* 
gekommen. 
Wenn der Schumanplan richtig aufge 
baut wird, kann er der Beginn einer neuen 
Entwicklung in Europa sein. Wir dürfen 
aber keinen Zweifel darüber lassen, daß 
er nicht mehr als ein Beginn sein kann. 
Dieser Plan muß, wenn er sich auf die 
Dauer behaupten will, die Ausweitung er 
fahren, die im Interesse der europäischen 
Wirtschaftseinheit erforderlich ist. 
Die Gewerkschaften sind erstmalig an 
intemationa’en — oder richtiger gesagt, 
an übernationalen Verhandlungen verant 
wortlich beteiligt. 
Si® «ind damit vor Probleme gestellt, 
wie si« bisher in keiner Wirtschaftsge 
schichte als organisatorische Aufgabe ei 
ner Neuordnung gestellt worden sind. 
Es ist notwendig, daß sich die Gewerk- 
schaftsoigaci T .atfo der beteiügtno Län 
der in vollem UmSanga der Bedeutung di®- 
Betriebsversammlung bei Villeroy & ßoeh 
95% der Belegschaft sprachen dem Betriebsrat das Mißtrauen aus 
Salamander - Sthuke 
jetzt zollfreil 
KINDütSTIEfEl UNO -HALMCHUHI 
1250,— 1350,— 1650— 1950,— 2250/- 
DAMENSCHUHE 2250,- 2650,- 1150,- 
HERRENSCHUHE 2650,— 5150,— 
SCHUHHAUS 
AREND 
VÖLKLINGEN POSTSTRASSE 28 
Die schon vor einiger Zeit angekündigte 
Betriebsversammlung bei Villeroy & Boch 
in Merzig, die vo® gewiss«® Kräfte® zu 
verhindern versucht wurde, fand kürzlich 
statt. Nachdem sie durch den Vorsitzen 
den de« Betriebsrates. Kollege Fox. er 
öffnet war. referierte der neue Direktor, 
der die Stelle des vor einiger Zeit ausge 
schiedenen Direktors Ander« übernommen 
hatte, über di« derzeitige betrieblich* 
wirtschaftliche und soziale Lage des Be 
triebes. Seine® Ausführungen war zu ent 
nehme®. daß er mit den führenden Ge 
werkschaftlern einig geht wonach in «*>- 
nieder Hinsicht innerhalb der einzeln®® 
Abteilungen des großen Betriebe« noch 
manches in Ordnung zu bringen sei. Wi* 
wir erfahren, erklärte sich der neue Direk 
tor bereit dafür «insutreten. daß das be 
reits ausgezahlte Uebsrbrückungsgeld 
nicht von de® Löhnen wieder einbehal 
ten. sondern auf die Lohnerhöhung als Er 
gebnis der kommenden Verhandlung«® in 
Anrechnung gebracht wird. Es ist also zu 
hoffen, daß der Direktor einen zufrieden 
stellenden Abschluß der Lohaveihandiu»- 
gen irn Verlauf günstig beeinflußt. 
Der 1. Vorsitzend« der Berufsgrupp® I« 
Merzig. Kolleg® G a s p e r. kam auf inner 
betrieblich« Angelegenheiten zu spreche® 
und geißelte die Mißerfolge des Betriebs 
rates. der sich fast in keinem Falle der 
Mühe unterzogen habe, sich für di« Be 
lange und berechtigten Forderungen der 
Arbeitnehmer, die ihn gewählt hätten, ein 
zusetzen. Er beleuchtete in seinen weite 
ren aufschlußreiche® Ausführungen di« 
Rechte und Pflichten eine« verantwor 
tungsbewußten Betriebsrates und legt® 
dem augenblicklich tätigen Betriebsrat de* 
Firma V & B ln Merzig nab®, zurückzur 
treten. 
Wegen Zeitmangel ging der Geschäfts 
führer des I. V. Fabrikarbeiter, Willi 
Kuhnen, aut Einzelheiten nicht ein. be 
tonte aber, daß es zur Pflicht des Be 
triebsrates gehör®, der nicht mehr das 
Vertrauen der Belegschaft genieße, zu 
rückzutreten. wenn di* Mehrheit der Be 
triebsangehörige® dies wünsche. 
Dan® wurde ein Antrag zur Abstimmung 
leingebracht, wonach dem derzeitigen Be 
triebsrat das Mißtraue® ausgesprochen 
und etn neuer gewählt werde® soll. Dem 
Antrag stimmten 95 «/» der Anwesenden 
zu. 
Zu einem vorauszusehenden Zwischen»-, 
fall der allgemeine Heiterkeit hervorrif, 
kam es, als der ehemalige Obmann Urba- 
nek, der vor Monaten aus der Einheitsge 
werkschaft ausgestoßen wurde und kürz 
lich m der Christliche® Gewerkschaft Auf 
nahme fand, das Wort zu seinen üblichen 
negative® Ausführungen ergreife® wollt». 
Von der Versammlung wurde er ausge- 
pfiffen, und ohn® auch nur eine® Ton übe* 
die Lippen zu bringe®, mußte ex das Po 
dium verlasse®. 
Nach einer einmütige® Aussprache und 
Wahl eines Wahlvorstandes, der sich aus 
den Kollegen Frar.zen. Streit und Engle* 
zusammensetzt die die Neuwahl des Be 
triebsrates vorbereite® soll«®, wurd® di® 
Betriebsversammlung geschlossen. 
* 
Wir «rächten es als dringend notwen 
dig. dem Betriebsrat denn fast einstimmig 
das Mißtrauen ausgesprochen wurd® und 
der. wi« wir erfahren, sich weigert zurück- 
zutrete®, die noch gültig® Betriebsrätever- 
erdnuug vor Augen zu halten. Di® Beleg 
schaft Ist berechtigt, den Rücktritt «tne« 
Betriebsrates zu fordern. Im § 41 der Ver 
ordnung vom 11 August 1947 heißt ®ei 
„Des Betriebsrat kann unter den Voraus 
setzungen des § 40. Abs. 2. aufgelöst wer 
den.** Dieser Absatz des $ 40 legt test 
daß auf Antrag der Be ruf «verbände de* 
Arbeiter. Angestellte® und Beamten oder 
ein«« Teiles der wahlberechtigten Arbeit 
nehmer das Arbeitsgericht das Erlösche® 
der Mitgliedschaft eines Vertreters wegen 
gröblicher Verletzung seiner gesetzlichen 
Pflichten beschließen kann- Soweit di® 
Ausführung im Gesetz. Hiernach zu ur 
teilen. handelt der Betriebsrat klug und 
im Interesse der Belegschaft des große® 
Betriebes, würd« er vorbehaltlos die Sitze 
zur Verfügung stellen, zumal es seltsam 
anmutet, wenn dies« Betriebsrgtsmitglie- 
dsr aus durchsichtigen Gründen an Po 
eten. denen si« offensichtlich nicht ge 
wachsen wäre®, kleben und ein Miß 
trauensvotum unbeachtet lassen. Nach 
Lag« der Ding® wird das Arbeitsgericht 
entscheide®. QD 
ner Aufgabe bewußt sind, wobei auch klar 
ausgesprochen werden muß, daß ohn« Ein 
filllung der gewerkschaftlichen Forderun 
gen eine Mitarbeit, und damit auch ein 
Funktionieren das Planes, unmöglich ist. 
Wenn es den beteiligten Regierungen; 
tnit dem Beginn einer Neuordnung im' 
Sinn« einer europäischen Einheit ernst isi^ 
werden sie nicht daran vorbeikönnen, den 
Wirtschaftsfaktor Arbeit gleichberechtigt 
im Wirtschaftsgescheh an anerkennen zu 
müssen, um Frieden, Freiheit und Wohl 
stand ru wahren und zu fördern. 
„Augesie Ile geißeln ßröeuge&epßomiH“ 
In der letzten Ausgabe der , Arbeit* 
veröffentlichten wir unter der gleichen 
Ueberschnft eine Zuschrift aus Mitglie- 
dericrei.se l. Ein Versiehe r ungs-Angestell 
ter beschäftigt« sich darin mit den Ver 
hältnissen nach dem Warnstreik bed de* 
Saarländischen Versicherungsgruppe I 
und stellte das Thema zur Diskussion. 
Di* Veröffentlichung hat in breiten 
Kreisen der Versicherungs-Angestell 
ten lebhafte Dabatten hervorgerufen, zu 
mal geschildert wurde, welche sonder 
bare Methoden von gewissen Arbeitge 
bern an deri_ Tag gejegt werden. In 
diesem Falle wurde rach dem Wamsireik 
der von der D.rektion der Versicherungs 
gruppe aufgezogene franz. Sprachkursus 
unterbrochen weil die Angestellten sich 
lOOo.oig an dem Warnstreik beteiligten. 
Durch weitere Zuschriften wurde dies 
bestätigt. Tatsache ist auch, daß die 
Angestellten sich daraufhin weigerten, 
je wieder an dem Kursus teilzunehmen.. 
„Es stimmt nicht“, so nimmt Kollege T. 
zu der Veröffentlichung Stellung, „daß 
di® Direktion sich erst nach dam Streik 
dazu entschlossen hat, die fünf Besten 
nach Paris fahren zu lassen. Jede* An 
gestellte wird sich noch genau so gut 
wi® ich daran erinnern können, daß in 
der eisten Besprechung über den franz, 
Kursus, lange vor dem Streik, davon di* 
Red« war. da fünf Beste® an Pfingsten 
1951 Unentcpe tlich nach Paris fahren zu 
lassen. Ebenfalls erfolgte die Neueim- 
zeichuung zum Kursus nach dem Streik^ 
bevor uns irgend etwas in. bezug auf di» 
1000.—— Frs. Prämie bekannt geworden, 
war." 
Wir «teilen f®st, daß die Ansichten 
und Auffassungen bei den Schilderungen 
über den Vorfall verschieden sind, und 
es liegt uns fern, eia einseitiges Urteil 
zu fällen. Lediglich hoffe® wir. daß Dis 
kussionen ihr®!» Zweck nicht verfehlen 
und dazu beitragen mögen, unfair» Met 
hode® seitens der Arbeitgeber zu untet* 
binde®. GD
	        

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