Volltext: 1.1946 (0001)

juii"kuii[>i>eu Gliidk auf! 
Wir rufen Euch. Schafft Jugend¬ 
gruppen des Industrieverbandes 
Bergbau der Einheitsgewerkschaft. 
Sammelt die Besten der Bergmanns¬ 
jugend! Werdet Streiter für eine 
gute Bergmannszukunft und werdet 
reif für große Aufgaben. Die Ge¬ 
werkschaften werden die Träger der 
jtukunft sein. 
Jungkameraden! Hinter Euch iiegt 
der Naziwahnsinn, mit seinem Drill 
und Firlefanz. Ruinen, Not und 
Elend ist das Erbe, das die Nazi-Ka¬ 
pitalisten Euch hinterlassen haben. 
Ais Pioniere des Wiederaufbaues, 
als Bergjungknappen, seid Ihr ans 
Werk gegangen. Euer starker Arm, 
der Kohlen schafft oder mithilft, sie 
an das Tageslicht zu bringen, setzt 
das Getriebe der Wirtschaft wieder 
in Bewegung. Ohne Kohlen kein 
Wiederaufbau. 
( Nicht immer wird das anerkannt. 
Nicht umsonst haben die Bergleute 
sich wieder eine Organisation 
geschaffen, den Industrieverband 
Bergbau der Einheitsgewerkschaft. 
Du hast Dich als Mitglied der Ein¬ 
heitsgewerkschaft eingereiht zu den 
älteren Kameraden, um mit ihnen 
gemeinsam für eine bessere Berg- 
mannszukunf't einzutreten. Du bist 
also organisiert, Du hast mit den 
Unorganisierten nichts mehr gemein, 
ihr unkameradschaftliches Verhalten 
ist schlecht. Sei stolz darauf, organi¬ 
siert zu sein! 
Jungkameraden! Mil der Mitglied¬ 
schaft allein ist es aber nicht getan. 
Um wirklich Kämpfer zu werden, 
muß man sich schulen und bilden. 
Betrachtet Euch die Funktionäre 
Eures Verbandes, seien es die Ob¬ 
männer, Sektionsleiter, Sicherheits¬ 
männer oder Knappschaftsälteste, 
alle waren einmal jung wie Ihr, 
alle aber haben sich als Gewerk¬ 
schaftler geschult und bewährt. Sie 
haben Versammlungen besucht, Vor¬ 
träge angehört, viel gelesen und 
Kurse besucht. Ein Teil davon war 
sogar Mitglied der Jugendabteilung 
der Gewerkschaft. 
Es gab schon früher gewerkschaft¬ 
liche Jugendabteilungen. Jawohl, 
Jugend ist Jugend. Sie will über das 
gewerkschaftliche Leben mit den 
älteren Kameraden hinaus ihr 
Eigenleben führen. Dafür hatten die 
früheren Verbandsleitungen Ver¬ 
ständnis und die jetzige Verbands¬ 
leitung noch viel mehr. Deswegen 
ruft die Verbandsleitung die Jugend 
im Bergbau auf zur Bildung von 
Jugendgruppen. Ein freigestellter 
Kollege wird Euch mit Rat und Tat 
zur Seite stehen. An Euch liegt es, 
nun aktiv zu werden. 
Wenn durch die Initiative des Ju¬ 
gendobmannes in der Sektions- oder 
Ortsgrupepnleilung oder durch die 
Initiative eines Jugendkameraden 
selbst eine Jugendgruppe geschaf¬ 
fen ist. so muß die Gruppe selbst¬ 
verständlich aktiv werden. 
Haben sich zehn bis zwanzig 
Jungkameraden zusammengefunden, 
so ist zunächst ein Versammlungs¬ 
ort ausfindig zu machen, und die 
technischen und programmgestal¬ 
tenden Fragen zu lösen, die eine 
solche erste Jugendveranstaltung 
aufwirft. Es wird gewiß Schwierig¬ 
keiten geben. An ihnen soll sich die 
Tatkraft der Jungkameraden be¬ 
währen. 
Der Jugendobmann, ein von der 
Leitung bestellter älterer Kamerad, 
oder ein von der Jugend gewählter 
Jungkamerad steht dem Gruppen¬ 
abend vor. Nach den Eröffnungs¬ 
worten und der Bekanntgabe der 
Tagesordnung wird ein Bergmanns- 
Gewerkschafts- oder sonst ein Ju¬ 
gendlied gesungen. Der Abend muß 
abwechslungsreich gestaßet werden. 
Dazu bieten sich folgende Möglich¬ 
keiten: 
Lesungen aus der Geweikschafts- 
Jnngkamcraden! Wir sind die 
Letzten, die Euch nicht Sport und 
Vergnügen gönnen, aber man darf 
nicht völlig darin aufgehen. Das 
Leben ist hart, bedeutet Kampf und 
forderl einen ganzen Kerl. Es könnte 
eine Zeit kommen, die härter ist als 
Ihr und der es nur Recht wäre und 
sich einer rückgratlosen ungeschulten 
Arbeiterschaft gegenübergesleilt zu 
sehen. 
Jungkameraden vom Saar-Berg¬ 
bau! Euere Gewerkschaft ruft auf 
zur Bildung von Jugendgruppen des 
Verbandes. Zeigt Euch dieses Ver¬ 
bandes würdig. 
Die Verbandsleitung 
i. A.: Aloys Schmitt 
zeitung, danach Aussprache, Ein¬ 
übung eines genehmigten Sprech¬ 
chors, Vorträge über: Was ist eine 
Gewerkschaft? Warum eine Ge¬ 
werkschaft? Warum Einheitsge¬ 
werkschaft? Das Jugendschutzgesetz, 
das Betriebsrätegesetz, Arbeiterdich¬ 
ter und ihre Werke. Jeder Grup¬ 
penabend soll stets mit einem Lied 
und einem „Glück auf“ seinen Ab¬ 
schluß finden. 
Gruppenabende können auch in 
die öffentliche Wertung eingeschal¬ 
tet werden. Dazu bedarf es dann 
einer stärkeren kulturellen und 
künstlerischen Betonung des Pro¬ 
gramms. In diesen Fällen ist eine 
gründliche Vorbereitung notwendig. 
Einübung von Bergmannsliedern, ein 
soziales Theaterspiel, lebende Bil¬ 
der, Rezitationen, Puppenspiele, 
Schattenspiele usw. sollen nur Hin¬ 
weise für eine zweckentsprechende 
Programmgestaltung sein. 
In der Jugendarbeit darf selbst¬ 
verständlich die gewerkschaftliche 
Erziehung und Schulung nicht außer 
Acht, gelassen werden. Meldet uns 
zur Veröffentlichung in der „Ar¬ 
beit“ den Verlauf Eurer Gruppen¬ 
abende. Al. Schm. 
sind die Jungen . * * 
Wir sind die Jungen, die Unruh- 
vollen, 
Denen dir Zukunft verlockend winkt 
Wir sind die Jungen, die aniiiaueix 
wollen 
Was m s. in Trümmer zerfallen, 
um ringt, 
Wir sind « iiise.lilossen, 
Das Schwerste zu wagen 
Und u n vcixl i ossen 
Brücken zu schlagen 
Zu allen Völkern in Brüderlichkeit,. 
Wir sind die Jugend der neuen Zeit! 
Wir sind die, Jungen, die darum 
wissen, 
Daß un.-er Leben Verpflichtung 
bei ßt. 
Und wir uns alle, erfüllen müssen 
Mit neuem Fühlen und neuem Geist. 
Wir sind ent schlossen 
Das Schwerste zu wagen 
Und 11 nve: «rossen 
Biüek n vn schlagen 
Zu allen Völkern in Brüderlichkeit 
Wir sind die.Jugend der neuen Zeit! 
Wir sind die Jungen, die suchend 
drängen 
\uf neuen Wegen zu neuem Ziel —• 
Wir sehreiten vorwärts mit frohen 
Gesängen 
Und keine Mühe wird uns zuviel. 
Wir sind entschlossen 
Das Schwerste zu svagen 
Und unverdrossen 
Brücken zu schlagen 
Zu allen Völkern in Brüderlichkeit. 
Wir sind die Jugend der neuen Zeit! 
Walter 1) o h m o 1. 
Achtung? Jugendfreunde! 
Am Samstag, den 16. November 
1946, nachmitags 2 Uhr, findet in 
Saarbrücken in der Aula am Land¬ 
wehrplatz die erste 
Gewerkschafisjugendkonferenz 
.statt. Kollege Wacker (1. Vorsitzen- 
_der der Einheitsgewerkschaft) wird, 
dort zu Euch über das Thema „Die 
Jugend und der Aufbau einer demo¬ 
kratischen Wirtschaft“, sprechen. 
Jugendkollegen und Jugendkolle¬ 
ginnen, sorgt dafür, daß auch aus 
Eurem Betrieb Jugenddeiegierte auf 
dieser Konferenz vertreten sind, um 
Euere Wünsche und Forderungen 
vorzubringen. , 
Wie kann ein Gruppenabend 
gestaltet werden? 
Frauenkongrel 
Im Sommer hatte in. Interlaken in 
der Schweiz der „Frauenweltbund 
für gleiches Recht und gleiche Ver¬ 
antwortlichkeit“ seinen 14. Kongreß 
abgehalten. 
Der Frauenwellbund war im Jahre 
l!H)4 unter dem Namen „Weltbund 
für Frauenstimmrecht“ von zwei 
amerikanischen Vorkämpferinnen der 
Gleichstellung der Frau, nämlich von 
Susan B. Anthony und Frau Chap- 
mann-Catt gegründet worden und 
als der Weltbund zum letzten Mal 
vor dem Krieg in Kopenhagen zu¬ 
sammengetreten war, hatten die 
Frauen in 22 verschiedenen Ländern 
die volle staatsbürgerliche Gleich¬ 
berechtigung erlangt. Inzwischen hat 
der Weltbund infolge der Kriegs- 
Ereignisse zwar seine internationale 
Zusammenkünfte unterbrechen müs¬ 
sen, aber die Arbeit der einzelnen 
Kationalverbünde war weitergegan- 
£en und in Frankreich, Italien, Al¬ 
banien, Jugoslawien und sogar in 
Jaftan haben die.Frauen inzwischen 
sieh die vom Bund angestrebte Selb- 
61 ''idigkeit erkämpft. 
Trotzdem hatte der Schweizer 
Kongreß noch ein reiches Arbeits¬ 
feld zu bewältigen. Was zunächst 
die internationale Politik angeht, so 
hat der Weltbund von lnterlaken avis 
i in Interlaken 
sich an alle internationalen Organi¬ 
sationen gewandt und unter Protest 
darauf hingewiesen, daß bei den De¬ 
legationen der Pariser Friedenskon¬ 
ferenz keine Frauen vertreten seien. 
Auf wirtschaftlichem Gebiet be¬ 
tonte der Kongreß nochmals seine 
bereits früher festgelegte Forderung 
auf „gleichen Lohn bei gleicher Ar¬ 
beit“ und forderte für Frau und 
Mann den gleichen Anspruch auf 
berufliche Ausbildung, die gleiche 
Zulassung zu Gewerkschaften, Ge¬ 
nuß von Sozialversicherungen usw. 
In den gleichen wirtschaftlichen 
Bereich gehören auch die folgenden 
Anregungen des Kongresses: Bereit¬ 
stellung moderner Wohnungen mit 
modernen arbeitserleichternden Ap¬ 
paraten für den Haushalt, Einfüh¬ 
rung von Mütterrenten, Ausgestal¬ 
tung aller Art von Einrichtungen zur' 
Kindererziehung sowie schließlich 
die Forderung nach halbtägiger Ar¬ 
beitszeit bei gleichem Lohn. 
Hinsichtlich der zivilrechtlichen 
Stellung der Frau betont der Kon¬ 
greß die Notwendigkeit, alle vor der 
Verheiratung der Frau zustehenden 
Rechte auch nach der Eheschließung 
beizubehalten. 
Die Präsidentin des Weltbundes, 
die Engländerin Margery' Corbett 
Ashby, hat am Ende des Kongresses 
ihr Amt niedergelegt und wird nur 
als Ehrenvorsitzende noch mit der 
Bu n des! ei t u ng zusammenar bei l en, 
während ihr im tatsächlichen Vor¬ 
sitz die Schwedin Dr. Hanna-Rijdh 
nachgefolgt ist. 
Frauen im Betriebsrat 
Frauen in den Betriebsräten wer¬ 
den Gelegenheit haben, ihre guten 
weiblichen Eigenschaften in der Ge¬ 
staltung der Arbeitsbedingungen, vor 
allem aber in der Bekämpfung der 
Gesundheits- und Unfallgefahren, in 
der Fürsorge für Körperbehinderte, 
Jugendliche und Lehrlinge einzu¬ 
setzen. Frauen werden auch dafür 
sorgen können, daß der Betriebsrat 
sich der Schaffung von Einrichtun¬ 
gen zur Entlastung arbeitender 
Frauen annimmt, die einen Haushalt 
haben und Kinder versorgen müssen. 
Die Mitwirkung der Frauen ist not¬ 
wendig. um allen Bedürfnissen der 
arbeitenden Frauen Rechnung zu 
tragen, insbesondere auch bei der 
Zuweisung der Arbeitsplätze, die 
ihren Krallen und Fähigkeiten ent¬ 
sprechen. 
Es gibt keinen Zweig des öffent¬ 
lichen und wirtschaftlichen Lebens, 
in dem die. Gewerkschaften nicht 
vertreten sind. Die Gewerkschaften 
können ihre großen Aufgaben nur 
erfüllen durch aktive Mitarbeit der 
Frauen. Deshalb: die letzte berufs¬ 
tätige Frau hinein in die Gewerk¬ 
schaft, keine Gewerkschaflsleilung 
und kein Betriebsrat ohne Mitwir¬ 
kung von Frauen. 
Aus unserer Kulturarbeit 
Demnächst wird das Stadtthealer 
Saarbrücken eröffnet. Wir ersuchen 
die Mitglieder auf die Bekanntma¬ 
chungen des Stadt theaters in den 
Zeitungen, im Radio und auf den 
veröffentlichten Wochenspielplänen 
zu achten, wenn die betreffende 
Miete an der Reihe ist. 
Die Mitglieder der Theatergemeinde 
von Saarbrücken und Umgebung 
werden gebeten, ihre Eintrittskarten 
Samstags und Montags vor den Mon¬ 
tagsvorstellungen und Freitags und 
Samstags vor den Sonntagsvorstel¬ 
lungen, in Sarbrücken 3, Cecilien- 
straße 11, abzuholen. Auswärtige Mit¬ 
glieder können eine Stunde vor Spiel-* 
beginn ihre Karten abholen. Teil¬ 
nehmerkarten bitte immer mit- 
bringen. 
Das Büro des Verbandes für Bühne, 
Musik und allen Kunstschaffenden 
der Einheitsgewerkschaft im Saar¬ 
land befindet sich jetzt im Stadt¬ 
theater Saarbrücken (Kellergeschoß). 
Sprechstunden finden Dienstags und 
Freitags von 11 bis 12 Uhr statt. 
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